Tag des offenen Denkmals 2018 in Rostock

Unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ steht auch die 800-jährige Geschichte von Rostock im Mittelpunkt des diesjährigen Tages des offenen Denkmals am 9. September 2018

Auch das ehemalige Telegraphenamt in der Buchbinderstraße kann am Tag des offenen Denkmals am 9. September 2018 in Rostock besichtigt werden (Foto: Archiv)
Auch das ehemalige Telegraphenamt in der Buchbinderstraße kann am Tag des offenen Denkmals am 9. September 2018 in Rostock besichtigt werden (Foto: Archiv)

Die 800-jährige Geschichte der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und das Europäische Kulturerbejahr unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ stehen im Mittelpunkt des diesjährigen Tages des offenen Denkmals am 9. September. Livemusik im Denkmal, Führungen für Kinder durch die Marienkirche, kulinarische Kostproben aus verschiedenen Regionen Europas und Entdeckungen in der Takelage an Bord der SANTA BARBARA ANNA gehören unter anderem zu den Angeboten, teilt das Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen mit. Bereits am 8. September eröffnet ein traditionelles Benefizkonzert zugunsten der Sanierung der Marienkirche den geschichtsträchtigen Veranstaltungsreigen.

Nicht nur die europäische Geschichte ist vielfach miteinander verwoben, auch Rostock als alte Hansestadt lebte und lebt vom vielfältigen Austausch mit anderen Völkern und Kulturen. Der Hafen als Grundlage des Fernhandels ermöglichte Rostock den Aufstieg zu einer bedeutenden mittelalterlichen Hansestadt. An vielen Gebäuden lassen sich noch heute Spuren der damaligen Handelstätigkeit nachweisen: So kam zum Beispiel Bauholz aus dem Baltikum und Schiefer aus England. Da es hier keine Vorkommen von Natursteinen gab der sich gut bearbeiten ließe, wurde Kalkstein in großen Mengen aus Gotland importiert.

In den dortigen Steinbrüchen wurden die Grabplatten, Treppenstufen, Gehwegplatten sowie Säulen und Kapitelle schon in Form gebracht. Man kann sich das fast wie einen mittelalterlichen Baumarkt vorstellen, in dem alle Hansestädte einkauften. Manchmal gab es wohl auch Sonderangebote, wie die Zusammenstellung unterschiedlicher Säulen und Kapitelle im Kapitelsaal (heute Mensa) der Hochschule für Musik und Theater vermuten lässt.

Das Kloster wurde ab 1243 von den Mönchen der Franziskaner schrittweise aufgebaut. Der Orden wurde 1212 in der Toskana von Franz von Assisi gegründet und verbreitete sich schnell in ganz Europa. Mit den Klöstern kam auch die Technik des Ziegelbaus aus Norditalien zu uns.

Als weitere Baudenkmale, an denen die Vernetzung von Rostock mit der Welt eine Rolle spielt, seien gotische Kirchen und Tore, alte Handelshäuser, historische Schiffe und das Telegrafenamt genannt.

Inzwischen ist die Idee des Tags des offenen Denkmals nicht nur in Europa populär sondern auch in anderen Erdteilen wie zum Beispiel in Südamerika.

Programm

Auftaktveranstaltung am 8. September

  • Hochschule für Musik und Theater (HMT), Beim Katharinenstift 8, Orgelsaal
    20 Uhr Traditionelles Benefizkonzert des Ortskuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) gemeinsam mit der Hochschule für Musik und Theater zugunsten der Sanierung der Marienkirche:
    Karina Chalenko, Saxofon: Stücke von Bach, Mozart und Piazolla Dazu wird ein kurzer Bericht über die bisherigen Restaurierungsmaßnahmen von St. Marien gegeben.
    Karten bei den Vorverkaufskassen und an der Abendkasse; Eintritt 15 Euro zzgl. VVK

