Deutsche Drachenboot Langstreckenmeisterschaft 2012

Teams aus ganz Deutschland kämpften auf der Warnow um den Sieg

29. April 2012, von
Deutsche Drachenboot Langstreckenmeisterschaft 2012
Deutsche Drachenboot Langstreckenmeisterschaft 2012

Jedem, der das fantastische Wetter gestern für einen Spaziergang am Stadthafen nutzte, dürfte das ungewöhnliche Schauspiel auf dem Wasser aufgefallen sein. Begleitet von rhythmischen Trommelschlägen und Anfeuerungsrufen rauschten auf der Strecke zwischen Holzhalbinsel und Fähranleger Gehlsdorf viele voll besetzte Drachenboote über die Warnow. Der Kanusportverein Kanufreunde „Rostocker Greif e. V.“ lud an diesem Tag zur dritten Deutschen Drachenboot Langstreckenmeisterschaft.

Insgesamt 21 Teams aus ganz Deutschland folgten dem Ruf nach Rostock, darunter Mannschaften aus Wuppertal, Magdeburg und Lübeck. Die weiteste Anreise hatten mit 697 Kilometern die „Rheingauner“ aus Wiesbaden. Sie werden im nächsten Jahr die Deutsche Meisterschaft veranstalten und luden alle Mitstreiter schon ganz herzlich ein: „Und wenn euch die Strecke für die Anreise zu weit ist, dann leihen wir euch bei uns ein Boot, wir haben noch genügend herumstehen.“

Der Massenstart beim Funrennen
Der Massenstart beim Funrennen

Die Boote sind lange Kanus, die Platz für 20 Paddler haben. Außerdem gibt es einen Steuermann und einen Trommler, der den Takt der Schlagleute aufnimmt, ihn an die hinteren Paddler weitergibt und gleichzeitig seine Mitsportler motivieren soll.

Kennzeichnend für die Boote sind der Drachenkopf und auch ein Drachenschwanz am Heck. Damit wurde in drei Klassen gestartet: Master, Senioren und Breitensport. Senior ist man schon ab einem Alter von 18 Jahren und die Master-Paddler müssen über 40 Jahre alt sein. Alle Teams starteten gemischt, es mussten mindestens acht Frauen dabei sein, beim Breitensport genügten jedoch schon sechs Damen.

Start- und Zielpunkt war beim Kanubootshaus der Kanufreunde „Rostocker Greif“. Von dort aus ging es drei Kilometer am Stadthafen bis ungefähr zur Fährhaltestelle in Gehlsdorf, wo gewendet werden musste. Insgesamt vier Mal mussten die Teams diese Strecke abfahren, sodass am Ende des Rennens zwölf Kilometer zurückgelegt waren. Anfängliche Befürchtungen, dass es Probleme mit der parallel fahrenden Fähre gibt, traten zum Glück nicht ein. Kein Drachenboot wurde von dem Verkehrsschiff, das natürlich Vorfahrt gehabt hätte, aufgehalten.

OSPA-Dragons bei der Siegerehrung
OSPA-Dragons bei der Siegerehrung

In der Breitensportklasse konnte das Team „OSPA-Dragons“ aus Rostock gewinnen. Sie erreichten das Ziel in knapp unter einer Stunde und waren dementsprechend bei der Siegerehrung sehr glücklich. Auf den Plätzen zwei und drei folgten mit den „Ottonen“ und den „Domfelsen“ zwei Mannschaften aus Magdeburg.

In der Masterklasse waren insgesamt nur vier Teams gemeldet. Die schnellste Zeit – alle Boote starteten zeitversetzt – erreichte die schon erwähnte Mannschaft aus Wiesbaden, die „Rheingauner“. Sie benötigten für die zwölf Kilometer 58 Minuten.

"Drag Attack" aus Wuppertal
"Drag Attack" aus Wuppertal

Am spannendsten war es bei den Senioren, die mit elf Booten das größte Starterfeld hatten. Dort gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen „Drag Attack“ aus Wuppertal und dem „Hannover All Sports Team“. Die Vorjahressieger aus Niedersachsen waren letztendlich aber 30 Sekunden zu langsam und mussten sich mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Eine erfreuliche Überraschung war der dritte Platz für die „HSP Seebären“. Das Team besteht aus Studenten, die das Drachenbootfahren als Hochschulsport betreiben.

Wera und Steven von den Seebären
Wera und Steven von den Seebären

Paddlerin Wera und Teamkapitän Steven strahlten beide nach der Siegerehrung. Die Seebären sind seit 2007 ein Team und konnten hier ihren Heimvorteil ausspielen. „Man hat schon einen Vorteil, wenn man die Strecke und ihre Untiefen kennt. Wir haben vorher auch fünf Mal gezielt hier trainiert“, erzählt Steven. Wera ist seit dem letzten Jahr im Team und hat über das Rennen alle Kräfte mobilisiert. „Gerade am Anfang war es heftig, weil wir eine hohe Frequenz gefahren sind. Am Ende hat es sich aber ausgezahlt und ich bin einfach nur glücklich.“ Mit einer Zeit von 57 Minuten und 46 Sekunden verbesserten sie auch ihren Trainingsrekord um zwei Minuten.

"De Machdeburjer" bei der Zieleinfahrt
"De Machdeburjer" bei der Zieleinfahrt

Nach dem offiziellen Wettkampf gab es noch ein Funrennen über sechs Kilometer, in dem sieben Teams aus Rostock, Magdeburg und Schwerin um die Wette fuhren. Nach einem spannenden Massenstart setzten sich „De Machdeburjer“ schnell an die Spitze und verteidigten die Führung relativ souverän bis zum Rennende. Auf den Plätzen zwei und drei folgten die Teams „Nordex Warriors & friends“ aus Rostock und „Baltic Dragons“ aus Schwerin.

Im Herbst findet in Hamburg dann die Deutsche Kurzstrecken Meisterschaft statt, bei der auch wieder viele Teams aus Rostock starten werden. In Rostock wird wieder am 15. September gepaddelt, dann findet hier das 10. Rostocker Drachenboot Herbstrennen statt.

Impressionen von der Deutschen Drachenboot Langstreckenmeisterschaft 2012:

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