Siegerehrung Philosophischer Literaturwettbewerb

Wie sehen Schüler die Zukunft der Menschen?

26. Februar 2010, von
Der Rostocker Liedermacher Toby Tigerfoot
Der Rostocker Liedermacher Toby Tigerfoot

Die Zukunft ist in unseren heutigen Zeiten des Klimawandels und des ständigen Fortschritts ja ein heikles und sehr spannendes Thema. Ob Hoffnung, Resignation oder das Warten auf die Apokalypse, die Vorahnungen über die Zukunft sind vermutlich genauso zahlreich wie die Menschen selbst.

Mit diesem Thema setzte sich auch der Philosophische Wettbewerb auseinander, der gemeinsam vom Institut für Philosophie der Universität Rostock und dem Literaturhaus Rostock durchgeführt wurde. Unter der Fragestellung „Was wird der Mensch?“ wurden in ganz Mecklenburg-Vorpommern alle Schüler der 9. und 10. Klassen aller Schulen zum kreativen Schreiben aufgefordert. Ob Gedicht, Geschichte oder kleines Theaterstück blieb den Schülern dabei freigestellt.

Die Erstplatzierte Wibora Broschinski
Die Erstplatzierte Wibora Broschinski

Insgesamt 78 Beiträge wurden zu diesem Wettbewerb aus dem ganzen Bundesland eingereicht, von denen am Ende die sechs besten ausgewählt wurden. Die Jury, bestehend aus Rostocker Philosophiestudenten und Didaktiker Christian Klager (der mir übrigens zu seinen Zeiten als Referendar unfreiwillig die lustigste Deutschstunde meines Lebens geschenkt hat), hatte dabei keine leichte Aufgabe.

Eine konkrete Vorstellung über den Siegertext gab es zunächst nicht, die Hauptaspekte Mensch und Zukunft sollten aber in besonderem Maße miteinander verknüpft werden. Kreativität und Originalität sind bei der Bewertung ebenfalls wichtige Punkte, die in der Jury allerdings mehrfach heftige Diskussionen auslösten.

Am heutigen Freitagvormittag wurden die sechs Preisträger kurzzeitig von ihrer Schulpflicht befreit und ins Literaturhaus Rostock eingeladen, um ihre Texte dem Publikum und der Jury noch einmal vorzutragen und ihre Preise entgegen zu nehmen.

Die Zweitplatzierte Mara Randt
Die Zweitplatzierte Mara Randt

Zur Auflockerung der gespannten Stimmung und Einführung in die Thematik gab es zuerst einmal musikalische Unterhaltung. Der Rostocker Liedermacher und Weltenbummler Toby Tigerfoot stellte mit Gesang und Akustikgitarre drei seiner Songs vor und erreichte damit punktgenau den Nerv des jungen Publikums.

Den Nerv der Jury schien dafür Wibora Broschinski von der Werkstattschule Rostock getroffen zu haben, deren Text als einziger die volle Punktzahl erreichte und damit klar den ersten Platz erlangte. In ihrer Laudatio lobt die Jury besonders die ungewöhnliche Bildgewalt der Metaphern und das sprachlich hohe Niveau, das die Schülerin in ihrem Text bewiesen hat. Ihre Kurzgeschichte „Das Interview“ handelt von einem Wesen, das auf einer Wolke sitzend über Vergangenheit und Zukunft der Menschheit nachdenkt.

Die Drittplatzierte Marielle Flucke
Die Drittplatzierte Marielle Flucke

Den zweiten Platz erreichte Mara Randt, ebenfalls Schülerin der Werkstattschule. Ihre Geschichte „Die letzten Erdenjahre“ hat die Jury sehr berührt und mit ebenfalls hohem sprachlichen Niveau und Kreativität überzeugt. Der Text zeigt das bewegende Schicksal eines Mädchens 150 Jahre nach unserer Zeit, als der Klimawandel schon weit fortgeschritten ist und plötzlich das Ende der Welt bevorsteht.

Als Drittplatzierte wurde schließlich noch die Stralsunder Schülerin Marielle Flucke geehrt. Ihr fiktiver Text spielt ebenfalls in der Zukunft und ist sehr düster gehalten. Ihrer Vorstellung nach erfinden die Menschen Drogen für schnellere Denkprozesse und zur Wissenserweiterung, mit denen sie sich letztendlich selbst zu Grunde richten.

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