9. September

Südstadt

  • Musik Live im Denkmal: Ehemaliges DMR-Gelände Erich-Schlesinger-Str. 62
    10 bis 16 Uhr
    Anreise: Mit dem Bus ab Hbf. Nord: Linie 23 bis zur Haltestelle „Lessingstraße“, durch den Tunnel, dann rechts; Linie 26 von Hbf.
    Süd bis Haltestelle „Dieselmotorenwerk“, Parkplätze sind auf dem Firmengelände vorhanden.
    Halle 3: laufend Besichtigungen
    Konzert der Bigband des Konservatoriums „Amt 44“: 12 bis 12.30 Uhr und 13 bis 13.30 Uhr; Halle 4: Vorstellung Konzept E-Werk: Der erste Co-Working Space in Rostock bietet für die Start-Up-Szene eine entspannte Atmosphäre zum Arbeiten. Einfach Schreibtisch mieten und loslegen!
    In den Hallen wurden zuerst Eisenbahnfahrzeuge gewartet und später Schiffsmotoren gebaut. Diese technischen Geräte ermöglichen es, entfernte Orte und Menschen miteinander zu verbinden. 1886 entstan d eine Werkstatt für die neu gebaute Lloydbahn, der Kern der Halle 4. Halle 3 entstand 1907 als Lokomotiv-Werkstatt im damals neuen Material Stahlbeton. Außen schlicht, entfaltet die Halle ihre besondere Atmosphäre im Innern, einer Kirche nicht unähnlich. 1908 entstand als Erweiterung der Halle 4 ein Anbau in ähnlicher Konstruktion und Gestaltung, in der sich heute das E-Werk befindet. 1936 wurde aus der Eisenbahnwerkstatt das RAW (Reichsbahnausbesserungswerk). Damit verbunden war der Bau weiterer großer Hallen und Gebäude. 1950 erfolgte die Übernahme des Geländes durch das Dieselmotorenwerk Rostock (DMR).

