Hansa Rostock und der 1. FC Magdeburg trennen sich 1:1

Böller, Pyro, Spielunterbrechungen und sogar Tore – Hansa Rostock trennt sich im Ost-Derby 1:1 (0:0) von Aufsteiger Magdeburg

23. September 2015, von
Hansa Rostock und der 1. FC Magdeburg trennen sich 1:1 (Foto: Archiv)
Hansa Rostock und der 1. FC Magdeburg trennen sich 1:1 (Foto: Archiv)

In einem emotionalen Ost-Derby, das nach Fanausschreitungen bereits kurz nach dem Anpfiff für 15 Minuten unterbrochen werden musste, trennen sich Hansa Rostock und Aufsteiger Magdeburg 1:1 (0:0). Mit zwölf Punkten rutscht Hansa Rostock um zwei Positionen auf den 11. Tabellenplatz ab und wartet nach dem 10. Spieltag weiter auf den zweiten Heimsieg der Saison.

Fast 25 Jahre ist es her, dass die ehemaligen DDR-Oberliga-Vereine Hansa Rostock und der 1. FC Magdeburg aufeinandertrafen. Dass die heutige Begegnung der Hansa-Kogge gegen den Drittliga-Aufsteiger von den Emotionen der Fans geprägt sein dürfte, war bereits vor dem Anpfiff klar. Und so führt die Unvernunft und Selbstdarstellung einiger weniger Anhänger bereits nach zwei Minuten zur ersten Spielunterbrechung.

Böller und Pyrotechnik in beiden Fanblöcken haben das Ostseestadion in dichten Rauch gehüllt. Nachdem es auf dem Spielfeld kurz weiter geht, knallen erneut Böller. Bei den Magdeburgern brennen Fan-Devotionalien und einzelne Hansa-Fans versuchen die Absperrungen in Richtung Gästeblock zu überwinden. Der Bremer Unparteiische Sven Jablonski unterbricht die Partie erneut und schickt die Mannschaften jetzt zurück in die Kabinen.

Nach einer insgesamt guten Viertelstunde Unterbrechung haben sich die Rauchschwaden endgültig verzogen und die Gemüter der Fans etwas abgekühlt. Jetzt steht im Rostocker Ostseestadion endlich wieder der Fußball im Mittelpunkt.

16.300 Zuschauer, darunter etwa 2.000 Gästefans, sehen beim Flutlichtspiel am Mittwochabend eine im Vergleich zum torlosen Remis gegen Holstein Kiel auf zwei Positionen veränderte Rostocker Startelf. Für den gelb-gesperrten Marco Kofler steht der Schweizer Stephan Andrist von Beginn an auf dem Platz, im Sturm setzt Hansa-Trainer Karsten Baumann an diesem Abend auf Julius Perstaller, der anstelle von Maik Lukowicz neben Soufian Benyamina in der Spitze spielt.

Den ersten Torschuss können in der 25. Minute die Magdeburger Gäste für sich verbuchen. Christian Beck verzieht seinen Schuss von der Strafraumgrenze aber doch recht deutlich. Die laufstarken Gäste haben in der Anfangsphase mehr vom Spiel, insgesamt müssen aber beide Mannschaften nach der Unterbrechung erst wieder ihren Spielfluss finden.

In der 37. Minute zappelt die Kugel im Tor der Rostocker, Schütze Marius Sowislo stand bei seinem Schuss jedoch im Abseits. Auf der Gegenseite scheitert Christian Dorda aus 15 Metern (52. Minute) und auch ein abgefälschter Jänicke-Schuss aus 25 Metern wird von FCM-Schlussmann Jan Glinker pariert (54. Minute). Nach 15 Minuten Nachspielzeit ohne große Höhepunkte verabschieden sich die Mannschaften torlos zum Pausentee.

Drei Minuten sind nach dem Seitenwechsel gespielt, als die Führung für die Hausherren fällt. FCM-Keeper Jan Glinker kann den Schuss von Julius Perstaller zwar noch parieren, der Abpraller landet jedoch bei Jan Löhmannsröben, der der Ball unfreiwillig in den eigenen Kasten befördert (48. Minute). Und wieder wird im Hansa-Block Pyrotechnik gezündet. Einige Unbelehrbare gefährden nicht nur die Führung ihrer Mannschaft, sondern dürften wieder einmal für empfindliche Strafen sorgen.

Die Rostocker machen mehr Druck und dominieren jetzt klar das Geschehen auf dem Platz, auch wenn durch viele kleine Fouls kein rechter Spielfluss aufkommen mag. In der 57. Minute ist es Soufian Benyamina, dessen Schuss nach einem Ahlschwede-Pass knapp am rechten Pfosten vorbeistreicht.

Wie aus dem Nichts fällt plötzlich der Ausgleich für die Gäste. Nach einem Foul an Beck bringt Burak Altiparmak den fälligen Freistoß passgenau im rechten Winkel unter (68. Minute). Jetzt brennt die Luft im Ostseestadion. Hansa-Trainer Karsten Baumann reagiert und bringt Marcel Gottschling (für Julius Perstaller) ins Spiel.

In der 75. Minute kann sich Gottschling auf der rechten Seite durchsetzen, sein Schuss geht aber weit über den Magdeburger Kasten. Zwei Zeigerumdrehungen später ist Andrist durch und trifft ins Tor, allerdings aus Abseitsposition. Nach einer Gäste-Ecke starten die Rostocker einen schnellen Konter über Gottschling, der Ball geht jedoch rechts am Tor vorbei – Ahlschwede kommt einen Hauch zu spät (78. Minute).

Nach langer verletzungsbedingter Pause feiert Aleksandar Stevanovic (für Stephan Andrist) seine Rückkehr in die 3. Liga und zeigt sich gleich mit einem schönen Freistoß, doch trotz zahlreicher Chancen zu Spielende hapert es bei den Rostockern an diesem Abend wieder einmal im Abschluss. Tore fallen nicht mehr und so endet eine ausgesprochen emotionale Begegnung trotz leichter Vorteile für die Gastgeber mit einem insgesamt gerechten Remis.

Mit zwölf Punkten rutscht Hansa Rostock nach dem 10. Spieltag um zwei Positionen auf den 11. Tabellenplatz ab. Weiter geht es für die Hansa-Kogge am Samstag, wenn die Rostocker zum Abschluss der Englischen Woche bei Wehen Wiesbaden zu Gast sind.

Tore:
1:0 Jan Löhmannsröben (47. Minute, Eigentor)
1:1 Burak Altiparmak (68. Minute)

Aufstellung, FC Hansa Rostock:
Marcel Schuhen (Torwart)
Maximilian Ahlschwede, Matthias Henn, Dennis Erdmann, Christian Dorda
Michael Gardawski, Stephan Andrist (Aleksandar Stevanovic, 84. Minute), Jose Alex Ikeng, Tobias Jänicke
Soufian Benyamina, Julius Perstaller (Marcel Gottschling, ab 70. Minute)

Schlagwörter: FC Hansa Rostock (788)Fußball (737)Sport (1007)

Das könnte dich auch interessieren:

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Hiermit stimme ich der Veröffentlichung meines Kommentars sowie der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten incl. meiner IP-Adresse gemäß der Datenschutzerklärung zu.