Neujahrsbabys 2022 am Südstadt-Klinikum

Vier muntere Jungs eröffneten den Geburtsreigen 2022 am Klinikum Südstadt Rostock – fast 3.000 Kinder kamen 2021 in der größten Geburtsklinik in Mecklenburg-Vorpommern zur Welt

1. Januar 2022
Schwester Monika Petruschka mit Justus - der dritte junge Mann in der Neujahrsnacht 2022, der nicht länger warten wollte. (Foto: Joachim Kloock)
Schwester Monika Petruschka mit Justus - der dritte junge Mann in der Neujahrsnacht 2022, der nicht länger warten wollte. (Foto: Joachim Kloock)

Viel Trubel herrschte an Neujahr im Kreißsaal – um 1.15 Uhr eröffnete wie im Vorjahr ein kleiner „Tristan“ den Geburtsreigen 2022 (3.700 g/51 cm), es folgte um 3.34 Uhr Kalle (3.640 g/50 cm), um 6.30 Uhr Justus (2.500 g/48 cm) und um 7.10 Uhr Anton (4.215 g/53 cm). Justus hatte es besonders eilig, er kam zehn Tage früher und machte seine Mama Julia (31) sehr glücklich. Der Papa war bei der Geburt des ersten Kindes der Rostocker Familie auch dabei.

Im Vergleich zum Vorjahr legte das Team der Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt fast eine Punktlandung hin. In diesem Jahr verzeichnete die größte Geburtsklinik in Mecklenburg-Vorpommern 2.829 Geburten (2020: 2.787). Insgesamt 2.919 Kinder (2020: 2.883) werden später in ihrem Pass als Geburtsort Rostock zu stehen haben, darunter 1.433 Mädchen und 1.486 Jungen. Darunter waren 90 Zwillingspärchen (2019: 96). Für einen kleinen Buben mit einem Geburtsgewicht von nur 370 Gramm gab es ein Happy End. Seine Familie konnte mit dem Kleinen nach vier Monaten Aufenthalt in der Klinik für Neonatologie das Weihnachtsfest zuhause feiern.

„Für uns war es das zweite Jahr unter Pandemiebedingungen. Erstmals hatten wir mit 30 Schwangeren auch einen erheblichen Anteil an Frauen zu betreuen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten und sich natürlich besondere Sorgen um ihre Geburt und die Gesundheit ihres Kindes gemacht haben“, sagte die Leitende Oberärztin der Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt Rostock, Dr. Kerstin Hagen. „Bis auf zwei Ausnahmen mit schwereren Verläufen hatten alle Frauen nur einen leichten Erkrankungsverlauf oder waren sogar symptomfrei. Auch sie wurden und werden mit ihrem Kind, wenn auch isoliert, auf der Entbindungsstation untergebracht. Unsere Erfahrung ist, dass sich schwangere Frauen mit der Impfung immer noch sehr zurückhalten. Wir würden eine Impfung empfehlen.“

Kaylee Serenity, Keke und Lescadio?

Das Jahr war jedoch nicht nur aus Pandemiesicht einmal mehr einzigartig. Immer wieder erleben die Fachpflegekräfte, Hebammen sowie Ärztinnen und Ärzte kleine und größere Wunder. So verlief eine Geburt fast wie ein Roadmovie. Eine junge Frau aus Schleswig-Holstein wollte mit einem Anhänger die Fahrzeuge von einer privaten Moped-Tour aus Kühlungsborn abholen, als es zu Komplikationen mit ihrem ungeborenen Baby kam. Daraufhin sollte sie mit einem Rettungswagen in die Klinik gebracht werden. Der hatte jedoch einen Unfall auf der Autobahn und es musste ein neuer Krankentransport her. Endlich angekommen musste das Kind auch sofort geholt werden und schon bald darauf konnte die glückliche Mutti mit ihrem Neugeborenen wohlauf ins Nachbarbundesland entlassen werden.