Innenstadt

  • Beginenberg 2
    10 bis 17 Uhr Ausspanne(n) bei Maria Pistor
    Kulinarische Angebote
    Jette Müller: Lichtwärts: Natur-Design-Unikate; Strandgut-Kunst mit Wort-Poesie Ines Heinrich; Handwebmeisterin, stellt ihre Arbeiten im Gewölbekeller und romantischen Wildgarten aus. 12 und 14.30 Uhr Vorführungen auf dem Miniwebstuhl , Renate Heinrich: Holzobjekte.
    Hier haben Reisende früher ihre Pferde ausspannen und versorgen können, daher stammt die Bezeichnung Ausspanne. Der Gewölbekeller datiert auf die Zeit um 1670.
  • Kuhtor – Hinter der Mauer 2
    10 bis 17 Uhr Besichtigung und kulturelle Angebote Es ist das älteste Tor Rostocks, 1262 urkundlich erwähnt. Ursprünglich war es der südliche Stadteingang, bald jedoch ging diese Funktion an das Steintor über. Danach diente das Tor dem Viehaustrieb. Später war es Gefängnis und Wohnhaus. Nach Wiederaufbau des im II. Weltkrieg stark beschädigten Gebäudes war es lange Zeit Sitz des Literaturhauses; heute werden hier Weiterbildungsangebote zur Mediation in stimmungsvoller Atmosphäre angeboten.
  • Ruhepol – Wollenweberstraße 62b
    Ehemals Speicher, Schmiede und Brauhaus
    10 bis 17 Uhr
    Der „Hausmusik plus e. V.“ lädt ein zu einer Reise mit klassischer Musik. Dazu werden kleine kulinarischen Kostproben aus verschiedenen Regionen Europas gereicht. Besichtigung der historischen Gewölberäume und des Hofes.
    Bier verbindet Menschen nicht nur am Stammtisch, sondern auch übers Meer. Es war zur Hansezeit ein großer Exportschlager der Rostocker Brauereien und wurde vor allem in Skandinavien gerne getrunken. Von der ehemaligen Voßschen Brauerei haben sich das Sudhaus (um 1800) und mehrere Speicher erhalten, die sich um einen idyllischen Wohnhof gruppieren. Im straßenseitigen Speicher wurde im 19. Jahrhundert eine Schmiede eingerichtet, in dessen eindrucksvollen Räumlichkeiten ein Ort der Behaglichkeit und Entspannung entstanden ist.
  • Kirchhaus, Bei der Nikolaikirche 5
    10 bis 13 Uhr
    Besichtigung der Wandmalerei in der Diele Kirchhaus der Nikolaikirche mit spätmittelalterlichen Wandmalereien
  • Petrikirche, Alter Markt
    10 bis 18 Uhr geöffnet.
    13, 15 und 17 Uhr Führung zu verborgenen Wendeltreppen Die Basilika stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im II. Weltkrieg verlor sie den Turm und brannte aus. Danach erfolgte der schrittweise Wiederaufbau, der 1995 mit dem Aufsetzen des Turmhelms im Wesentlichen abgeschlossen wurde. Der imposante, insgesamt 117 Meter hohe Turm der Petrikirche diente nicht nur dem Ruhme Gottes und der Stadt, sondern war und ist auch heute noch ein eingetragenes Seezeichen, an dem sich die Seefahrer schon von weitem orientieren können.
  • Speicher und Schornstein, Pferdestraße 2 (Ecke Harte Straße)
    10 bis 13 Uhr
    Besichtigung der Baustelle mit Erläuterungen der bauhistorischen Untersuchungsergebnisse und der neuen Nutzungspläne durch Planer und Bauherr Den Speicher nutzte von 1812 bis 1880 eine Kornhandelsgesellschaft und Schiffsreederei. Es folgten eine „Materialwarenhandlung en gros“ und Anfang des 20. Jahrhundert die mecklenburgische Kaffee-Import-Rösterei sowie das nordische Malzkaffeewerk. In den 1940er Jahren übernahm eine Spedition den Komplex. Der historische Speicher wird derzeit zu einem modernen Büro- und Wohngebäude umgebaut.
  • St.-Marien-Kirche
    11 bis 17 Uhr
    Turmführung: 11, 13 und 15 Uhr; Kinderführung: 11 und 15 Uhr; Gewölbeführung: 11.30 und 14 Uhr; Orgelführung: 13 und 15 Uhr; Kunstgeschichtliche Führung: 14 Uhr.
    Fairer Kaffee, Kuchen, Basar. Informationen des Fördervereins In Nordfrankreich entwickelte sich die Gotik beim Bau der riesigen Kathedralen zu ihrer vollen Blüte. Nordeuropäische Baumeister konnten im Gegensatz zu Frankreich nicht auf Natursteinvorkommen setzen und mussten auf das hiesige Material, den gebrannten Ziegel, zurückgreifen. Dabei entstand ein eigener ausdruckstarker Baustil: Die Backsteingotik.
