Hansa Rostock unterliegt dem FSV Frankfurt mit 0:5

Nach einer desaströsen Leistung kassiert Hansa Rostock gegen den FSV Frankfurt die höchste Saisonniederlage und hat kaum noch Hoffnung auf den Klassenerhalt

14. April 2012, von
Hansa Rostock - FSV Frankfurt: Freddy Borg scheiterte mehrfach an Torhüter Patric Klandt
Hansa Rostock - FSV Frankfurt: Freddy Borg scheiterte mehrfach an Torhüter Patric Klandt

Schwere Schlappe für Hansa Rostock: Nach zuletzt drei Siegen in Folge wurden die Rostocker gestern Abend vom FSV Frankfurt vor heimischem Publikum mit der höchsten Saisonniederlage deklassiert.

16.500 Zuschauer verfolgen in der DKB-Arena das Spiel zwischen Hansa Rostock und dem FSV Frankfurt. Hansa-Trainer Wolfgang Wolf vertraut in der Aufstellung weitgehend dem Erfolgsteam aus der letzten Partie gegen Energie Cottbus. Für Tommy Gruppe steht wieder der in Cottbus gesperrte Michael Wiemann in der Innenverteidigung, für Tom Weilandt stürmt der Schwede Freddy Borg heute von Beginn an. Auch der nach einem Bluterguss im Oberschenkel leicht angeschlagene Marek Mintal hat es in die Startelf geschafft.

Die Gäste aus Hessen starten druckvoll in die Partie. Gut vier Minuten sind gespielt, als Zafer Yelen für den frühen Rückstand seines ehemaligen Vereins sorgt. Nach einem schnellen Konter verliert Kevin Pannewitz nahe der Mittellinie ohne großen Einsatz den Zweikampf mit Ilian Micanski. Dominic Peitz kommt nicht mehr hinterher und so dringt Micanski ungehindert rechts in den Sechzehner ein und flankt in die Strafraummitte – Jutae Yun verpasst den Ball, doch der ebenfalls mitgelaufene Yelen vollendet aus sechs Metern Entfernung zur 1:0-Führung für die Frankfurter.

Michael Blum (Hansa Rostock) im Duell mit Marc Heitmeier (FSV Frankfurt)
Michael Blum (Hansa Rostock) im Duell mit Marc Heitmeier (FSV Frankfurt)

Hansa ist bemüht, doch viel zu harmlos. Nach einem Pass von Tobias Jänicke ist FSV-Keeper Patric Klandt vor Borg am Ball (7. Minute) und auch ein Distanzschuss von Robert Müller wird nach einem Blum-Freistoß zur Ecke abgefälscht (10. Minute) – torgefährlich sind die Rostocker nicht.

Ungenaue Bälle eröffnen hingegen den flinken Gästen immer wieder gefährliche Kontermöglichkeiten. Etwa in der 11. Minute, als Edisson Jordanov nicht aufpasst und Marcel Gaus frei auf Hansa-Keeper Jörg Hahnel zulaufen kann. Hahnel kann den Schuss mit den Fingerspitzen ablenken, Jutae Yun nimmt den Ball volley, trifft aus sechs Metern jedoch nur die Latte – Glück für Hansa!

In der 23. Minute hat Borg die Chance zum Ausgleich, Klandt kann den scharfen Schuss aus spitzem Winkel jedoch ins Aus ablenken. Auf der Gegenseite wird es gefährlicher. Erst hat Gledson nach einer Ecke per Kopf eine Riesenchance, die Führung auszubauen (28. Minute), dann geht ein Lupfer von Micanski nach einem tollen Pass von Alexander Huber links am Tor vorbei (33. Minute).

Ilian Micanski erzielt das 3:0 für den FSV Frankfurt gegen Hansa Rostock
Ilian Micanski erzielt das 3:0 für den FSV Frankfurt gegen Hansa Rostock

Die Rostocker sind gut bedient, dass sie beim Halbzeitpfiff mit nur einem Tor im Rückstand liegen. Hansa-Trainer Wolf reagiert in der Pause und tauscht seine Flügelspieler aus: Für Jordanov kommt Tom Weilandt ins Spiel, Manfred Starke ersetzt den enttäuschenden Jänicke.

