Das Rostocker Rathaus

Ein architektonisches Potpourri

1. Oktober 2009, von

Am weitläufigen Neuen Markt stehen so einige schicke Häuschen rum. Mit Stuck und spitzen Türmchen sehen sie zwar äußerst romantisch aus, beherbergen aber so profane Dinge wie Bäckereien und Apotheken. Nun gut, man ist im heute angekommen, und irgendwie muss man ja die deprimierende Wirkung des Möwenbrunnens ausgleichen.

Wer den Blick von diesen kleinen Konsumtempeln abwenden kann, lässt ihn vielleicht einmal zu einem anderen, zartrosa gestrichenen Gebäude wandern. Das Rostocker Rathaus ist schon mutig – pink, das haben wir nicht mal in Berlin (und das ist auch gut so!).

Das Rostocker Rathaus

Ich mache ein Foto. Einfach aus Respekt. Sowas muss man festhalten. – Zu Hause am Computer bemerke ich dann: oh, da ragt ja noch etwas über das hinaus. Tatsächlich: das Rostocker Rathaus vereint zwei verschiedene Architekturstile. Na, dafür sieht es ja noch ganz ordentlich aus…

Die schicken Spitzen, die da so schüchtern über das Pink herüberlinsen, sind Teil des ursprünglichen, gotischen Baus, der im Mittelalter errichtet wurde. Übrigens ein wahres Prachtexemplar der hier so verbreiteten Backsteingotik – leider sieht man nicht mehr so viel davon.

Der gewagte barocke Vorbau kam im 18. Jahrhundert hinzu, nachdem bei einem Unwetter Teile des alten Hauses zerstört worden waren. Nun, das kann man schon verstehen, dass die das neu machen wollten. Aber warum barock – und warum rosa?

Die spinnen, die Rostocker.

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