Autofahrer kennen das: An manchen Parkplätzen weist ein kleines Schild darauf hin: „Bitte nur vorwärts einparken – Abgasbelastung!" Ganz ähnlich ergeht es in diesem Jahr den großen Kreuzfahrtschiffen in Warnemünde. Auch sie dürfen nur noch vorwärts „einparken", sprich: anlegen.
Bauarbeiten im Werftbecken
Mit Abgasen hat das hier allerdings nichts zu tun. Es geht vielmehr um mögliche Wasserverwirbelungen, die die Schiffsantriebe am Heck auslösen können. Hintergrund sind die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Werftbeckens und der künftigen Liegeplätze P09 bis P11.
Derzeit finden dort Wasserbau-, Abbruch- und Nassbaggerarbeiten statt. Um das Wasser im Seekanal und in der Ostsee vor dem Eintrag von Sedimenten und Schadstoffen zu schützen, gelten wasserrechtliche Auflagen – darunter eine Barriere aus Schlickvorhang und Blasenschleier. Damit dieser Schlickvorhang nicht beschädigt oder in seiner Funktion beeinträchtigt wird, müssen große Schiffe in dieser Kreuzfahrtsaison Einschränkungen hinnehmen.

Einschränkungen für Kreuzfahrtschiffe an P8
Per hafenbehördlicher Bekanntmachung wurde die maximale Liegeplatzlänge an P8 von bisher 410 auf nunmehr 385 Meter reduziert. Für Warnemünde ist das ein eher theoretisches Problem: Die bislang längsten Kreuzfahrtschiffe im Seebad messen 330 Meter – „Britannia", „Royal Princess", „Regal Princess" und „Sky Princess" teilen sich diesen Rekord.
Darüber hinaus hat Hafenkapitän Falk Zachau angewiesen, dass Schiffe an P8 grundsätzlich mit der (rechten) Steuerbordseite, also vorwärts, anlegen müssen. Für große Schiffe wie die „Sky Princess" oder die „Mein Schiff 7" bedeutet das: Sie können nicht mehr morgens beim Einlaufen wenden, sondern müssen abends nach dem Ablegen zum Drehen auf die große Wendeplatte im Überseehafen.
Ausnahmen sind für Schiffe mit einer Länge von maximal 285 Metern möglich. So lag etwa die „AIDAdiva" bei ihrem Schwesterntreffen mit der „AIDAmar" am 9. Mai mit der Backbordseite an P8 – beide konnten so direkt nacheinander auslaufen.