Baggerarbeiten im Seekanal Rostock

Nachdem eine Überprüfung der Wassertiefen im Seekanal Rostock Untiefen ergeben hat, nimmt der Saugbagger „Nordsee“ seit gestern eine Unterhaltungsbaggerung vor

9. April 2020, von
Der Saugbagger „Nordsee“ im Seekanal Rostock
Der Saugbagger „Nordsee“ im Seekanal Rostock

Seit gestern wird die Zufahrt zum Seehafen Rostock ausgebaggert. Nachdem bei einer Überprüfung der Wassertiefen im Seekanal Rostock Untiefen festgestellt wurden, war schnelles Handeln erforderlich, um für die Hafenzufahrt keine Zufahrtseinschränkungen aussprechen zu müssen, teilt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund (WSA) mit.

Für die Unterhaltungsbaggerung zur Wiederherstellung der Solltiefe im Seekanal sind ca. vier Tage angesetzt, gearbeitet wird im Mehrschichtbetrieb rund um die Uhr. Zwischen den Tonnenpaaren 3/4 und 15/16 werden auf ca. 40 m Breite insgesamt etwa 100.000 Kubikmeter Sedimente gebaggert und auf See umgelagert.

Saugbagger „Nordsee“ führt Baggerarbeiten aus

Ausgeführt werden die Arbeiten durch den selbstfahrenden Laderaumsaugbagger (Hopperbagger) „Nordsee“, der laut WSA zum ersten Mal hier zum Einsatz kommt. Über zwei Saugrohre an den Schiffsseiten wird das Wasser-Sediment-Gemisch vom Meeresgrund aufgesaugt. Überschüssiges Wasser wird abgeleitet, das Baggergut im 6.000 Kubikmeter großen Laderaum zwischengelagert und später an der vorgesehenen Verbringungsstelle über Ventile im Schiffsboden entladen („verklappt“).

Betrieben wird der einzige bundeseigene Laderaumsaugbagger vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee, in dem vor einem Jahr die bisherigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven zusammengefasst wurden.

Der 132 Meter lange Saugbagger „Nordsee“ wurde auf der Lübecker Werft „O&K Orenstein & Koppel AG“ gebaut und 1978 in Dienst gestellt. Bis Ende 1983 war er auf der Elbe im Einsatz. Als Verspülbagger konzipiert wurde das Baggergut dort über eine ca. 2,4 Kilometer lange Rohrleitung direkt aufs Spülfeld gepumpt.

Später wurde das Baggergut über eine Schieberöffnung im Schiffsboden verklappt. Anfang der 1990er Jahre wurden zusätzlich vier Bodenventile eingebaut, um das Baggergut schneller entladen zu können. Durch die Nachrüstung mit zwei 22 Meter langen Seitenauslegern – sogenannten Sweepingarmen – kann die „Nordsee“ auch zur Ölbekämpfung eingesetzt werden.

Seekanalvertiefung soll 2021 starten

Fürs nächste Jahr ist der Start der Vertiefung des Rostocker Seekanals geplant. Dann soll die rund 15 Kilometer lange Hafenzufahrt auf 16,50 Meter vertieft werden, damit Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 15 Metern den größten deutschen Ostseehafen anlaufen können.

Mehr als 100 Millionen Euro investiert der Bund in den Ausbau der Wasserstraße, die Arbeiten sollen etwa zweieinhalb Jahre dauern.

Technische Daten, Saugbagger „Nordsee“

  • Länge über alles: 131,75 Meter
  • Breite über alles: 23,00 Meter
  • Seitenhöhe bis Hauptdeck: 9,30 Meter
  • Tiefgang (max.): 7,75 Meter
  • Baggertiefe (max.): 29 Meter
  • Laderauminhalt (max.): 6.000 Kubikmeter
  • Tragfähigkeit (max.): 12.700 Tonnen
  • Besatzung (Stamm-Crew): 19 Personen

Video Baggerschiff „Nordsee“ im Seekanal Rostock:

Fotos vom Baggerschiff „Nordsee“ im Seekanal Rostock:

Schlagwörter: Ausbaggerung (3)Ostsee (61)Seehafen (166)Warnemünde (1010)

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