Der Zoo Rostock freut sich über einen Zuchterfolg. Am frühen Morgen des 6. Juni hat Elchkuh Frieda (8) ein gesundes Jungtier zur Welt gebracht. Die Geburt sorgt im Zoo auch für eine gelungene Überraschung. Da Elchbulle Lasse (2) beim Deckakt erst eineinhalb Jahre alt war, stand keineswegs fest, ob er überhaupt schon Nachwuchs zeugen kann. Umso größer ist nun die Freude im Team.

Das Elchkalb entwickelt sich bislang prächtig, auch die Nahrungsaufnahme funktioniert problemlos. Das Jungtier trinkt regelmäßig bei seiner Mutter und wächst unter den wachsamen Augen der Tierpflegerinnen und Tierpfleger heran. Im Zoo Rostock lebt ein Paar der Europäischen Elche (Alces alces alces), die in Nordeuropa und in Teilen Nordasiens vorkommen.

„Es ist einfach wunderschön, dass der Nachwuchs endlich da ist. Auf seinen langen, noch etwas storchenartigen Stelzen sieht das kleine Kalb einfach zuckersüß und herrlich ulkig aus“, sagte Huftierpfleger Max Müller.

Für Besucherinnen und Besucher besteht bereits jetzt die Chance, das Jungtier auf der Elchanlage im historischen Zooteil zu entdecken. Da sich Mutter und Kalb frei auf der Anlage bewegen, ist dafür allerdings etwas Geduld und Glück erforderlich.

Namenssuche startet nach Geschlechtsbestimmung

Sobald das Geschlecht des Elchkalbes feststeht, dürfen auch die Zoo-Fans aktiv werden. Dass die Bestimmung noch etwas Zeit braucht, hat einen wichtigen Grund. Elchkühe verteidigen ihre Jungen vehement, und die Tritte der großen Tiere können für Menschen sehr gefährlich werden. Um Mutter Frieda und ihr Kalb nicht unnötig zu stressen und kein Risiko einzugehen, wartet das Tierpflegerteam daher auf den passenden Moment. Über die Social-Media-Kanäle des Zoo Rostock soll dann im Anschluss über Namensideen abgestimmt werden, die von den Tierpflegerinnen und Tierpflegern vorgeschlagen werden.

Kleiner Elch im Zoo Rostock: Noch etwas wackelig auf den Beinen und immer nah bei Mama Frieda.
Kleiner Elch im Zoo Rostock: Noch etwas wackelig auf den Beinen und immer nah bei Mama Frieda.Foto: Zoo Rostock/Frida Jung

Der „Nordlandpfad“ wächst weiter: Polarfuchs im Anmarsch

Das neugeborene Elchkalb ist zusammen mit dem Rentiernachwuchs aktuell das Highlight auf dem „Nordlandpfad“, der im vergangenen Sommer eröffnet wurde. Der gemeinsam mit der WG Schiffahrt-Hafen Rostock initiierte Pfad verbindet die Gehege nordischer Tierarten wie Elche, Rentiere und Schneeeulen. Er rückt die faszinierenden, aber durch den Klimawandel stark bedrohten Lebensräume der Tundra und Taiga in den Fokus.

Auch in der kommenden Zeit können sich die Besucherinnen und Besucher auf weitere Entdeckungen freuen. So brüten aktuell die Schneeeulen, und Ende Juni wird ein neuer Polarfuchs in sein Gehege einziehen und die nordische Tierwelt im Zoo Rostock bereichern.

Wissenswertes über Elche

Der Elch ist der größte Vertreter der Hirschfamilie. Männchen können eine Schulterhöhe von über zwei Metern erreichen und mehr als 600 Kilogramm wiegen.

Trotz ihrer Größe sind Elche erstaunlich schnell. Sie können bis zu 45 km/h laufen.

Elche sind hervorragende Schwimmer und suchen sogar unter Wasser nach Pflanzen. Dabei können sie mehrere Meter tief tauchen.

Die langen Beine sind perfekt an ihren Lebensraum angepasst. Sie helfen den Tieren, sich durch Sümpfe, Schnee und dichtes Unterholz zu bewegen.

Das imposante Schaufelgeweih tragen nur die männlichen Tiere. Es wird jedes Jahr neu gebildet und kann eine Spannweite von mehr als 1,50 Metern erreichen.

In der Natur können Elche etwa 15 Jahre alt werden.

Der deutsche Name „Elch“ stammt ursprünglich aus dem Althochdeutschen und bedeutet sinngemäß „großes Waldtier“.

Quelle: Zoo Rostock, Fotos: Matthias Drübbisch, Frida Jung