„Frau Müller muss weg“ im Theater im Stadthafen

Mecklenburgisches Landestheater Parchim präsentiert einen Elternabend der ganz eigenen Art

„Frau Müller muss weg“ im Theater im Stadthafen
„Frau Müller muss weg“ im Theater im Stadthafen

Die besorgte Elternschaft (Marlene Eiberger, Jenny Maria Meyer, Wiebke Rohloff, Ulf Perthel und Carl M. Pohla) der Klasse 4 b hat die Klassenlehrerin Frau Müller (Sabrina Lössl) um einen Termin gebeten, offenbar scheint es Probleme in der Klasse zu geben. Die Kleinen stehen gerade an einem entscheidenden Punkt ihrer schulischen Karriere, wird sich doch am Schuljahresende zeigen, wer den Sprung ins Gymnasium schafft – und wer eben nicht. Und so sitzen fünf entschlossene Erwachsene auf Kinderstühlchen zwischen Kastanienmännchen, Laubgirlanden und Kuschelecken, bereit, dem Feind ins Auge zu sehen. Denn für die Eltern ist längst klar, wer die Schuld an der Misere trägt – die erfahrene Lehrerin Sabine Müller scheint den pädagogischen Anforderungen seit einiger Zeit nicht mehr gewachsen zu sein. Dass das Problem nicht bei den Schülern zu suchen ist, davon ist jeder der Anwesenden überzeugt. Ihre Kinder sind alle ganz besondere kleine Persönlichkeiten, die ab und an spezieller Förderung bedürfen und die nicht etwa einfach Spätzünder, faul, unkonzentriert oder einfach mathematisch unbegabt sind. Die Fronten in diesem Kampf sind klar.

Lutz Hübner: „Am Elternabend zeigt sich, wie solidarisch eine Gesellschaft wirklich ist und wie sie mit Erfolg und Niederlagen umgeht. Da werden keine Gefangenen gemacht und keine Konzessionen. Wessis haben was gegen die Lehrerin aus dem Osten, Ossis finden die Westkinder völlig verzogen, soziale Vermischung schön und gut, aber doch nicht in der Klasse meines Kindes! Und weil an Elternabenden nicht nur Eltern um ihre Kinder kämpfen, sondern auch immer die Eltern für sich selbst, ist man sich im Vorfeld des Treffens einig geworden: Es geht darum, die blöden Bälger irgendwie durchzukriegen! Frau Müller muss weg!“

  • 25.02.2012 20:00 Uhr, Theater im Stadthafen
  • 17.03.2012 20:00 Uhr, Theater im Stadthafen

Quelle: Mecklenburgisches Landestheater Parchim, Foto: Silke Winkler

Schlagwörter: Parchim (5)Stadthafen (306)Theater (204)

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1 Kommentar

  • Oblo sagt:

    Ich habe das Stück schon letztes Jahr gesehen, fand es prächtig! Geht in die Richtung des Stückes „Gott des Gemetzels“, welches vor 2 Jahren in Rostock gegeben wurde. Also wir haben uns köstlich amüsiert und werden zur letzten Vorstellung nochmals auflaufen.

    post scriptum: Meine Lehrerin hieß von der 5. bis zur 7. Klasse Frau Müller, das machte die ganze Geschichte nochmal reizvoller.

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