13. StudentenFilmFest „Goldener Toaster“ 2010

12 Beiträge kämpften beim Studentischen Kurzfilmfestival um den „Goldenen Toaster“

11. November 2010, von
Golden Toaster - Studentisches Kurzfilmfestival
Golden Toaster - Studentisches Kurzfilmfestival

„Männer leeren Drinks grundsätzlich in einem Zug.“ In einem fahrenden, versteht sich. Mit solch satirisch in Szene gesetzten Filmweisheiten wusste einer der Beiträge beim gestrigen 13. StudentenFilmFest „Goldener Toaster“ zu beeindrucken. Um welchen Film es sich dabei handelt? Das wird natürlich nicht verraten, noch nicht.

Um es vorwegzunehmen: Auch diese Veranstaltung der Kulturwoche war wieder ausgesprochen gut besucht. Aufgrund des großen Zuspruchs gab es gestern Abend gleich zwei Vorstellungen im Kinosaal des Lichtspieltheaters Wundervoll (Li. Wu.) – mit über 200 Besuchern waren beide restlos ausverkauft.

Preise des Studentisches Kurzfilmfestival „Goldener Toaster“
Preise des Studentisches Kurzfilmfestival „Goldener Toaster“

Aus mehr als 20 eingereichten Filmen hat die Jury zwölf Beiträge ausgewählt, die am Abend zur Abstimmung standen. Schließlich ging es nicht nur um den Hauptpreis der Jury, den Goldenen Toaster, auch den Publikumsliebling galt es zu küren. Ein bunt gemischtes Programm hatte die Jury zusammengestellt. Animationen und Spielfilme gab es zu sehen, lustige Streifen liefen über die Leinwand und solche, die zum Nachdenken anregen.

„Die Gedanken sind frei“ beispielsweise, den Urte Zindler von der Kunsthochschule Kassel geschaffen hat. Unterlegt mit der Musik des gleichnamigen Volksliedes ließ sie die Zuschauer in die irreale Welt einer dementen, älteren Dame eintauchen. Ein Film, der viele Zuschauer beeindruckt hat, auch wenn er in der Publikumswertung knapp auf dem undankbaren zweiten Platz landete.

Nun aber zu den Preisträgern des gestrigen Abends. Keine leichte Entscheidung, wie Matthias Spehr, Jurymitglied und Moderator des Abends, die Zuschauer wissen ließ: „Es gab eine ganz enge Spitze, fünf Favoriten, zwei davon im engsten Raum.“ Schließlich geht es aber auch um viel, um den Wanderpokal „Golden Toaster“ nämlich, „der vor nunmehr 13 Jahren von der Golden Toaster Company ins Leben gerufen wurde.“

Isabella Trybulla und Matthias Spehr
Isabella Trybulla und Matthias Spehr

„Hürdenlauf“ lautet der Titel des Typofilms von Isabella Trybulla aus Wismar, den die Jury mit dem 3. Platz belohnte. Bei Typofilmen handelt es sich um kurze Animationsstreifen, bei denen Buchstaben in Szene gesetzt werden. In ihrem knapp vierminütigen Film ließ Isabella Trybulla ihre Protagonistin gekonnt einen Hürdenlauf über die Buchstaben just dieses Wortes absolvieren.

Einen kleinen Hürdenlauf durchs Publikum musste die Studentin dann selbst zurücklegen, um ihren Preis auf der Bühne entgegenzunehmen.

Holger Löwe beim StudentenFilmFest „Goldener Toaster“
Holger Löwe beim StudentenFilmFest „Goldener Toaster“

„Jetzt wird’s didaktisch“, leitete Spehr zum Zweitplatzierten des Abends über. „Regeln der Filmkunst“ nannte Holger Löwe seinen Film, den er mit Studenten der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) drehte und in dem er nicht nur den eingangs erwähnten „Drink in einem Zug“ satirisch in Szene setzte.

Mit seinem „Leitfaden für junge Filmschauspieler“ strapazierte er das Zwerchfell der Zuschauer und konnte sich in der Gunst der Jury auf den zweiten Platz schieben.

„Der Film“, so Spehr, „macht selbst Laien mit Dingen vertraut, die für einen guten Film nötig sind.“ Stimmt. Immerhin kenne sogar ich jetzt die wichtigsten Sätze: „Oh mein Gott“ und „Es ist nur eine Fleischwunde!“ Crashkurs absolviert, hurra, jetzt werde ich Filmemacher!

Prof. Michael Soltau und Matthias Spehr
Prof. Michael Soltau und Matthias Spehr

„Sehr originell, sehr toll, sehr vielschichtig“, zeigte sich Matthias Spehr im Namen der Jury von dem Sieger des Festivals beeindruckt. Aus dem Wasser in die Luft, vom Land in die Großstadt, vom Regentropfen zur Welle entführte uns Anja Großwig in nur knapp zweieinhalb Minuten in eine beeindruckende Vielzahl liebevoll und detailliert animierter Szenen.

Leider konnte die Erstplatzierte vom Caspar-David-Friedrich-Institut (CDFI) in Greifswald heute nicht anwesend sein, um den Preis für ihren Film „StundenSekunden“ selbst in Empfang zu nehmen. Aus den Händen ihres Professors Michael Soltau, der den „Golden Toaster“ stellvertretend entgegennahm, dürfte sie sich aber mindestens genauso über ihren Sieg freuen.

Holger Löwe auf seinem Publikumspreis
Holger Löwe auf seinem Publikumspreis

Doch zurück zum Publikumspreis, für den es neben Ruhm, Ehre und einem bunten Strauß Blumen zusätzlich ein Utensil gab, auf das wohl kaum ein Filmemacher verzichten kann: einen echten Regiestuhl. „Es geht um alles, es geht um diesen wunderbaren Stuhl“, bekräftige Matthias Spehr.

Jury und Publikum lagen heute nicht weit auseinander und so heißt der glückliche Gewinner, der bei seinem nächsten Dreh auf der knallroten Sitzgelegenheit Platz nehmen kann, Holger Löwe. Glückwunsch!

Was wir in der Zukunft vom Publikumspreisträger erwarten dürfen? „In erster Linie den eigentlichen Film“, verspricht der freischaffende Filmemacher und Dozent an der HMT. „Eine Mediensatire, die unter dem Arbeitstitel ‚Supershow‘ laufe“. Der heute gezeigte Kurzfilm sei eigentlich nur ein „Abfallprodukt“ dieses Projekts – man darf also durchaus gespannt sein!

Holger Löwe, Prof. Michael Soltau und Isabella Trybulla
Holger Löwe, Prof. Michael Soltau und Isabella Trybulla

Während es im Li.Wu. Filmgenuss pur gab, dürften wenige Hundert Meter weiter in der Ulmenstraße die Köpfe geraucht haben. Beriet doch hier der StudentINNenrat der Universität Rostock (StuRa) in der ersten Lesung den Haushaltsentwurf fürs nächste Jahr, in dem es auch um den Fortbestand der Kulturwoche geht.

Allen Gerüchten und Unkenrufen zum Trotz scheint es nach ersten Informationen mit der Kulturwoche auch 2011 weiterzugehen, sodass wir uns wohl auf eine 14. Auflage des StudentenFilmFestes „Goldener Toaster“ freuen dürfen.

Bevor es soweit ist, sei noch einmal auf ein weiteres Highlight der diesjährigen Kulturwoche hingewiesen. Am Freitag ist um 20 Uhr im MOYA der „Club der toten Dichter“ mit Vertonungen von Rilke zu Gast.

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