Fotoausstellung „Mein liebster Platz“ eröffnet

Fünf Rostocker MigrantInnen erkunden fotografisch Rostock

11. März 2011, von
Chor Nadeshda, Freunde der russischen Sprache e.V.
Chor Nadeshda, Freunde der russischen Sprache e.V.

Dass Rostock schöne Seiten hat, weiß jeder, der hier schon länger wohnt. Ob nun der Strand, die alte Innenstadt oder der Hafen – alles Plätze, an denen man schöne Stunde verbringen kann. Doch wie sehen Menschen die Stadt, die noch nicht so lange hier sind? Dieser Frage geht die Fotoausstellung „Mein liebster Platz. Rostocker MigrantInnen erkunden fotografisch ihre neue Heimat“ nach. Zur Eröffnung der Ausstellung im Rahmen der Interkulturellen Wochen gegen Rassismus kamen etwa 50 Leute in den Waldemar Hof, um sich ein Bild von den Bildern zu machen.

Juri Rosov, Vorsitzender des Migrantenrates Rostock
Juri Rosov, Vorsitzender des Migrantenrates Rostock

Auch wenn der Waldemar Hof einer der vier Initiatoren der Ausstellung ist, war der Ort vielleicht nicht die beste Wahl für die Eröffnung. Durch den engen Flur, auf dem auch Tische aufgebaut waren, und die Eltern, die ihre Kinder fortwährend aus der Kita abholten, konnten sicher nur wenige Gäste alle Redner sehen. Zum Glück war die Akustik aber so gut, dass dies nur ein kleiner Wermutstropfen war, der die gute Stimmung aber nicht trübte. Sehr hörenswert war vor allem die Musikbegleitung durch den Chor „Nadeshda“ des Vereins „Freunde der russischen Sprache“. Ich konnte zwar nicht verstehen, wovon die Frauen sangen und trotzdem steigerten die Stücke meine Laune ungemein. Das hat einfach Spaß gemacht.

Rostocks Integrationsbeauftragte Stephanie Nelles
Rostocks Integrationsbeauftragte Stephanie Nelles

Begrüßt wurden die Anwesenden zuerst von Juri Rosov, dem Vorsitzenden des Migrantenrates Rostock. Er setzte sich in seiner kurzen Rede mit dem Begriff der Heimat auseinander. Zwar fühlt er sich hier in Rostock wohl, jedoch sei es immer schwierig, in eine neue Stadt zu kommen. Es sei so, wie ein deutsches Sprichwort sagt: „Die erste Heimat ist eine Mutter, die zweite Heimat ist eine Stiefmutter.“

Nach ihm sprach Rostocks Integrationsbeauftragte Stephanie Nelles. Für sie war es der erste öffentliche Auftritt, da sie erst seit dem 1. Februar im Amt ist. Auch sie griff noch einmal den Begriff Heimat auf. „Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl“, beschrieb sie es.

Dr Maher Fakhouri vom Verein migra
Dr Maher Fakhouri vom Verein migra

Eröffnet wurde die Ausstellung dann von Dr. Maher Fakhouri vom migra e.V., der sich für Sprache, Bildung und Integration für MigrantInnen in Mecklenburg-Vorpommern einsetzt. Mit den Bildern will der Verein zeigen, dass Rostock viele Gesichter hat und schöne Plätze nicht unbedingt nur Gebäude sein müssen, sondern viel mehr auch Plätze und Momente.

Für die Ausstellung wurden 24 Bilder von 4 Frauen und einem Mann ausgewählt. Das Besondere daran ist, dass einige der Teilnehmer erst seit einem Jahr in Rostock sind. Und dafür sind die Aufnahmen doch erstaunlich gut und auch vielfältig geworden.

Victor Levitskiy vor einem seiner Bilder
Victor Levitskiy vor einem seiner Bilder

Victor Levitskiy ist der einzige männliche Fotograf bei der Ausstellung. Der Arzt arbeitet im Bereich der Strahlentherapie an der Uniklinik und ist seit acht Jahren in Rostock. Auch wenn er schon in einigen Städten lebte, ist Rostock die schönste Stadt. „Rostock hat einfach ein schönes Gesicht.“ Auch wenn er sich hier wohlfühlt, verriet er mir, dass es noch nicht feststeht, ob er hier bleiben kann, weil Ärzte nur befristete Arbeitsverträge bekommen.

Und was sind eure liebsten Plätze in Rostock? Inspiration könnt ihr euch noch bis zum 7. April in den Räumen des Waldemarhofs holen. Danach geht es für die Bilder weiter nach Bad Doberan und Güstrow.

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