    Ab Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen, wurde an der Kirche in gestalterisch unterschiedlichen Phasen bis ins 15. Jahrhundert gebaut.
    Der Chor diente als Vorbild für den Bau der Petrikirche in Riga. Die Astronomische Uhr von 1472 stellt mittelalterliches High-Tech dar und funktioniert bis heute. Seit dem 1. Januar hat sie eine neue Kalenderscheibe.
  • Eselföterstraße 26
    10 bis 17 Uhr
    Führung durch die großzügigen und gegenwärtig leeren Räume Der Kern des Gebäudes geht auf die Zeit um 1550 zurück. Erhalten hat sich davon die prächtig bemalte Renaissance-Decke, die im Erdgeschoss zu bewundern ist. Um 1800 wurde der klassizistische Giebel vorgeblendet, im Innern führt eine Treppe mit verziertem Geländer in das Obergeschoss, in der sich die ehemaligen repräsentativen Wohnräume mit reichem Stuck und historischen Türen befinden.
  • Koßfelderstraße 11
    10 bis 13 Uhr
    Führungen durch das Haus in kleinen Gruppen (evtl. Wartezeiten) (Bitte Privatsphäre respektieren und keine Fotos im Haus aufnehmen.) Hinter der wohl proportionierten Fassade von 1875 verbirgt sich eine überraschend reiche Innenausstattung. Von 1870 und 1910 trug der Rechtsanwalt Friedrich Groth wertvolle Ausstattungstücke aus dem nordeuropäischen Raum zusammen, wie das getäfelte Speisezimmer mit Schnitzereien von 1589, die Windfangtür aus dem 16. Jahrhundert, Delfter Kacheln sowie Glasmalereien aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Diese Sammlung ist das einzig überkommene Beispiel in Rostock für die traditionsbewussten aber auch weltoffenen Interessen des hanseatischen Bürgertums.
  • Hausbaumhaus – Wokrenterstraße 40
    10 bis 17 Uhr
    Führungen durch das spätgotische Kaufmannshaus, Ausstellung zu anderen Hausbaumhäusern, Informationen zur Deutschen Stiftung Denkmalschutz, durch deren finanzkräftige Unterstützung viele Denkmale gerettet werden. Vor Ort ist das Ortskuratorium Rostock aktiv. Regelmäßig finden im Haus entsprechende Veranstaltungen statt, so im Herbst zu dem Thema „Industriedenkmalpflege in Rostock: Der Fischereihafen“. siehe: www.denkmalschutz.de/ueber-uns/ortskuratorien/ortskuratorium-rostock.html
    Dieser um 1490 errichtete Typ des hanseatischen Kaufmannshauses ist im gesamten Ostseeraum zu finden. Deswegen fühlt man sich in anderen Hansestädten wie Tallinn (Foto) sofort heimisch. Im Innern ist die typische Struktur erhalten geblieben. Der Hausbaum ist ein massiger Eichenstamm, der auf einem eigenen Fundament im Keller steht und die Last der Holzbalkendecke über der Diele trägt. Dadurch entstand im Erdgeschoss eine große Halle mit nur einer Stütze.
  • Segelschiff SANTA BARBARA ANNA, Stadthafen
    10 bis 18 Uhr Besichtigung
    Führung: zu jeder vollen Stunde durch Mitglieder der Crew Spezialführung zur Takelage des Schiffes und Erläuterung anderer Großseglertypen Workshops und Vorführungen traditioneller maritimer Handwerkstechniken wie Spleißen, Nähen von Segeln, Knoten, Bekleeden (Umwickeln eines Taus).
    Das Schiff wurde 1951 in England als Fischtrawler gebaut und 1985 zum Dreimast-Toppsegelschoner umgerüstet. 1993 erwarb Joseph Maria Kelly das Schiff, benannte es nach seiner Mutter und renovierte es für die Kelly Family. Bei ihren Fahrten kam es auch nach Rostock und blieb. 2000 bis 2013 betrieb „Odin 1 e.V.“ und jetzt „Bramschot e.V.“ den Großsegler, um das traditionelle Segelhandwerk zu pflegen und an die nächste Generation weiterzugeben. Auch wenn das Schiff nicht auf der Denkmalliste Rostock steht, gehört es doch zu uns erem maritimen Erbe.
    Gelistet ist es seit 2013 auf der „Overseas Watch List“ der National Historic Ships UK, einer britischen Organisation, die ein Register der historischen britischen Schiffe führt.
  • ehemaliges Telegraphenamt, Buchbinderstraße 1-3
    11 bis 17 Uhr
    Besichtigung von Innenräumen in Abhängigkeit vom Baufortschritt; Gesamtentwurf: Niehaus Architekten, Berlin.
