Lange Schlangen vor und dichtes Gedränge in den Museen und Sammlungen in Rostocks Innenstadt. Die Lange Nacht der Museen lockte am späten Sonnabend Tausende Besucher in die Schatzkammern der Hansestadt. „Wir sind überrannt worden“, lautet das Fazit von Dr. Steffen Stuth, Leiter des Kulturhistorischen Museums. Hier war die Lange Nacht der Museen mit Musik des Jugendorchesters der Hansestadt Rostock eröffnet und mit einem stimmungsvollen Konzert von Philipp Krätzer und Carina Castillo in der Klosterkirche beendet worden.
Viele Ausstellungsorte hatten ein besonderes Programm mit Führungen und Vorträgen für die Lange Nacht der Museen vorbereitet. 18 Museen und Sammlungen beteiligten sich daran. In der Innenstadt waren es neben dem Kulturhistorischen Museum auch das Kempowskiarchiv und die Marienkirche, die nächtliche Einblicke in die Kunst- und Kulturgeschichte Rostocks gewährten. Das Schifffahrt- und Schiffbaumuseum, das sonst auf dem Traditionsschiff im Schmarl zuhause ist, war bei der Geschichtswerkstatt im Kröpeliner Tor zu Gast. Und auch die BStU-Außenstelle hielt ihren Multimedia-Vortrag diesmal nicht in der Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen Stasi-U-Haftanstalt (hier wird gerade saniert), sondern in der Societät Rostock maritim.

Nicht nur Ausstellungen, sondern auch prunkvolle Räume, die den Glanz vergangener Zeiten konservieren, wie die Aula des Unihauptgebäudes oder der Barocksaal öffneten ihre Türen. Im letzteren zeigte die Ballettschule Marquardt Tänze aus der Renaissance und dem Barock in historischen Kostümen. Zuvor gab es hier für Familien ein Puppentheater.
Außerhalb der regulären Öffnungszeiten luden zur Langen Nacht der Museen das Edvard-Munch-Haus, das Heimatmuseum, der Leuchtturm, die Kirche und das Seenotretter-Informationszentrum in Warnemünde zu Besichtigungen ein. Zeitgenössische Kunst und eine Uraufführung des Volkstheaters waren in der Rostocker Kunsthalle zu erleben.

Besonders liegt ihm dabei die große Ausstellung zur Stadtgeschichte „Rostock. Jetzt 800“ am Herzen. Seit sie vor vier Monaten eröffnet wurde, hat sie schon über 45.000 Besucher in das Kulturhistorische Museum gelockt. Wer es bisher verpasst hat, hat noch bis zum 4. November Gelegenheit dazu.