Kunsthalle Rostock zeigt Fotografien von S.E. Peter Kees

Ein Land für Träumer, Glücklose und Sinnsucher – Eröffnung der Arkadischen Botschaft in der Kunsthalle Rostock durch S.E. Peter Kees

Kunsthalle Rostock
Kunsthalle Rostock

Rostock. Am 15. Juli 2011 um 18.00 Uhr eröffnet S.E. Peter Kees in der Kunsthalle Rostock die Botschaft von Arkadien. Die Eröffnung wird mit einem arkadischen Festakt begangen, zu der namhafte Vertreter des diplomatischen Corps und der Politik sowie prominente Protagonisten des kulturellen Lebens der Hansestadt Rostock erwartet werden.

Anlässlich der Einweihung der Ständigen Vertretung wird Herr Alexander Ludwig zum neuen Konsul des Landes ernannt. Unterstützt durch seine Musen bietet Seine Exzellenz, der Botschafter von Arkadien, Glücklosen, Sinnsuchern, Utopisten, Flüchtlingen, Schutzsuchenden, Träumern, Hilfesuchenden und eiskalten Realisten Asyl. Lebenslustige erhalten Visa.

Der Botschafter, S.E. Peter Kees, wird mit Polizeieskorte anreisen.

Auf der Wiese vor der Kunsthalle Rostock werden Schafe weiden.

Anlässlich der Eröffnung der Arkadischen Botschaft an der Kunsthalle Rostock zeigt der Botschafter S.E. Peter Kees Fotografien aus der arkadischen Sammlung. Die Ausstellungseröffnung findet zeitgleich mit der feierlichen Einweihung der Arkadischen Botschaft in Rostock statt.

Es handelt sich bei dieser außergewöhnlichen Veranstaltung um ein Projekt des in Berlin lebenden Künstlers Peter Kees, der sich seit Jahren mit dem Thema Arkadiens und seiner vielfachen kulturellen, gesellschaftlichen, religiösen und politischen Konnotationen auseinandersetzt. Seit der Antike gilt Arkadien als ein fruchtbarer Ort mit sanften, lieblichen Landschaften und bäuerlichem Überfluss.

Für Dichter und Denker war es Inbegriff eines idealen Daseins und zugleich ein Ort zur Erquickung des Geistes und musischer Tätigkeit.

Noch heute ist das Bild von Arkadien geprägt als ein sich verschwenderisch darbietender Garten voller südlicher Vegetation, durchzogen von Flüssen, überschirmt von schattenspendenden Bäumen. Ein Ort des Wachsens, des Blühens und des Gedeihens. Arkadien ist ein Sehnsuchtsziel, voll der Verheißung von sorglosem und unbeschwertem Sein in idealer Landschaft. Arkadien ist auch eine Imagination des Paradieses, mit diesem verwandt, doch nicht verschlossen zu Lebzeiten.

Das Konzept des Künstlers, in dessen Werk das ideale und gleichermaßen fiktive Arkadien zu einem realen Land wird, in das man Einreisen kann und das sogar Asyl gewährt, wirft die Frage nach der gegenwärtigen Verortung idealen Daseins auf. Die Sehnsucht nach Arkadien, das scheint – gefasst in das Bild des paradiesischen Gartens, ein Sehnen der Nordländer nach dem mediterranen Süden, ein Traum ewiger Freizeit und Leichtigkeit zu sein. Für die flüchtenden Menschen, die auf der zu Italien gehörenden Insel Lampedusa landen, scheint das heutige Europa dieses Sehnsuchtsziel zu sein.

So hat das Thema des Künstlers nicht nur eine gesellschaftspolitische Seite, indem es die Frage nach der Definition unseres Paradiesbegriffes aufwirft, der den Idealzustand sowohl der Gesellschaft als auch des Individuums beschreibt. Mit den Migrantenströmen, denen Europa Verheißung eines besseren Daseins ist, und denen Europa diese Paradiespforten gleichsam verschließt, hat das Thema einen tagespolitischen und sozialkritischen Bezug. Das Spiel des Künstlers mit der Idee Arkadiens, mit Verwirrungsmomenten und Verfremdungseffekten,  ist daher auch ein Spiel mit der Realität und setzt Fragezeichen.

Quelle: Kunsthalle Rostock

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