    Vorstellung der laufenden Sanierungsarbeiten in der Schalterhalle im Erdgeschoss durch das Architekturbüro buttler architekten GmbH.
    Präsentation der bauhistorischen Untersuchung durch die Restauratoren Philipp Schubert und Heiko Brandner Das Telefon verbindet Menschen über Länder und Kontinente hinweg.
    Ferngespräche mussten früher vermittelt werden, das geschah hier im Telegrafenamt. Gerhardt Hantusch zeigt historische Telefone aus seiner Sammlung, die zwischen 1906 und 1990 benutzt wurden.
    1879 bis 1881 wurde die „Kaiserliche Post“ als reich verzierter neogotischer Backsteinbau in der Wallstraße errichtet. 1904-06 entstand in der Buchbinderstraße ein großzügiger Anbau. Dieser Flügel erlitt bei den Bombenangriffen 1942 Zerstörungen im Dach und erhielt unverzüglich ein Notdach. Alle technischen Einrichtungen konnten weiter betrieben werden. In den 50er Jahren wurde das Gebäude aufgestockt, verputzt und als Fernmeldeamt Rostock genutzt. Vom Hauptgebäude an der Wallstraße blieb nur das notdürftig reparierte Erdgeschoss übrig. 1959 entstand hier ein moderner Neubau, der bis heute fernmeldetechnisch genutzt wird.
    Der historische Flügel an der Buchbinderstraße wird gegenwärtig zu Büros und Wohnungen umgebaut.
  • Kloster zum Heiligen Kreuz, Klosterhof 7
    10 bis 18 Uhr, Eintritt frei
    „Rostock. Jetzt 800. Die Ausstellung zum Stadtjubiläum.“ Um 11 und 15 Uhr werden Führungen und damit eine beeindruckende Zeitreise angeboten. Solch eine umfassende Darstellung der bewegten Geschichte der Stadt war bisher noch nicht zu sehen.
    Das Kloster wurde 1270 als Zisterzienser-Nonnenkloster gestiftet. Der Orden der Zisterzienser war damals europaweit organisiert, gestalterische Ideen wurden intensiv ausgetauscht. Besondere Beziehungen hatte das Kloster zum dänischen Königshaus.
  • August-Bebel-Str. 55 – Zeecksche Villa
    10 bis 17 Uhr
    Besichtigung der Villa und Erläuterung zu den laufenden
    Sanierungsarbeiten: Bräuer Architekten
    Präsentation der bauhistorischen Untersuchung durch Restaurator Jörg Schröder Die Villa wurde 1909 für die Kaufmannsfamilie Zeeck errichtet, der das im II. Weltkrieg zerstörte gleichnamige Kaufhaus in der Kröpeliner Straße gehörte (heute Peek & Cloppenburg). Der renommierte Architekt Paul Korff gestaltete die Villa als verspielten zweigeschossigen Putzbau mit hohem Walmdach. Die Fassade wird durch vielfältigen bauplastischen Schmuck aus Betonwerkstein belebt. Die reichhaltige Innenausstattung ist weitestgehend erhalten geblieben, da die Sektion Physik der Universität das Gebäude jahrzehntlang pfleglich behandelte. Auch der neue Nutzer, die Verwaltung der arcona Management GmbH, will dieses historische Ambiente erhalten und denkmalgerecht sanieren.
  • Kröpeliner Tor – Geschichtswerkstatt
    10 bis 18 Uhr , Eintritt frei
    „Rostock. Meine Geschichte“. Ausstellung der Geschichtswerkstatt Rostock zum Stadtjubiläum mit persönlichen Erinnerungen der Einwohnerinnen und Einwohner. Führungen durch die Ausstellung:
    11 Uhr mit Dr. Antje Strahl und einem Leihgeber
    15 Uhr mit Anne Paschen und einer Leihgeberin Von 10 bis 14 Uhr beantwortet Dr. Antje Strahl und von 14 bis 18 Uhr Anne Paschen Fragen der Besucher Ein Tor hat immer zwei Funktionen: Schutz zu gewähren und Einlass zu ermöglichen. Ein Stadttor verbindet den heimischen Ort mit der Fremde.
    Das repräsentativste Stadttor Rostocks entstand in 2 Phasen: Der Unterbau stammt vom Ende des 13. Jahrhunderts, die Obergeschosse aus dem 14. Jh. 1969 erfolgte der Umbau zum Museum, heute zeigt hier die Geschichtswerkstatt Rostock e.V. Ausstellungen.
  • Geschichtsrundgang KTV | Treffpunkt 11 Uhr am Kröpeliner Tor
    Gerd Hosch von der Geschichtswerkstatt zeigt in einem Rundgang die Entwicklung der KTV vom agrarisch geprägten Gebiet im 19. Jahrhundert zum Industriestandort und schließlich zum beliebten Wohngebiet.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV)

