Gedenktafel für Otto Weidt eingeweiht

An seinem Geburtshaus in der Wollenweberstraße erinnert seit heute eine Tafel an Otto Weidt, der versuchte Juden vor dem Konzentrationslager zu retten

26. Juni 2014, von
Holger Kießling vom Max-Samuel-Haus und Roland Methling bei der Einweihung der Otto Weidt-Gedenktafel in der Wollenweberstraße
Holger Kießling vom Max-Samuel-Haus und Roland Methling bei der Einweihung der Otto Weidt-Gedenktafel in der Wollenweberstraße

Seit heute erinnert in der Wollenweberstraße 8 eine Tafel an Otto Weidt. An dieser Stelle stand bis zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg das Geburtshaus des Berliner Bürstenfabrikanten, der Blinde und Juden beschäftigte und versuchte sie vor der Deportation in Konzentrationslager zu schützen. Einigen konnte er so das Leben retten. Posthum wurde Otto Weidt, der 1947 in Berlin starb, von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem 1971 für diesen Einsatz als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.

Der Film „Ein blinder Held – die Liebe des Otto Weidt“ (D 2013) befasst sich mit dem in Rostock geborenen Retter und Pazifisten. Nachdem er im Januar im Fernsehen ausgestrahlt wurde, wurde auch Rostock auf ihren Sohn aufmerksam. „Spätestens mit diesem Denkmal ist Otto Weidt wieder in unserem Bewusstsein unwiderruflich zurückgekehrt“, sagte Oberbürgermeister Roland Methling heute bei der Einweihung der Tafel.

Seit 2003 wurden an etwa 90 Gebäuden der Stadt Tafeln angebracht, die auf Deutsch und auf Englisch über die Geschichte des Gebäudes informieren.

Die Inschrift auf der Tafel lautet wie folgt:

An dieser Stelle stand bis zur Zerstörung 1942 das Geburtshaus von Otto Weidt (1883-1947). Bald nach Ottos Geburt zog die Familie nach Berlin.

1936 eröffnete Weidt, mittlerweile zunehmend erblindend, eine Blindenwerkstatt zur Herstellung von Besen und Bürsten in Berlin-Kreuzberg. Unter hohem Risiko setzte er sich für seine überwiegend jüdischen Arbeiterinnen und Arbeiter ein und rettete so mehreren Menschen das Leben. 1971 wurde Otto Weidt die Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“ durch die israelische Gedenkstätte Yad Vashem verliehen.

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