In der Nacht von Samstag auf Sonntag (17./18. Oktober 2026) muss an der deutschen Ostseeküste mit einer leichten Sturmflut gerechnet werden. Im Bereich Rostock/Warnemünde werden die höchsten Wasserstände gegen 3 Uhr morgens erwartet.
Sturmflutwarnung für die Ostseeküste
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat eine Sturmflutwarnung für die deutsche Ostseeküste herausgegeben. Am stärksten betroffen ist der Westen. In der Lübecker Bucht werden bis zu 125 Zentimeter über Normalhöhennull (NHN) erwartet, in der Kieler Bucht bis zu 115 Zentimeter. Westlich von Rügen, wozu auch Rostock zählt, sagt das BSH Wasserstände von bis zu 105 Zentimetern über NHN voraus.
Grund ist Tief „Irima“, das über die Ostsee zieht. Auf seiner Rückseite weht der Wind aus Nord bis Nordost und drückt das Wasser gegen die deutsche Küste. Der Deutsche Wetterdienst rechnet für Warnemünde mit Wind von rund 37 km/h und Böen bis 54 km/h.
Warnemünde: Modelle rechnen mit bis zu 121 Zentimetern
Die Prognose für Warnemünde ist allerdings mit Vorsicht zu genießen. Die beiden Vorhersagemodelle des BSH liegen für die Pegelstation deutlich auseinander. Das eine Modell rechnet mit einem Höchststand von 102 Zentimetern über NHN, das andere mit 121 Zentimetern. Der Scheitel könnte also auch etwas höher ausfallen als die 105 Zentimeter aus der offiziellen Vorhersage. Am höchsten wird das Wasser voraussichtlich gegen 3 Uhr in der Nacht zum Sonntag stehen.
Selbst im oberen Bereich der Prognose bleibt es in Warnemünde aller Voraussicht nach bei einer leichten Sturmflut der untersten Kategorie. In der Lübecker Bucht kratzen die erwarteten 125 Zentimeter dagegen schon an der Schwelle zur mittleren Sturmflut.
Mit größeren Schäden ist nicht zu rechnen. Boote sollten aber gesichert und tiefer liegende Parkplätze in Wassernähe nicht genutzt werden. Am Strand und auf den Molen ist bei Wind und hohem Wasser Vorsicht geboten. Zum Vergleich: Die 2020 in Betrieb genommene Sturmflutschutzwand am Alten Strom soll Warnemünde vor Wasserständen von bis zu 2,50 Metern schützen.
Wasserstände und Sturmflutkategorien an der Ostsee
An der Ostsee spricht man ab einem Meter über dem mittleren Wasserstand von einer Sturmflut. Streng genommen handelt es sich um ein Sturmhochwasser, denn Gezeiten spielen an der Ostsee kaum eine Rolle. Der Begriff Sturmflut hat sich trotzdem durchgesetzt.
leichte Sturmflut ab 1,00 Meter
mittlere Sturmflut ab 1,25 Meter
schwere Sturmflut ab 1,50 Meter
sehr schwere Sturmflut ab 2,00 Meter
Von der „Jahrtausendflut“ 1872 bis Zeetje 2019
Der höchste bekannte Wasserstand in Warnemünde wurde am 13. November 1872 gemessen. Bei der „Jahrtausendflut“ stieg die Ostsee im Seebad auf 2,71 Meter über dem Normalwert. Die letzte schwere Sturmflut in Rostock brachte am 2. Januar 2019 Sturmtief Zeetje. Damals wurden in Warnemünde 1,67 Meter gemessen. Noch in Erinnerung ist auch die Ostsee-Sturmflut vom 20. Oktober 2023. Sie traf vor allem Schleswig-Holstein. In Flensburg stieg das Wasser auf 2,27 Meter, so hoch wie seit 1872 nicht mehr.
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