  • Peter-Weiß-Haus (ehemals HdF) – Doberaner Straße 21
    11 bis 16 Uhr Führungen durch das Haus
    Gastronomie mit frischem Essen; Spätsommerflohmarkt; Das „Dokumentationszentrum Lichtenhagen“ beleuchtet die Hintergründe der Ausschreitung von 1992,
    13 Uhr Führung durch die Ausstellung
    15 Uhr Archivvorstellung
    17 Uhr Diskussionsrunde mit artistgroup Schaum
    19 Uhr Filmvorführung
    Das Gebäude wurde 1864 als Ausflugsgaststätte Steinbecks Keller über einem alten Bierkeller erbaut. 1884 übernahm es die Brauerei Mahn und Ohlerich und ließ 1890 durch Ludwig Möckel, dem Architekten des Ständehauses, einen neugotischen Saal anbauen. 1936 erfolgten Erweiterungen durch Walther Butzek. Von 1950 bis 1989 war es Haus der deutsch-sowjetischen Freundschaft, jetzt ist es ein Kultur- und Veranstaltungsgebäude. Die Sanierung erfolgt schrittweise bei laufendem Betrieb.
  • Heiligen-Geist-Kirche, Margaretenstraße 8
    11 bis 16 Uhr Kirchen-und Turmführungen
    16 Uhr Konzert mit dem Ensemble des Konservatoriums „ConViolissimo“ unter Leitung von Natalia Chernogor Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 4 Wolfgang Amadeus Mozart: Cembalokonzert Nr. 2 Friedrich Händel: Violinensonate IV Als letzter großer Kirchenbau Mecklenburgs unter Leitung des Berliner Architekten Prof. Johannes Vollmer im neogotischen Stil erbaut und 1908 geweiht.
  • Ehemaliges Hansakino Maßmannstraße 14, heute Fitness-Studio
    10 bis 17 Uhr
    Besichtigung. Statt Spielfilme werden hier jetzt die Muskeln spielen gelassen.
    Kleine Ausstellung zur Geschichte des Hauses.
    Das Kino wurde 1937 als Hansa-Theater eröffnet. Der Architekt Erich Bentrup entwarf einen zweigeschossigen Backsteinbau mit großem Walmdach.
    Er verwendete sparsam expressionistische Motive wie schmale Ziegelbänderungen und schräg gestellte Mauerwerkspfeiler. Die Vorhalle mit dem Flachdach orientiert sich dagegen an der klassischen Moderne. Die plastischen Figuren von Max Preibisch bilden mit der Architektur eine Einheit. 2015 wurde das Gebäude zum Fitness-Studio „clever fit“ umgebaut. Der historische Charme ist dabei weitestgehend erhalten geblieben.
  • BauGut, Doberaner Str. 43d
    11 bis 17 Uhr
    Seit 20 Jahren handelt die Firma mit nachhaltigen Baustoffen, die besonders gut für die Sanierung von Denkmalen geeignet sind.
    Workshop und drei Vorträge: Bauen mit Lehm, Einsatz von Naturfarben sowie Schimmelbekämpfung mit Kalk. Bitte rechtzeitig anmelden, genaue Infos unter www.baugut–rostock.de
  • Halle 207, Hellingstraße 1
    16.30 Uhr
    Führung mit Gerhardt Schmeling, ehemaliger Direktor Produktion der Neptun Werft und Peter Martins, technischer Leiter des Volkstheaters mit Blick hinter die Kulissen Die Halle 207 wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und war einst Teil des größten Industriebetriebes Mecklenburg-Vorpommerns, der Neptunwerft.
    Inzwischen ist die Halle zu einem beliebten Veranstaltungsort geworden, so auch für den Theatersommer.
  • Weitere Angebote: „KTV sehenswert 2018“
    Der KTV-Verein zeigt noch weitere Objekte, Läden und Werkstätten. Um 15 Uhr beginnt am Vorplatz des Volkstheaters ein Stadtteilrundgang. Das aktuelle Programm findet sich unter: www.ktv-verein.de
  • Mühlendammschleuse, Mühlendamm 37
    10 bis 16 Uhr
    Volksfest an der Schleuse: Großes Angebot an Kinderspielen, Speisen und Getränken sowie Souvenirs; Ausstellung zur Historie und Technik sowie der Studie zur neuen Nutzung der Schleuse, Grandioser Blick von der 30-Meter-Aussichtsplattform, Feuershow mit Arne Feuerschlund, historische Schwertkämpfe der Schwert-Greifen Rostock, Holzkunst von und mit Klaus-Dieter Meyer, Ausstellung der Societät Rostock maritim e.V.
    Es präsentieren sich: Rostocker Bürgerinitiativen, der Verein Technische Flotte e.V.; der ADFC; Drachenboote sowie Stadtpaddler.
    Die Schleuse wurde 1886 eröffnet und ist damit eine der ältesten in Deutschland. Sie ist Teil eines Wasserstraßenprojektes, das Rostock über die Warnow und die Havel mit Berlin verbinden sollte, aber nie fertig gestellt wurde. Eine Besonderheit sind die zweiseitig stemmenden Tore, die aufgrund des stark schwankenden Pegels der Unterwarnow eingebaut wurden. Die Schleuse stellt die einzige schiffbare Verbindung zwischen der Ober- und der Unterwarnow her. Gegenwärtig geschlossen, soll sie wieder für Freizeitboote und Wassersportler hergerichtet werden.