Die erste Chance der zweiten Hälfte gehört in der 50. Minute den Hausherren. Mintal verlängert eine Flanke von Tom Weilandt per Kopf zu Peitz, der nimmt den Ball volley und versucht es aus zehn Metern aufs kurze Eck. FSV-Keeper Klandt kann den Schuss jedoch in einer tollen Reaktion abwehren.

Im Netz zappelt das Leder dafür sieben Minuten später auf der Gegenseite. Nach einem Zuspiel von Nils Teixeira läuft Micanski unbedrängt auf Hahnel zu und kann den Ball in aller Ruhe ins lange Eck schieben.

Hansa-Trainer Wolf bringt mit Marcel Schied (für Wiemann) einen weiteren Offensivmann und nur eine Minute später steht es 0:3. Erst scheitert Yelen an Hahnel, dann bringt Yun den Ball zurück ins Spiel und erneut kann Micanski die Führung ausbauen.

Nach dem 0:3 verlassen die ersten Hansa-Fans enttäuscht das Stadion
Nach dem 0:3 verlassen die ersten Hansa-Fans enttäuscht das Stadion

Die ersten Zuschauer verlassen enttäuscht das Stadion, doch das Grauen ist noch lange nicht vorbei. Einen Yun-Flachschuss von der rechten Strafraumgrenze streift Hahnel zwar noch mit dem Fuß, doch der Ball landet im langen Eck (69. Minute).

In der 75. Minute ist es erneut Yun, der zum 0:5-Endstand erhöht. Marek Janecka liefert dabei die unfreiwillige Vorlage für den Südkoreaner, bei dem die gesamte Hintermannschaft der Rostocker ein weiteres Mal eine wenig glückliche Figur macht.

Vier Tore in weniger als 20 Minuten besiegeln das Debakel für Hansa. Gegen durchweg schlecht spielende Rostocker geht die höchste Saisonniederlage selbst mit dem 0:5-Endstand absolut in Ordnung. Was Hansa heute gezeigt hat, ist einfach nicht zweitligatauglich.

Hansa-Trainer Wolfgang Wolf kann es nicht fassen
Hansa-Trainer Wolfgang Wolf kann es nicht fassen

Das rettende Ufer ist nach dieser Niederlage praktisch nicht mehr erreichbar. Für das Restfünkchen Hoffnung auf den Relegationsplatz ist das Wolf-Team auf Patzer der Abstiegskonkurrenten angewiesen. Sollte Karlsruhe am Sonntag in Ingolstadt gewinnen, dürften die vier Punkte Vorsprung in den letzten drei Spielen kaum noch aufzuholen sein.

Denn das Restprogramm hat es in sich: St. Pauli, Union Berlin und Greuther Fürth warten auf die Rostocker. Weiter geht es im Abstiegskampf nächsten Sonntag am Millerntor. Ob wenigstens die Hansa-Anhänger ihre Mannschaft gegen den FC St. Pauli doch noch unterstützen können, wird sich Anfang der Woche entscheiden.

Tore:
0:1 Zafer Yelen (5. Minute)
0:2 Ilian Micanski (57. Minute)
0:3 Ilian Micanski (65. Minute)
0:4 Jutae Yun (69. Minute)
0:5 Jutae Yun (75. Minute)

Aufstellung, FC Hansa Rostock:
Jörg Hahnel (Torwart)
Marek Janecka, Michael Wiemann (Marcel Schied, ab 64. Minute), Kevin Pannewitz, Michael Blum
Robert Müller, Dominic Peitz
Edisson Jordanov (Tom Weilandt, ab 46. Minute), Marek Mintal, Tobias Jänicke (Manfred Starke, ab 46. Minute)
Freddy Borg

Fotos: Joachim Kloock

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