„Sahnehäubchen“ von Anne Hertz

Buchvorstellung in der Universitätsbuchhandlung Weiland

9. März 2011, von
"Sahnehäubchen" von Anne Hertz
"Sahnehäubchen" von Anne Hertz

“Wir lesen aus Sahnehäubchen und das passt zum Weltfrauentag – denn es geht um einen Mann“, scherzte Wiebke Lorenz gestern Abend in der Universitätsbuchhandlung Weiland.

Und um was für einen Mann es da geht – was keineswegs im positiven Sinne gemeint ist. Dwayne F. Bosworth ist nämlich nicht nur durch und durch ein Macho, sondern auch ein Bestsellerautor aus Texas. Gerade sorgt er mit seinem Buch „Ich kann sie alle haben“ für Aufsehen. Durch einen klitzekleinen Fehler seines Verlages, landet die PR Kampagne in Deutschland allerdings nicht bei zielgruppengerechten Männermagazinen wie dem Playboy, sondern bei einer Reihe von Frauenmagazinen.

Nach einer gehörig misslungen Demonstrationen seiner Fähigkeiten als Profi-Aufreißer und entsprechend negativer Berichterstattung in der Folge, ist es nun die Aufgabe von Ninas PR Agentur die Wogen zu glätten. Die Lösung: eine Lesereise quer durch Deutschland nur für Männer. Soweit zum Inhalt von „Sahnehäubchen“ von Anne Hertz, das gestern Abend im Rahmen der Lesereihe Weiland Live vorgestellt wurde.

Frauke Scheunemann
Frauke Scheunemann

Hinter Anne Hertz verbergen sich eigentlich die beiden Schwestern Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz, die seit 2006 unter diesem Pseudonym schreiben. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit, arbeiten sie zudem als Journalistinnen in Hamburg. Eine Tätigkeit, die auch die Inspiration für das aktuelle Buch lieferte. Die Geschichte aus „Sahnehäubchen“ ist schließlich nicht einfach aus der Luft gegriffen.

Die Idee dazu entstand nämlich, als Wiebke Lorenz für eine Zeitschrift mit einem selbst ernannten „Pick-up Artist“ unterwegs war, also einem Mann, der es zur regelrechten Kunstform oder doch wenigstens zum Sport erklärt hat, Frauen aufzureißen. „Na dann soll er mal zeigen was er kann“, dachte sie sich daraufhin und nahm ihn mit auf die Reeperbahn. Was der Profi Macho allerdings konnte, war so ziemlich nichts. Immerhin diente er mit seinem Auftritt am Ende als Blaupause für Dwayne F. Bosworth.

Wiebke Lorenz
Wiebke Lorenz

Was die beiden Schwestern im Rahmen ihrer Lesung den Zuhörern gestern Abend nun boten, ging ein gutes Stück über das Standardrepertoire derartiger Veranstaltungen hinaus. So betritt Bosworth beim ersten Auftritt seiner Lesereise im Buch als John Travolta Verschnitt, im Stile eines Saturday Night Fever, rechts und links flankiert von Go-go-Girls, die Bühne. Die folgende Karaoke Performance von Lady Gags „Pokerface“ wurde von Wiebke Lorenz einfach daraufhin persönlich aufgeführt, wenn auch ohne Go-go-Girls. Und auch Wolfgang Petrys Hit „Wahnsinn“ wurde direkt als Karaokeversion intoniert. Beim Publikum sorgte das im ersten Moment für ein paar Fragezeichen auf den Gesichtern, anschließend aber für umso mehr Spaß.

Als Zugabe wurde am Ende noch ein Kapitel aus „Trostpflaster“, dem Vorgängerbuch zu „Sahnehäubchen“, gelesen. Natürlich durfte hier eine kleine Gesangseinlage ebenfalls nicht fehlen.

Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz
Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz

Dass die Lesung beim Publikum auf Gegenliebe stieß, war schon den zahlreichen Lachern anzumerken, die die beiden Autorinnen ihren Zuhörern entlocken konnten. Yvonne Lehmann sprach anschließend etwa von einem „sehr kurzweiligen“ Abend. „Mir hat das total gut gefallen. So wie die beiden sind, sind die Bücher auch. Da kann ich mir vorstellen, dass man abends im Bett liegt und laut loslacht“, äußerte sich dagegen Heike Erdmann.

Weltliteratur ist „Sahnehäubchen“ natürlich nicht, wer aber eine kurzweilige, etwas überdrehte Geschichte zur Unterhaltung sucht, der dürfte gut bedient sein.

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