Verkehrsunfallstatistik 2012 der Polizeiinspektion Rostock

Die Verkehrsunfallzahlen sanken 2012 in Rostock auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren – es gab weniger Tote, aber mehr Schwerverletzte

10. Mai 2013
Die Kreuzung am Vögenteichplatz gehört weiterhin zu den Unfallschwerpunkten
Die Kreuzung am Vögenteichplatz gehört weiterhin zu den Unfallschwerpunkten

Die Polizeiinspektion Rostock registrierte im vergangenen Jahr im Bereich der Hansestadt insgesamt 5.519 Verkehrsunfälle. Die Anzahl der Unfälle sank damit um 3,84 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (5.731). Insgesamt zeigt die Unfallentwicklung eine deutlich positive Tendenz. 2012 ereigneten sich die wenigsten Verkehrsunfälle der vergangenen 5 Jahre.

Mit zwei tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern liegt auch die Zahl der Verkehrstoten auf einem Tiefststand. Dem Trend der letzten Jahre folgend, ist auch die Zahl der Verletzten erneut gesunken und befindet mit 700 verletzten Verkehrsteilnehmern (2011 – 729) ebenfalls auf dem niedrigsten Stand der letzten 5 Jahre.

Angestiegen ist dagegen die Anzahl der Schwerverletzten. Mit 76 Schwerverletzten (2011 – 57) liegt die Zahl deutlich über der des Vorjahres.

Verkehrsunfallentwicklung in den zurückliegenden fünf Jahren:

Bereich Hansestadt RostockVerkehrsunfälleToteVerletzte (davon schwer)
20125.5192700 (76)
20115.7315729 (57)
20105.8023753 (63)
20095.5434842 (71)
20085.6386872 (90)

Hauptunfallursachen 2012:

Die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle im Bereich der Hansestadt Rostock sind wie in den vorangegangenen Jahren:

  1. Nichtbeachten der Vorfahrt
  2. das Führen eines Fahrzeuges unter Einwirkung von Alkohol
  3. Fehler beim Abbiegen

Bei den Verkehrsunfällen des vergangenen Jahres standen 111 Unfallbeteiligte unter Alkoholeinfluss. Zusätzlich stoppten die Beamten der Polizeiinspektion Rostock im Rahmen der Verkehrsüberwachung 472 Verkehrsteilnehmer, die unter dem Einfluss von Alkohol (448) bzw. Drogen (24) standen.

Bei den durch Alkohol verursachten Unfällen wurden 44 Personen verletzt (davon 10 schwer).

Die Unfallursache „Überholen“, die landesweit in der Unfallstatistik zu finden ist, hat im innerstädtischen Verkehr mit 1,36 Prozent eine untergeordnete Bedeutung.

Dagegen ist in Rostock bei der Betrachtung von Unfallursachen insbesondere der Abstand zum Vorausfahrenden zu berücksichtigen. Eine Vielzahl der Verkehrsunfälle ist auf zu dichtes Auffahren zurückzuführen. Die Unfallfolgen bei den daraus resultierenden Unfällen sind im Vergleich zu Verkehrsunfällen nach Vorfahrtsfehlern bzw. aufgrund unangepasster Geschwindigkeit aber eher gering.

Mit gezielten Maßnahmen der Verkehrsüberwachung geht die Polizei seit Jahren gegen die Unfallursache „Geschwindigkeit“ vor. Im Bereich der Hansestadt Rostock konnte diese Ursache aus den „Top 3“ der Unfallursachen gedrängt werden.

So wurden im Rahmen der 293 Geschwindigkeitskontrollen im vergangenen Jahr 11.944 Fahrzeuge gemessen. 3.247 Fahrzeugführer waren zu schnell unterwegs.

Die Ergebnisse der insgesamt 658 Verkehrskontrollen zeigen, wie notwendig eine stetige Verkehrsüberwachung ist. So wurden neben den Geschwindigkeitsverstößen u.a. folgende Verkehrsordnungswidrigkeiten festgestellt: 626 Rotlichtverstöße, 8.972 Halte- / Parkverstöße, 2.503 Fahren ohne Gurt und 929 x fehlende Hauptuntersuchung.

Unfallverursacher – Risikogruppen:

Die jungen Fahrer im Alter bis 25 Jahren bilden nach wie vor eine der Risikogruppen im Straßenverkehr. 20,75 Prozent der Verkehrsunfälle wurden von Fahrern dieser Altersgruppe verursacht. Allerdings zeigt die Entwicklung in der Hansestadt Rostock, dass auch die Altersgruppen der 45- bis 54-Jährigen (18,0 Prozent) sowie die 25- bis 34-Jährigen (18,42 Prozent) auffällig häufig Verkehrsunfälle verursachen.

Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung Von den 5.519 Verkehrsunfällen des vergangenen Jahres ereigneten sich 326 unter Beteiligung von Radfahrern Die Art dieses Fortbewegungsmittels bringt es mit sich, dass gerade bei Radfahrunfällen häufig Verletzte zu verzeichnen sind. So wurden im Jahr 2012 in Rostock insgesamt 244 Fahrradfahrer verletzt (davon 34 schwer).

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort:

Bei 1.616 der 5.519 Verkehrsunfälle des letzten Jahres entfernten sich Unfallbeteiligte unerlaubt vom Unfallort. Damit stieg diese Zahl gegenüber dem Vorjahr erneut um weitere 115 Fälle an. Ein absoluter Negativtrend – mittlerweile flüchtet in Rostock fast jeder 3. Beteiligte unerlaubt vom Unfallort.

Die seit 2011 in der Polizeiinspektion Rostock elektronisch geführte Unfalltypenkarte gibt ein genaues Verkehrslagebild für die Hansestadt wieder. Die erkannten Unfallhäufungsstellen werden in der Verkehrsunfallkommission besprochen, um geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr zu finden. Besondere Unfallschwerpunkte in der Hansestadt Rostock sind u.a.:

  • Hohlbeinplatz
  • L 22/ Am Strande – Warnowstraße / Gaffelschonerweg
  • Vögenteichplatz
  • Bereich Warnowallee / St.-Petersburger Straße

Quelle: Polizeiinspektion Rostock

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