RSAG startet Plakatkampagne gegen Schwarzfahrer

Anlässlich der Anhebung des Erhöhten Beförderungsentgelts auf 60 Euro startet die RSAG eine Plakatkampagne gegen Schwarzfahrer

26. August 2015
RSAG startet Plakatkampagne gegen Schwarzfahrer - Jochen Bruhn, Kaufmännischer Vorstand RSAG (links) und Grafiker Peter Bauer
RSAG startet Plakatkampagne gegen Schwarzfahrer - Jochen Bruhn, Kaufmännischer Vorstand RSAG (links) und Grafiker Peter Bauer

„Wir befördern auch Schwarzfahrer für 60 €“: So lautet die unmissverständliche Botschaft auf zahlreichen Citylight-Plakaten, die ab heute in der Hansestadt zu sehen sind. Gemeinsam mit dem Grafiker Peter Bauer stellte RSAG-Vorstand Jochen Bruhn die aktuelle Kampagne der RSAG vor. „Schwarzfahrer wird es immer geben. Die Anhebung des Bußgeldes auf 60 Euro wird dessen abschreckende Wirkung hoffentlich verstärken. Unsere Plakate sind ein netter, aber ernst gemeinter Appell, doch bitte immer mit einem gültigen Fahrschein unterwegs zu sein. Bei der Gestaltung der Plakate haben wir uns bewusst für ein auffälliges Layout in scharz-gelb entschieden, und nicht im typischen RSAG-blau“, erläutert Jochen Bruhn die Marketing-Aktion.

Schwarzfahren ist seit 1. August 2015 teurer. Wer im Verkehrsverbund Warnow ohne gültiges Ticket in Bussen und Bahnen erwischt wird, muss ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 60 Euro zahlen. Davor waren 40 Euro fällig. Und doch gibt es immer noch etliche Fahrgäste, die bewusst schwarzfahren und das Risiko, erwischt zu werden, billigend in Kauf nehmen. „Die Kontrollen sind deshalb wichtig und notwendig, denn Schwarzfahrer fahren auf Kosten anderer. Da sind wir gegenüber unseren zahlenden Fahrkunden, die ordnungsgemäß einen Fahrschein gekauft haben, in der Pflicht“, bekräftigt Jochen Bruhn. „Die Anzahl der eingesetzten Kontrolleure muss dabei immer neu geprüft werden“, so Bruhn weiter.

Die RSAG kontrolliert täglich rund um die Uhr in den Bussen und Bahnen der RSAG sowie auf der Fähre Kabutzenhof – Gehlsdorf. Das gesamte Liniennetz wird flächendeckend im Schichtsystem kontrolliert. Von rund 755.000 kontrollierten Fahrkunden in Bus und Straßenbahn erwischten die Kontrolleure der RSAG in 2014 rund 8.600 Schwarzfahrer. Insgesamt waren etwa 39,4 Mio. Fahrkunden im vergangenen Jahr in den Bussen und Bahnen der RSAG unterwegs. Die Kontrollquote liegt damit bei knapp 2 Prozent. Die Verluste, die durch Schwarzfahren entstehen, lassen sich nicht exakt beziffern. „Wir gehen von rund 400.000 € pro Jahr aus“, erläutert Jochen Bruhn. Hinzu kommen die Folgekosten für die Justiz und die möglichen Gerichtsverfahren.

Schwarzfahren ist nämlich kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 265a StGB. „Erschleichen von Leistungen“, wie es im Juristen-Deutsch heißt. Die RSAG bringt nicht jeden Fall automatisch zur Anzeige: Ein Strafantrag wird erst nach Versand einer Mahnung bei Nichtzahlung oder bei Betrug gestellt. Generell bittet die RSAG um Verständnis für die Kontrollen und um ein höfliches und angemessenes Verhalten gegenüber den Kontrolleuren. Die Kontrolleure wiederum sind zu einem freundlichen, höflichen und korrekten Umgang gegenüber den Fahrkunden angehalten.

Hintergrund:
Die Höhe des Bußgeldes wird nicht durch die Verkehrsbetriebe festgelegt Das bundesweit einheitliche Bußgeld betrug bislang 40 Euro und war seit 2003 nicht mehr erhöht worden. Der vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) erarbeitete Verordnungsentwurf zur Anpassung des erhöhten Beförderungsentgelts (EBE) wurde vom Bundesrat in seiner Sitzung am 8. Mai beschlossen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Länder hatten die Anpassung gefordert, um notorische Schwarzfahrer stärker abzuschrecken.

Quelle & Foto: Rostocker Straßenbahn AG

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3 Kommentare

  • Thomas L. sagt:

    Anstelle tausende Euro mit komplett überflüssigen Marketing-Aktionen und überflüssigem Pedelec-Blödsinn zu verschwenden sollte die RSAG lieber ihre Beförderungspreise niedrig halten – einer Ursache für Schwarzfahren. Höhere Bußgelder werden gar nichts ändern.

  • Andreas H. sagt:

    @Thomas L.

    2€ für einen fahrausweis mit dem ich (mit etwas grips) durch die ganze stadt fahren kann sind natürlich viel zu hoch. Für sie lieber Herr L. würde ich in zukunft ein taxi empfehlen damit sie sich mal an preise gewöhnen. Und das sie hier über die pedelec’s schimpfen zeigt am ende nur das man sich mit ihnen nicht über marketing unterhalten sollte.

    60€ sind viel zu niedrig und ich fordere eine anhebung auf 120€ + 20 arbeitsstunden (bus und bahn reinigen)

  • Markus B. sagt:

    So siehts nunmal aus wenn ein eigentlich in öffentliche Hand gehörender Betrieb großteils privatisiert und möglichst an Profitmaximierung orientiert wird.
    Ohne Sinn und Verstand an den Bürgern vorbei die jahrelang beibehaltene Linienführung verschandeln und dafür auch noch ordentlich zugreifen bei denjenigen die es sich offensichtlich (!!) nicht leisten können.
    Und wenn die Schaffner dann mal wieder ne ältere Dame die sich mit dem Kartenautomat überfordert fühlt wie ne Kriminelle behandelt oder ne 13 Jährige die es gerade noch in eine volle Bahn geschafft hat zum weinen bringt weil da Zehn Leute in der viel zu kleinen Bahn vor dem Automaten stehen und sie nicht rankommt..ganz ehrlich das sind doch keine Menschen, die sich an dem Beruf mit lachen ergötzen.
    In dem Betrieb gehört mal richtig aufgeräumt und zurück-vergesellschaftet, ein guter Teil der Leute gehört dabei an die Wand gestellt.

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