Ecolea-Schüler möchten Warnemünde kinderfreundlicher gestalten

Wasserspielplatz, Verkehrsgarten, Büchersäule und Wissenslehrpfad – junge Gymnasiasten der Ecolea-Schule entwickeln Freizeitideen für Kinder und Jugendliche in Warnemünde

15. Juni 2016, von
Kinder der Ecolea-Schule präsentieren mit Lehrerin Nicole Jahn (links oben) ihre Freizeitideen für Warnemünde: Verkehrsgarten, Büchersäule, Abenteuerspielplatz und Wissenslehrpfad (von unten nach oben)
Kinder der Ecolea-Schule präsentieren mit Lehrerin Nicole Jahn (links oben) ihre Freizeitideen für Warnemünde: Verkehrsgarten, Büchersäule, Abenteuerspielplatz und Wissenslehrpfad (von unten nach oben)

Was soll mit der Warnemünder Mittelmole passieren? Stadtplaner, Eigentümer und Einwohner streiten sich seit Jahren darüber – für die Kinder der Warnemünder Ecolea-Schule ist die Lösung hingegen ganz einfach: Ein großer Wasserspielplatz muss her!

Ein schiffsähnlicher Spielplatz, der hauptsächlich aus Holz besteht, mit einer Wasseranlage, bei der das kühle Nass auf Knopfdruck sprudelt, damit man im Sandkasten Burgen bauen kann – Lucas hat klare Vorstellungen, wie der Wasserspielplatz aussehen soll. Eine Spielzeugtruhe mit Formen, Schaufeln und Eimern ist geplant und in der Mitte des Schiffes ein großer Mast zum Raufklettern – runter geht’s über eine lange Rutsche. Selbst an die Eltern und Großeltern haben die Schüler gedacht: Im Inneren des Schiffes ist ein Ruhebereich mit Stühlen und Bänken vorgesehen. 24 Stunden am Tag geöffnet, für Kinder jeder Altersstufe geeignet und selbstverständlich kostenfrei – so sieht das Projekt der elf- und zwölfjähigen Nachwuchsplaner aus.

Sollte es mit dem Wasserspielplatz nichts werden, könnte auch ein Abenteuerplatz im Park entstehen. Eine Anlage, die „Kindern die Möglichkeit gibt, ein echtes Abenteuer zu erleben und sich richtig auszutoben“, beschreibt Dustin die Alternative – mit Baumkletterpfad und Labyrinth. Den Weg dorthin versperrt ein Wasserbecken mit kleinen Steinen, über die man springen muss – ja, Kinder wissen, was Kindern gefällt! Für die Jüngsten gibt es einen Kleinkinderbereich mit Sandkasten und Schaukel. Passend zur Parkumgebung sollen Holzelemente und weitere Naturmaterialien im Vordergrund stehen, erläutert Dustin.

Im Arankapark könnte die zweite Projektidee der Schüler umgesetzt werden: ein Verkehrsgarten. Ganz realitätsnah mit künstlicher Baustelle, mehreren Straßen und einem Kreisverkehr stellen sich die Kinder ihre Anlage vor. Schilder und Fahrradständer dürfen natürlich nicht fehlen. Zur Erholung gibt es eine große Picknickwiese mit Tischen und Bänken und die Verkehrsregeln werden in einem kleinen Theoriepavillon vermittelt.

Radfahren, toben und … lesen. Ja, tatsächlich nehmen Kinder gern auch mal ein Buch in die Hand. Das könnte demnächst aus einer Büchersäule im Kurpark kommen. Die gibt es dort zwar bereits, doch sie entspricht nicht den kindlichen Bedürfnissen, da sie zu groß und unpassend gestaltet ist, haben die Schüler auf ihrem Rundgang durchs Ostseebad festgestellt. Nun soll hier eine zweite kleinere Büchersäule speziell für Kinder entstehen, alternativ könnte es auch ein kostengünstiges Kinderhäuschen werden. Für den Nachschub und Austausch der Bücher wollen die Schüler selbst sorgen und mindestens einmal pro Woche nach dem Rechten schauen.

Die vierte Schülergruppe plant einen Wissenslehrpfad durch Warnemünde. Spielerisch und lustig sollen Kinder Neues lernen und sich in einem Quiz beweisen. Start ist an der Touristeninformation, wo es ein Kindermagazin mit einer Karte der verschiedenen Stationen gibt. Vom Heimatmuseum zum Kirchenplatz, vorbei an Leuchtturm, Ümgangsbrunnen und vielen weiteren Stationen führt der Wissenslehrpfad die Kinder. An den Sehenswürdigkeiten gibt es Hinweisschilder mit Informationen und Quizaufgaben. Wer die richtig löst, erhält am Ende des Lehrpfads einen kleinen Ansteckbutton mit Warnemünde-Motiv als Preis.

Im Februar hat Nicole Jahn von der Ecolea-Schule das Projekt „Warnemünde kinderfreundlicher gestalten“ mit ihren Schützlingen aus der Begabtenfördergruppe der Klassen fünf und sechs gestartet. Bei mehrmaligen Rundgängen quer durchs Ostseebad haben die Kinder schnell festgestellt, dass an manchen Punkten noch Bedarf besteht. Vier Ideen sind daraus entstanden, die die Kinder komplett selbstständig entwickelt und bearbeitet haben, betont die Lehrerin. Gestern Abend wurden sie auf der Ortsbeiratssitzung vorgestellt, jetzt hofft Nicole Jahn auf Unterstützer, um die Projekte nach und nach Realität werden zu lassen.

„Das wird nicht alles auf einen Schlag gemacht werden können, aber der Ortsbeirat steht voll und ganz dahinter“, versprach dessen Vorsitzender Alexander Prechtel (CDU) „Unterstützung, wo es geht“ für die „tollen, faszinierenden Ideen“. Auch Grünamts-Chefin Ute Fischer-Gäde freute sich über die phantasievollen, aber dennoch realistischen Projekte der Schüler. Mit Blick auf das fürs Jahresende geplante Spielplatzkonzept möchte sie sich noch vor den Sommerferien mit den jungen Planern zusammensetzen, um nächste mögliche Schritte für die Umsetzung zu besprechen.

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