Dierkow

  • Ausgrabung am Primelberg
    10 Uhr und 14 Uhr Führung durch die Archäologen, Dauer ca. 45 min.
    Treffpunkt: Dierkower Damm, Einmündung des Wanderwegs 75 m westlich der Bushaltestelle „Schenkendorfstraße“. Bus 45 ab Dierkower Kreuz: 9.45 und 13.49 Uhr In archäologischen Ausgrabungen wurden hölzerne Konstruktionen einer ehemaligen Hafenanlage freigelegt. Hier befand sich im 8. und 9. Jahrhundert ein bedeutender frühslawischer Seehandelsplatz, an dem sich der wirtschaftliche Austausch zwischen wikingischen und slawischen Bevölkerungsgruppen abspielte. Seit der Zeit um 750 nach Christi Geburt ist diese präurbane Siedlung in Dierkow nachweisbar.

Evershagen

  • 16 Uhr Treffpunkt Rundgang: Rückseite „Am Scharren“ (B.-Brecht-Str. 23)
    Erläuterung des architektonischen Konzeptes von Evershagen durch Peter Baumbach, Fahrt mit historischen Bussen durch Evershagen und zum ehemaligen Messegelände Schutow Treffpunkt: 16.30 Uhr Haltestelle Thomas-Morus-Straße, Ecke B.-Brecht-Str. 21
    1971-77 entstand unter Leitung von Peter Baumbach ein ambitioniertes Stadtteilzentrum mit einem aufwendigen bildkünstlerischen Programm.
    Sechs Giebel tragen großformatige Klinkerreliefs nach Entwürfen von Reinhard Dietrich: Sonne, Luft (Vögel), Erde (Baum) und Wasser (Regen) sind die vier Elemente der griechischen Philosophie. In der B.-Brecht-Str. befinden sich die Giebel „Luftfahrt“ und „Drachen“.
    Zum Stadtteil Evershagen gehört das ehemalige Messegelände Schutow. 1966 entstand hier der Pavillon des Bauwesens mit einer Hyparschalenkonstruktion von Ulrich Müther und dem architektonischen Entwurf von Erich Kaufmann. Heute wird dieses Ausstellungsgebäude von einem Autohaus genutzt.

