Nachlese zur Leipziger Buchmesse 2011

Literaturtipps für jeden Geschmack

23. März 2011, von
Evelyn Röwekamp und Ernst-Jürgen Walberg in der Thalia
Evelyn Röwekamp und Ernst-Jürgen Walberg in der Thalia

Alle 30 Sekunden wird irgendwo auf der Welt ein Buch veröffentlicht. Da ist es schon sehr schwer, immer den Überblick zu behalten. Man kann unmöglich alles lesen und gerade heutzutage ist Zeit ja auch ein knappes Gut. Zum Glück gibt es aber Menschen, die das Lesen zu ihrem Beruf gemacht haben. Zwei von ihnen, Evelyn Röwekamp, stellvertretende Filialleiterin der Thalia Buchhandlung in Rostock und NDR 1 Radio MV Kulturchef Ernst-Jürgen Walberg, haben am Montag in der Thalia Buchhandlung neue Literatur vorgestellt.

Seit zehn Jahren stellen beide nun schon Bücher für den Kunstkaten auf NDR 1 Radio MV vor. Dieses Mal haben die beiden Moderatoren die Leipziger Buchmesse Revue passieren lassen. 163.000 Besucher haben sich vom 17. bis zum 20. März insgesamt 2.000 Veranstaltungen mit 1.500 Autoren angesehen – und nebenbei hat natürlich noch jeder Verlag sein neues Programm vorgestellt.

Ernst-Jürgen Walberg
Ernst-Jürgen Walberg

Auch wenn die ausgewählten Bücher sehr breit gefächert waren, gab es doch Motive, die immer wieder aufgegriffen wurden. Ganz zentral waren auf der diesjährigen Messe Familienkonflikte. Besonders die Beziehung von Vater und Sohn stand immer wieder im Mittelpunkt der Literatur.

So beschreibt Arno Geiger in seinem autobiografischen „Der alte König in seinem Exil“ von den Erfahrungen und Erlebnissen mit seinem Vater, der an Alzheimer leidet. Herausgekommen ist ein sehr emotionales, aber auch sehr schönes Buch, welches das Vergessen als neue Ebene der Kommunikation erschafft.

Evelyn Röwekamp
Evelyn Röwekamp

Das Buch „Veit“ von Thomas Harlan ist ein direkter Brief an den verstorbenen Vater. Veit Harlan hat in der NS-Zeit Filme gedreht, wie den ausländerfeindlichen Jud Süß. Doch es ist nicht nur der reine Brief, der „Veit“ so besonders macht, sondern auch die historischen Anmerkungen. „Für mich ganz klar Schulliteratur“, sagte Walberg.

Die NS-Zeit war auch ein häufig vertretenes Thema. So hat Daniel Blatman mit seinem Buch „Die Todesmärsche 1944/45“ ein neues Standardwerk geschaffen, das die Geschichte und auch Geschichten hinter den Todesmärschen aufzeigt, von denen heute noch viele Mahnmale zeugen. Auch ein bekannter Autor wie Hans Fallada hat sich mit der Zeit beschäftigt. Sein „Jeder stirbt für sich allein“ wurde nach einem großen internationalen Erfolg auch bei uns wieder neu aufgelegt. Darin beschreibt er den Widerstand im Nationalsozialismus.

Messenachlese Leipziger Buchmesse 2011
Messenachlese Leipziger Buchmesse 2011

Neben solch ernsten Büchern gab es natürlich auch die klassische Belleristik und Kinderbücher wie „Riesling und Zwerglinde“.

Zwei der vorgestellten Autoren werden sogar noch in dieser Woche in Rostock lesen. Einer von ihnen ist Tim Binding, der am Donnerstag aus seinem bitterbösen Roman „Fischnapping“ bei Thalia liest. Am Freitag kann man im Literaturhaus Rostock den gebürtigen Schweriner Gregor Sander erleben, der in seiner Roman „Winterfisch“ in einem typischen „norddeutschen Trott“ Geschichten von der Küste erzählt.

Nach dem Abend wusste ich gar nicht, was ich zuerst lesen soll. Mit den vorgestellten Büchern kann man locker die Zeit bis Oktober überdauern und dann ist ja auch schon wieder Frankfurter Buchmesse. Und sicherlich gibt es dann auch wieder neue Buchtipps von Röwekamp und Walberg. Auszüge aus der Nachlese zur Leipziger Buchmesse kann man am 3. April im NDR 1 Kunstkaten nachhören.

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