„Die meisten Geburten verlaufen normal, so dass wir solche außergewöhnlichen Fälle in besonderer Erinnerung behalten“, so die Gynäkologin. Ebenso wie die Patientin, deren Muttermund sich bereit in der 22. Schwangerschaftswoche viel zu früh geöffnet hatte. „Wir wollten die Hoffnung jedoch nicht aufgeben und haben den Muttermund operativ verschlossen“, berichtete die Ärztin. „Fünf Wochen später konnte die Frau gesunde Zwillinge auf die Welt bringen.“

Die jüngste Mutti war in diesem Jahr 15 Jahre, die älteste 49 Jahre. Eine Mutter freute sich gar über ihr elftes Kind. Den weitesten Heimweg hatte eine Urlauberin aus Darmstadt, deren Baby nicht mehr warten wollte. Die „schwerste“ Geburt war ein Mädchen mit 5.620 Gramm.

„Wichtig war uns, dass die werdenden Mütter bei der Geburt immer begleitet werden konnten“, betonte Dr. Kerstin Hagen, die darauf verwies, dass dies aktuell aufgrund der aktuellen Lage nur für geimpfte Partner gelte. Die Wahl auf die wohl ausgefallensten Namen fiel in diesem Jahr auf Kaylee Serenity und Keke bei den Jungs und auf Poppy und Winnie (Zwillinge) und Lescadio bei den Mädchen.

Cornelia Nicolai versorgt ein Frühchen. Seit elf Jahren gehört die Kinderkrankenschwester zum Team der Klinik für Neonatologie. (Foto: Joachim Kloock)
Cornelia Nicolai versorgt ein Frühchen. Seit elf Jahren gehört die Kinderkrankenschwester zum Team der Klinik für Neonatologie. (Foto: Joachim Kloock)

Nachsorgeschwester hilft bei Risikofrühchen

Mit der Klinik für Neonatologie und der Universitätsfrauenklinik steht den Familien das größte Perinatalzentrum (LEVEL I) des Landes zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen zur Verfügung. Im Vorjahr wurden dort insgesamt 276 Mädchen und Jungen vor dem errechneten Geburtstermin geboren (2020: 313). Einen längeren Start ins Leben und Aufenthalt in der Klinik haben Frühchen unter 1.500 g. Im Vorjahr betraf das 54 kleine Kämpferherzen unter 1.500 g und 31 Extremfrühstarter unter 1.000 g.

„Die Freude war sehr groß in unserem Team, als unser Extremfrühchen, ein kleiner Junge mit 370 Gramm Geburtsgewicht, nach vier Monaten nach Hause entlassen werden konnte“, betonte der Leitende Oberarzt in der Klinik für Neonatologie, Dr. Ralf Seeliger. „Die Eltern konnten gemeinsam mit ihrem Kind Weihnachten zuhause feiern. Außerdem stellen wir Familien mit extrem unreif geborenen Frühchen eine Nachsorgeschwester zur Seite. Diese betreut die Mütter und Väter nach einem längeren Klinikaufenthalt, um den Übergang in eine selbständige Versorgung zu erleichtern. Das spezielle sozialmedizinische Angebot der Klinik kann sich über mehrere Monate erstrecken und wird von den Eltern immer sehr dankbar angenommen. Pandemiebedingt kann die aufsuchende Nachsorge aktuell nur bei Kindern vollständig geimpfter Eltern stattfinden.“

In der Klinik für Neonatologie stehen 14 Intensiveinheiten und elf Nachsorgeplätze zur Verfügung. Ein Vorteil ist auch der am Südstadtklinikum stationierte Intensivtransporthubschrauber Christoph 92 von der Johanniter Luftrettung. So ging der längste Hubschrauber-Verlegungsflug im Inkubator nach Celle, um ein zu früh geborenes Urlauberkind heimatnah zu verlegen.

Mehr Wohlfühlatmosphäre für die Eltern

Das Klinikum Südstadt plant die Schaffung von mehreren Familienzimmern und großzügigen Aufenthaltsbereichen für die frischgebackenen Mütter und Väter. Das kündigte Verwaltungsdirektor Steffen Vollrath an. „Baubeginn ist voraussichtlich noch Ende des ersten Halbjahres. Die Kosten der Modernisierung in Höhe von ca. 500.000 Euro trägt das Klinikum aus Eigenmitteln. „Wir möchten, dass die jungen Eltern nach der Geburt die erste Stunden und Tage im Klinikum gemeinsam in einer angenehmen Atmosphäre erleben können“, so Vollrath.

Quelle: Klinikum Südstadt Rostock, Fotos: Joachim Kloock

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