Lichtenhagen

  • 14.30 Treffpunkt Rundgang: Beim Sonnenblumengiebel; Parkplatz Güstrower Str. 9; Führungen zu Geschichten und Denkmalen von Lichtenhagen wie den Boulevard und das Nordlicht mit Dr. Adelheid Peverstorf

Warnemünde

  • Heimatmuseum Warnemünde- Alexandrinenstr. 31
    10 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt frei
    11 und 14 Uhr: Führung durch die völlig neu gestaltete Ausstellung Typisches Fischerhaus von 1767 mit erhaltener Raumausstattung vom Ende des 19. Jahrhundert, jetzt Ausstellungen über Fischerei, Seefahrt, Lotsen, Seenotretter und die Entwicklung des Badewesens
  • Am Strom 53 – Munch-Haus
    10 bis 17 Uhr
    Besichtigung der Ausstellung
    In dem liebevoll restaurierten traditionellen Fischerhaus aus dem 18. Jahrhundert arbeite der berühmte norwegische Maler Edvard Munch zwischen Mai 1907 und Oktober 1908. Es war für ihn eine produktive Schaffensperiode, in der neben Landschaftsbildern und Portraits wichtige Werke wie die „Badenden Männer“ entstanden. Heute bewahrt der Edward-Munch-Haus e.V. das Andenken an den Künstler.
  • Evangelische Kirche Warnemünde – Kirchenplatz
    11.30 bis 17 Uhr
    11.30, 13, 14.30 und 16 Uhr Führungen des Fördervereins in den Turm Ständig Besichtigung des Turms mit Kirchenglocken und Uhrwerk der Kirchturmuhr sowie herrlicher Blick über Warnemünde.
    Der neugotische Backsteinbau auf kreuzförmigem Grundriss wurde 1871 nach dem Entwurf von Wilhelm Wachenhusen fertig gestellt. Die Ausstattung wurde in großen Teilen von der alten Warnemünder Kirche übernommen. Darunter ist auch die Figur des Christopherus, der den Menschen bei der Überwindung von Gewässern und anderen Schwierigkeiten hilft und daher als Schutzpatron der Reisenden gilt.
  • Am Leuchtturm 1
    Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)
    10 bis 17 Uhr
    Ausstellung zur Seenotrettung und Vorstellung des Tochterbootes „Adele“ Neben dem ehemaligen Wohnhaus des legendären Lotsenkommandeurs Stephan Jantzen und heutigem Sitz der DGzRS ist das Tochterboot „Adele“ des ehemaligen Rettungskreuzers „Vormann Steffens“ dauerhaft aufgestellt worden. Der Kreuzer war ursprünglich auf Neuharlingersiel stationiert und wurde für die Rostocker Feuerwehr zum Feuerlöschboot umgebaut.

Ausstellungen zum Thema

  • Traditionsschiff, MS „Dresden“, Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum, Schmarl Dorf 40
    10 bis 18 Uhr, Hinweis: Es wird ein moderater Eintritt von vier Euro für Park und Museum erhoben, Besichtigung des Schwimmkrans LANGER HEINRICH und des Betonschiffs CAPELLA,
    13 Uhr: Führung durch die Historische Bootswerft mit Uwe Ahlgrimm
    14 Uhr: Kolbendampfmaschinen auf Schiffen. Vortrag von Prof. Franz Spychala
    15 Uhr: Vorführung der Maschine des Schleppers Saturn von Günter Görlitz Der 1958 in Dienst gestellte Frachter fuhr für die Deutsche Seereederei Rostock im Liniendienst nach Asien Afrika und Lateinamerika. 1970 wurde aus der Dresden das fest vertäute Traditionsschiff „Typ Frieden“.
  • Kunsthalle, Hamburger Straße 40
    11 bis 18 Uhr
    Eintritt sechs Euro, ermäßigt vier Euro
    Sonderausstellung zu Architektur der DDR-Moderne:
    Notationen zur Moderne, zum Paar am Strand und zum Kind des Matrosen Der Künstler Maix Mayer stellt den 3. Teil seines multimedialen Werkzyklus „Barosphere“ vor, der sich mit der norddeutschen DDR-Moderne wie zum Beispiel den Schalenbauten Ulrich Müthers beschäftigt. Auch die 1969 eröffnete Kunsthalle selbst ist ein herausragendes Beispiel dieser Architekturepoche.

Quelle: Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Pressestelle

Schlagwörter: Denkmalschutz (31)Geschichte (86)Tag des offenen Denkmals (19)

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