Dampfschiff Kronprinz (Undine) - Ein Schiff wird 100!

Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen der Kronprinz in der Societät Rostock Maritim

4. August 2010, von
Modell des Dampfschiffes Kronprinz
Modell des Dampfschiffes Kronprinz

1910 drehte David Wark Griffith den ersten Film in Hollywood, in Portugal wurde die Monarchie abgeschafft und Japan annektierte Korea. Und was war los in Rostock? Hier hatte am 9. März 1910 das Seebäderschiff Kronprinz Wilhelm seinen Stapellauf. Mit seinen einhundert Jahren ist das in der Neptunwerft gebaute Dampfschiff, das später zum Motorschiff umgebaut wurde, damit das älteste erhaltene Seebäderschiff Deutschlands.

Achim Schröder (ehemaliger Kapitän der Undine) und Egon Wirth
Achim Schröder (ehemaliger Kapitän der Undine) und Egon Wirth

Eine bewegende Zeit und 17 Millionen Passagiere hat das Schiff bis heute hinter sich gebracht. 1935 musste es zwangsversteigert werden, als die Reederei Meestermann Konkurs anmeldete. Im zweiten Weltkrieg wurde es als Hilfsminensucher eingesetzt und brannte nach einem Volltreffer durch die US Air Force aus.

Nach der Wiederherstellung als Motorschiff stand es lange Zeit unter dem Namen Undine im Dienst der Weißen Flotte. Im Jahr 1993 schließlich strandete das inzwischen in Kronprinz umbenannte Schiff in der Grabow bei Kinnbackenhagen. Seetüchtig ist die Kronprinz seither leider nicht mehr. Bei diesem Zustand soll es aber nicht bleiben, denn vor vier Jahren erfolgte die Verlegung in die Schiffs- und Yachtwerft Dresden, in der das denkmalgeschützte Schiff wieder aufgebaut werden soll.

Roland Methling bei der Eröffnung der Kronprinz-Ausstellung
Roland Methling bei der Eröffnung der Kronprinz-Ausstellung

Um das 100-jährige Jubiläum gebührend zu ehren, wurde heute die Ausstellung „Ein Schiff wird 100“ in der Societät Rostock Maritim eröffnet. Egon Wirth, Rostocker Regionalleiter der Deutschen Gesellschaft für Schifffahrt- und Marinegeschichte e.V., eröffnete mit einem Rückblick auf 100 Jahre Kronprinz die Ausstellung. Neben Wirth, der die Ausstellung auch konzipiert hatte, richtete Oberbürgermeister Roland Methling einige Worte an die Gäste.

Hans Werner Schneppe
Hans Werner Schneppe

Er beschrieb, wie das Schiff im Jahre 2000 zwar mit Freude in Rostock aufgenommen, in der Folge aber doch etwas stiefmütterlich behandelt wurde, was in Zukunft anders werden soll.

Um die Seetüchtigkeit wieder herzustellen sind allerdings zwischen zwei und vier Millionen Euro nötig, für die der Förderverein SOS Seebäderschiff „Kronprinz“ ex. „Undine“ aufkommen soll.

Nach inzwischen 17 Jahren hat sich aber auch Frust aufgestaut. Diesem machte Hans Werner Schneppe, ehemaliger Betriebsratsvorsitzender der Weißen Flotte, spontan Luft, indem er das Konzept zur Rettung der Kronprinz als nicht konkret genug kritisierte. „Wenn man etwas will, dann muss man Nägel mit Köpfen machen. Die Zeit läuft“, machte er seinen Standpunkt mit Nachdruck deutlich.

Marianne Brommecke und Dietmar Heinze
Marianne Brommecke und Dietmar Heinze

Dabei wurde die eigentliche Ausstellung fast zur Nebensache. Neben dem geschichtlichen Überblick zum Seebäderschiff Kronprinz sind dort unter anderem auch Modelle des Mitteldeutschen Kartonmodell-Verlages ausgestellt, die Dietmar Heinze bereits vor drei Jahren konstruierte. „Wir machen Geschichte in Karton“, so Geschäftsführerin Marianne Brommecke über das Anliegen des Verlages. In 13 Jahren haben die beiden nun schon über 450 Modelle gebaut, etliche weitere sollen folgen.

Ein Schiff wird 100 - Ausstellung zur Kronprinz/Undine
Ein Schiff wird 100 - Ausstellung zur Kronprinz/Undine

Wann das echte Schiff tatsächlich wieder in Rostock in See stechen kann, ist nach wie vor unklar. Methling äußerte sich aber optimistisch und machte den Vereinsmitgliedern Mut, weiter darum zu kämpfen: „Der Traum ist erhalten geblieben. Drücken wir die Daumen.“

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