Countdown bis zur Eröffnung des Darwineums läuft

Exponate der Ausstellungen zur Entwicklung des Lebens und des Menschen finden ihren Platz – Assumbo ist in die Quarantänestation des Darwineums umgezogen

4. August 2012, von
Kurator der Evolutionsausstellung und Biologiedidaktiker Frank Fuchs vom Zoo Rostock
Kurator der Evolutionsausstellung und Biologiedidaktiker Frank Fuchs vom Zoo Rostock

Was haben ein ausgestorbener Dinosaurier namens Deinomychus und ein lebender Nashornleguan gemeinsam? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel: Der eine steht als Styroporfigur vor einer urzeitlichen Kulisse, der andere klettert in seinem Terrarium auf einem Ast umher und lässt sich von Besuchern bestaunen. Zumindest soll das ab dem 8. September im Darwineum so ablaufen, wenn neben der neuen Unterkunft für die Menschenaffen im Rostocker Zoo auch zwei Ausstellungen die Zusammenhänge der Evolution erklären.

Doch bevor die Zoobesucher auf eine Zeitreise von der Entwicklung einfacher Lebensformen vor zwei Milliarden Jahren, über die ersten Mehrzeller bis zum Menschenaffen gehen können, muss noch einiges getan werden. Denn noch ist das neue Glanzstück des Rostocker Zoos eine Baustelle. Der Eingang ist noch nicht gepflastert und das Foyer zeigt bislang nur die Kulisse für das zukünftige Gehege der Galapagos-Schildkröte, während der Schweißer im Rondell noch mit Funken sprüht. Bislang ist von den geplanten interaktiven Ausstellungsstücken und dem riesigen Touchscreen nichts zu sehen.

Mit großen Wandbildern und plastischen Modellen wird die Entwicklung der Lebensformen in begehbaren Dioramen veranschaulicht. Hartmut Schmiese hat an der Gestaltung gearbeitet.
Mit großen Wandbildern und plastischen Modellen wird die Entwicklung der Lebensformen in begehbaren Dioramen veranschaulicht. Hartmut Schmiese hat an der Gestaltung gearbeitet.

Doch bald soll hier ein Rundgang möglich sein, der in acht Themenbereiche untergliedert ist: Die Entstehung des Universums, der Welt und des Lebens wird in ihren differenzierten Etappen dargestellt. Dabei bekommt der Besucher einen Einblick in die Lebensräume Luft, Land und Wasser und welche Lebensformen sich dort durchgesetzt haben, auch wenn verschiedene Naturkatastrophen sie in die Knie hätten zwingen können.

Die Themenbereiche sind sogenannten Kojen zugeordnet und als Dioramen gestaltet. Der Ausstellungsgestalter Hartmut Schmiese erklärt, die Räume seien von allen Seiten begehbar und vereinen Geschichte mit Gegenwart. Darin wird ein typisches ausgestorbenes Leittier in seiner natürlichen Umgebung dargestellt und ein passendes Lebendtier daneben gesellt. So verschmelzen museale und zoologische Ausstellung miteinander.

Tierpräparator Jörg Ohlenbusch
Tierpräparator Jörg Ohlenbusch

Bis die Malawi-Buntbarsche, Seepferdchen, Blattschneiderameisen und andere lebendige Tiere in die Kojen einziehen können, dauert es jedoch noch eine Weile. Die Modelle ausgestorbener Arten hingegen nehmen schon nach und nach ihren Platz ein. Gebaut hat sie der Tierpräparator Jörg Ohlenbusch aus Lübeck, der die Grundlage für seine Modelle einerseits von Wissenschaftlern bekommt, andererseits aber auch seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. So entwickelte er ein Modell des Anomalocaris, einer Garnelenart aus einer Zeit von vor über 500 Millionen Jahren, dessen Überreste nur aus dem Fangapparat, Mundstück und einem Mittelteil des Rückens bestehen. Der Zuschauer kann nun aber einen vollausgebildeten Körper mit Seitenflossen, beigefarbenem Schuppenkleid und brauner Melierung sehen.

Ohlenbusch erzählt weiter über die detailgetreue Nachbildung eines Quastenflossers, bei dem er Tausende Schuppen einzeln per Hand aufgeklebt hat. Das Modell steht in der Ausstellung neben dem Aquaterrarium der Schlammspringer für den wichtigen Schritt von der Eroberung des Landes.

"Hier möchte man gern Affe sein", sagt Claus Friedrich Holtmann von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, die die Ausstellung finanziell unterstützt, als ihn Zoodirektor Udo Nagel durch die Tropenhalle, dem zukünftigen Zuhause der Rostocker Menschenaffen, führt
"Hier möchte man gern Affe sein", sagt Claus Friedrich Holtmann von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, die die Ausstellung finanziell unterstützt, als ihn Zoodirektor Udo Nagel durch die Tropenhalle, dem zukünftigen Zuhause der Rostocker Menschenaffen, führt

Denn hier entwickelten sich die Säugetiere zum Erfolgsmodell. In der Ausstellungsrotunde werden sie mit Schnabeligel und Antilopenziesel lebendig vertreten sein. In der benachbarten Tropenhalle sollen sich dann die nächsten Verwandten des Menschen wohlfühlen.

Nachdem bereits in der vergangenen Woche die Gorillas aus dem Leipziger Zoo eingetroffen sind, hat auch Assumbo, der Rostocker Silberrücken, die Quarantänestation des Darwineums bezogen. Dort fühle er sich schon sehr wohl, berichtet Zoodirektor Udo Nagel: „Als wir sahen, wie er sich genüsslich reckte und streckte, wussten wir, dass wir hier etwas Gutes geschaffen haben.“ Eine wichtige Bauabnahme ist also bestanden. Bald steht auch der Umzug der Rostocker Orang-Utan-Familie an.

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