33. Ostsee-Rassetaubenschau Rostock

Rassetauben in bisher ungekannten Variationen

17. Januar 2010, von
Deutscher Schautippler
Deutscher Schautippler

Tauben sind in unserer Region ja eigentlich nicht so hoch angesehen, in der Innenstadt wächst ihr Konkurrenzkampf mit den Möwen, ab und zu sieht man mal einen Taubenschwarm über die Dächer ziehen, generell sind sie aber eher als „Ratten der Lüfte“ bekannt und dementsprechend unbeliebt.

Dass es aber dennoch wahre Liebhaber dieser Tiere gibt und dass es sie in allen erdenklichen Variationen gibt, die man als Laie zusammenhanglos kaum noch als Taube erkennen würde, hat mir der Besuch der Ostsee-Rassetaubenschau gezeigt. Logistisch etwas abgelegen, aber direkt am zugefrorenen Warnowufer in Gehlsdorf, wurde die Ausstellung in den Räumen der Pension und Gaststätte „Zum Alten Fährhaus“ aufgebaut.

Besucher bei der Taubenschau
Besucher bei der Taubenschau

Schon am Donnerstag war die Taubenschau in den Räumlichkeiten eingerichtet worden und am Freitag fand die Bewertung der Tiere durch Richter statt. Dabei war jeder Richter für eine bestimmte Menge Tauben zuständig und hatte jeweils eine bestimmte Anzahl von Bewertungen und Preisen, die er auf die Tiere verteilen musste.

Der Eingangsbereich des alten Fährhauses dient der Verkaufsfläche von sowohl Taubenfutter und Zubehör als auch den Tieren selbst, welche nicht nur Ausstellung zugelassen worden waren. Wer sich nach Besuch der etwa 770 ausgestellten Tiere also entschließen sollte, das Hobby des Taubenzüchtens ebenfalls zu beginnen, ist hier gleich gut beraten.

Einige Tauben wiegen auch schon mal 1kg
Einige Tauben wiegen auch schon mal 1kg

Der Eintritt in die Ausstellung ist recht günstig, für einen kleinen Aufpreis bekommt man außerdem ein kleines aber sehr informatives Heft, welches die Bewertung der Richter (vom Vortag!) für jedes Tier enthält. Auf einem Regal im Nebenzimmer sind noch die Pokale und Wimpel ausgestellt, die an erfolgreiche Züchter vergeben wurden.

Am frühen Samstagvormittag hat sich sogar Oberbürgermeister Methling auf der Taubenschau gezeigt, der auch als Schirmherr für die Veranstaltung auftrat. Sein besonderer Dank galt vor allem dem Rostocker Rassetaubenzüchterverein 1956 e.V., dem es durch jahrzehntelange Arbeit gelang, den in den 30er Jahre ausgestorbenen Rostocker Tümmler (eine Taubenrasse) neu herauszuzüchten. Methling hatte die Pokale für die Ausstellung und auch einen Sonderpokal für Rostocker Tümmler bereitgestellt.

Pokale für herausragende Züchter
Pokale für herausragende Züchter

Während meines Besuchs in der Ausstellung bekomme ich eine kleine Führung von einem netten alten Herrn, der an der Ausstellungsleitung beteiligt ist. Er öffnet für mich nicht nur die Käfige, damit ich bessere Fotos machen kann, sondern beantwortet auch geduldig meine Fragen und erzählt viel Wissenswertes über die Zuchtbedingungen der Tiere.

Bei den Farben der Rassetauben gibt es spezielle Bezeichungen, so steht rot für rotbraun, gelb für hellbraun, blau für grau und schwarz bleibt schwarz. Einige Tauben werden nach streng vorgeschriebenen Richtlinien in der Farbgebung gezüchtet, so muss bei einer Taubenrasse der Schnabel zweifarbig (oben hell und unten dunkel) sein und die schwarzen Feder das Auge unbedingt tangieren.

Felegyhazaer Tümmler mit ihrem Züchter
Felegyhazaer Tümmler mit ihrem Züchter

Bei solchen Bedingungen ist es nicht so sehr verwunderlich, dass von 100 Tauben nur etwa 10 für die Schau geeignet sind. Was mit dem Rest passiert, kann sich wohl jeder denken.

Die Ostsee-Rassetaubenschau hat bereits eine langjährige Tradition hinter sich. Sie findet für gewöhnlich zwar jährlich erst zum Ende der Ausstellungssaison statt, kann dafür aber die „Creme de la Creme“ der Rassetauben präsentieren und Züchter in ihren Erfolgen bestätigen. Wir dürfen auf das nächste Jahr schon gespannt sein.

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