Frauen auf Kundentoilette mit Handy gefilmt?

Auf einer Kartbahn im Raum Rostock sollen Frauen beim WC-Besuch heimlich per Handy beobachtet worden sein

2. August 2011, von
Mit solch einem iPhone sollen Frauen beim WC-Besuch heimlich beobachtet worden sein
Mit solch einem iPhone sollen Frauen beim WC-Besuch heimlich beobachtet worden sein

„Es war schwarz. Es lag in den Deckenfliesen. Da guckte die Ecke mit dem Kameraloch raus.“ Nadine S. (Name von der Redaktion geändert) ist noch ganz aufgeregt, als sie erzählt, was ihr gestern widerfahren ist.

Mit Freunden hat sie am Montagabend die Kartbahn besucht. „Wir sind zweimal gefahren und danach bin ich auf die Toilette gegangen und hab das gesehen da oben und es runter geholt“, berichtet die junge Frau. Es, das stellt sich schnell heraus, ist ein Smartphone, dessen Kamera direkt auf die Toilette gerichtet war.

Mit dem Handy in der Tasche geht es geradewegs zur Polizei. „Ja, es liegt eine Strafanzeige vor“, bestätigt Yvonne Hanske, Sprecherin der Polizeiinspektion Rostock. Ein Handy wurde sichergestellt und es laufen Ermittlungen gegen eine männliche Person wegen des Tatbestandes der Beleidigung (§ 185 StGB), erklärt die Polizeihauptkommissarin auf Nachfrage.

Bei dieser Person soll es sich nach Aussage der Beteiligten um einen Angestellten der Kartbahn handeln. Auf der Polizeiwache gab es, so berichtet Nadine, zusammen mit dem Beamten eine erste Inaugenscheinnahme des aufgezeichneten Videomaterials. Dabei sei auch erkennbar gewesen, wie der Mitarbeiter das Handy versteckt und anschließend noch seine Fußspuren vom Deckel der Toilette entfernt hat.

Das Handy werde weiter untersucht, erklärt Polizeisprecherin Hanske, die den laufenden Ermittlungen nicht vorgreifen möchte. Ähnliche Vorfälle sind ihr aus dem Raum Rostock bisher nicht bekannt.

Was alles aufgezeichnet wurde und ob möglicherweise gar intime Videos von Frauen übers Internet weiterverbreitet wurden, ist bislang ungewiss. „Aber in der Küche des Kart-Centers hat ein Laptop gestanden“, berichtet Nadine empört.

„Das ist ein Hammer“, zeigt sich auch der Betreiber der Kartbahn schockiert, als er telefonisch mit den Vorwürfen konfrontiert wird. Nach eigener Aussage ist er gerade im Urlaub und hört zum ersten Mal von den Ereignissen. Den Mitarbeiter konnte er bisher nicht erreichen, doch „wenn die Vorwürfe stimmen, wird dies auf jeden Fall Konsequenzen haben.“

„Das ist schrecklich für die Betroffenen und ich verurteile das ausdrücklich“, distanziert sich der Kartbahn-Chef klar von dem möglichen Fehlverhalten „einer einzelnen Aushilfe“. Um den guten Ruf seiner Anlage besorgt, verspricht er eine vollständige Aufklärung der Vorgänge.

Schlagwörter: Datenschutz (10)Polizei (3532)

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