Die ersten Deutschen Meisterinnen und Meister im Ocean-Rettungssport stehen fest. Nach drei Wettkampftagen gingen die 1. Internationalen Deutschen Ocean Meisterschaften am Samstag (18.07.) in Warnemünde zu Ende. Rund 270 Sportlerinnen und Sportler aus 39 Clubs gingen bei der Premiere der von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ausgerichteten Titelkämpfe an den Start. In elf Disziplinen wurden erstmals deutsche Meistertitel im Freigewässer vergeben.
Titelkämpfe auf dem Rettungsski
Den Auftakt des von herausfordernden Wetterbedingungen geprägten Finaltags machte das Surf Ski Race. Auf dem Rettungsski (eine Art Kajak) ging es über einen 700 Meter langen Rundkurs durch die Ostsee. Hohe Wellen verlangten den Athleten einiges ab. Bei den Frauen knüpfte Anna-Fiona Volz (DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt) an ihre starken Leistungen der Vortage an und fuhr zum nächsten Deutschen Meistertitel. Louisa Waltermann (DLRG Harsewinkel) belegte Rang zwei, Janka Krohn (DLRG Gelsenkirchen-Buer) komplettierte das Podium. Auch bei den Männern war erneut kein Vorbeikommen an Clemens Wulkopf (DLRG Harsewinkel). Für den letzten Wettkampftag hatte er sich noch genügend Körner aufgespart und gewann auch das Surf Ski Race. Cyril Senften von der SLRG Innerschwyz paddelte auf Platz zwei, Lucas vom Eyser (DLRG Gelsenkirchen-Buer) wurde Dritter. Unter den Juniorinnen setzte Jessica Körner (DLRG Mönchengladbach) ihre starke Meisterschaft mit dem Gewinn des Deutschen Meistertitels fort. Runa Berthelsen vom schwedischen Jönköpings Simsällskap wurde Zweite, Hannah Weihs (DLRG Emsbüren) Dritte. Bei den Jungen triumphierte Simon Hoche (DLRG Gelsenkirchen-Buer) vor Craig McClymont (DLRG Harsewinkel) und Harry Chadwick vom Jönköpings Simsällskap.
Rettung unter Wettkampfbedingungen
Anschließend stand mit dem Rescue Tube Rescue eine Disziplin auf dem Programm, die den Einsatzalltag der Wasserrettung besonders gut widerspiegelt. Ein Flossenschwimmer bringt den Gurtretter zu einer im Wasser wartenden Person, ehe zwei weitere Teammitglieder die Rettung an den Strand vollenden. Bei den Frauen bewies die DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt einmal mehr ihre Stärke und holte den nächsten Deutschen Meistertitel. Silber ging an die DLRG Halle-Saalekreis, Bronze an die SLRG Innerschwyz. In der männlichen Konkurrenz führte ebenfalls kein Weg an Nieder-Olm/Wörrstadt vorbei. Die DLRG Halle-Saalekreis belegte Rang zwei vor der DLRG Harsewinkel. Bei den Juniorinnen gewann das Team des Jönköpings Simsällskap vor der DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt und der DLRG Halle-Saalekreis. Bei den Junioren setzte sich erneut die DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt durch. Die DLRG Halle-Saalekreis und die DLRG Harsewinkel komplettierten das Podium.

Mit der Oceanwoman/Oceanman Relay folgte die Staffelvariante der Königsdisziplin im Rettungssport. Vier Teammitglieder übernehmen jeweils eine der Disziplinen Brandungsschwimmen, Laufen, Rettungsbrett oder Rettungsski. Bei den Frauen krönte die DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt ihren starken Auftritt mit dem nächsten Deutschen Meistertitel. Nach Gold im Surf Ski Race war das bereits der dritte Tagessieg für Anna-Fiona Volz. Silber gewann die SLRG Innerschwyz, Bronze ging an die DLRG Schwerte. Auf Seiten der Männer triumphierte die SLRG Innerschwyz vor der DLRG Lüneburg und dem schwedischen Näset Surf Club. Auch in der Juniorenwertung entschieden nur wenige Meter über die Art des Edelmetalls. Bei den Mädchen gewann die DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt vor der DLRG Halle-Saalekreis und der DLRG Luckenwalde. Die Jungen der DLRG Harsewinkel verwiesen die DLRG Gelsenkirchen-Buer sowie die DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt auf die Plätze zwei und drei.
Den Schlusspunkt der Meisterschaften setzte die Mixed Ocean Relay. Frauen und Männer treten gemeinsam in einer Staffel an und absolvieren nacheinander die Disziplinen Brandungsschwimmen, Laufen, Rettungsbrett und Rettungsski. Die DLRG Gelsenkirchen-Buer sicherte sich den Deutschen Meistertitel. Silber ging an die SLRG Innerschwyz, Bronze gewann die DLRG Harsewinkel. Bei den Nachwuchsteams ließ die DLRG Harsewinkel der Konkurrenz keine Chance und gewann Gold vor der DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt und der DLRG Halle-Saalekreis.
Neue Juniorenwertung mit Harsewinkel an der Spitze
Erstmals traten in diesem Jahr auch Juniorinnen und Junioren bei den Freigewässer-Wettkämpfen an. Über alle Einzel-, Team- und Mixed-Wettbewerbe hinweg sammelte die DLRG Harsewinkel mit 454 Punkten die meisten Zähler und gewann die Gesamtwertung souverän vor der DLRG Halle-Saalekreis und der DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt. In der Vereinsgesamtwertung der offenen Altersklasse setzte sich die SLRG Innerschwyz mit 410 Punkten durch. Die Plätze zwei und drei belegten die DLRG Gelsenkirchen-Buer und die DLRG Harsewinkel.
Alle Ergebnisse sind unter dlrg.de/dom zu finden.
Über den Rettungssport
Der Rettungssport ist die Wettkampfvariante des Rettungsschwimmens. Er entstand aus der Idee heraus, Menschen für den Wasserrettungsdienst zu gewinnen. Denn gute Rettungssportler sind auch gute Rettungsschwimmer. Der Sport kann im Ernstfall helfen, Leben zu retten. Gleichzeitig können durch ihn Techniken zur Rettung verfeinert und perfektioniert werden. Kraft, Kondition, Schnelligkeit und die Beherrschung der Rettungsgeräte sind Voraussetzung dafür, im Wettbewerb konkurrenzfähig sein zu können.
Quelle: DLRG, Fotos: Steph Dittschar (DLRG)