3. Tannenbaumwerfen 2010 im Rostocker Seehafen

Der Patron der Seeleute St. Nikolaus verteilt Weihnachtsbäume an Schiffsbesatzungen

15. Dezember 2010, von
Nikolaus Folkert Janssen mit dem Nebelhorn im Seehafen Rostock
Nikolaus Folkert Janssen mit dem Nebelhorn im Seehafen Rostock

„Have a rope ready for a christmas tree“, erschallte es heute zu den Schiffen im Seehafen herüber. Mit einem kleinen Nebelhorn hatte Folkert Janssen zuvor die Rilana lautstark angekündigt. Geladen hatte der Kutter rund 20 Nordmanntannen. Diese sollten noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest an die Schiffsbesatzungen im Rostocker Seehafen verteilt werden. Als Weihnachtsbaum sollen sie den internationalen Gästen die weihnachtliche Tradition näher bringen und sie auf das Fest einstimmen.

Nikolaus Folkert Janssen übergibt Weihnachtsbaum
Nikolaus Folkert Janssen übergibt Weihnachtsbaum

Seemannsdiakon Folkert Janssen von der Seemannsmission Rostock ist dafür extra in den Mantel des heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seefahrer, geschlüpft.

Der Seelsorger ist in einer Seefahrerfamilie aufgewachsen und auch selbst zur See gefahren. „An Bord hatten wir immer einen Tannenbaum“, erzählt er. „Damals gehörte sich das noch so, dass man von der Reederei einen ordentlichen bekam. Das ist heute nicht mehr immer so, deswegen springen wir hier ein.“

Jürgen Hagenkötter mit einer Nordmanntanne
Jürgen Hagenkötter mit einer Nordmanntanne

Veranstaltet wird die Aktion „Tannenbaumwerfen“ vom Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock. Vor drei Jahren hatte sie dort mit der Wanderausstellung „Weihnachten auf See“ des Nordmann Informationszentrums ihren Anfang genommen. Seither sponsert das Hamburger Unternehmen die acht- bis zehnjährigen Bäume, die auf einer dänischen Tannenbaumplantage aufgewachsen sind. Geschäftsführer Jürgen Hagenkötter höchstpersönlich hat den Transport der Tannen nach Rostock übernommen und lässt sich auch die Übergabe an die Schiffe vom Kutter Rilana aus nicht entgehen.

Kutter Rilana mit Tannenbäumen und Nikolaus im Hafenbecken in Rostock
Kutter Rilana mit Tannenbäumen und Nikolaus im Hafenbecken in Rostock

In seiner Heimatstadt Hamburg wurde diese Aktion in diesem Jahr bereits zum 14. Mal durchgeführt und ist dort schon zu einer festen Tradition geworden. Und wer hat das „Tannenbaumwerfen“ erfunden? Na, Jürgen Hagenkötter selbst. Auch er stammt aus einer Seefahrerfamilie. Vor einigen Jahren hatte er dann die Idee, den Seeleuten auf diese Weise zu Weihnachten eine kleine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Nikolaus Folkert Janssen übergibt Weihnachtsbaum
Nikolaus Folkert Janssen übergibt Weihnachtsbaum

Und das kommt „unheimlich gut“ an, berichtet er über die Reaktionen auf dieses Geschenk. „Die Besatzungsmitglieder stehen dann zu dritt an der Reling, freuen sich und winken. Noch nicht ein einziges Mal wurde ein Tannenbaum zurückgewiesen.“

Diese erfreuliche Regel sollte aber mit dem Rostocker „Tannenbaumwerfen 2010“ ihre erste Ausnahme erhalten. Und das auch noch gleich beim ersten Schiff. Kulturbanausen! Dafür freuten sich die Crewmitglieder der anderen 20 Schiffe um so mehr.

eine Nordmanntanne wird an der Schmeißleine hochgezogen
eine Nordmanntanne wird an der Schmeißleine hochgezogen

Mit Schmeißleinen zogen sie die Bäume vom kleinen Kutter, der von Kapitän Kriesel gesteuert wurde, auf die großen Schiffe. Bei den kleineren gelang die Übergabe direkt auf Augenhöhe. Von Werfen kann man dabei aber eigentlich nicht sprechen, eher von einer Übergabe. Damit war man allerdings sowieso auf der sicheren Seite. Denn es könne beim Werfen durchaus auch mal vorkommen, dass das gute Stück im Wasser landet, erzählt Jürgen Hagenkötter.

Insgesamt wurden 30 Schiffe in Rostock mit Nordmanntannen zum Weihnachtsfest ausgestattet. Einige hatten schon in der letzten Woche ihre Bäume erhalten, nachdem der erste Termin ausgefallen war.

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