Rostock belegt im Städteranking des SKL-Glücksatlas 2026 erneut den letzten Platz. Mit 5,80 Punkten auf der Zufriedenheitsskala bildet die Hansestadt unter den 40 größten Städten Deutschlands das Schlusslicht – mit großem Abstand zum Vorletzten Wiesbaden (6,50 Punkte). Das Ranking, das der Glücksatlas in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg erstellt, sieht Erfurt mit 7,74 Punkten an der Spitze; der Durchschnitt aller Großstädte liegt bei 7,02 Punkten.

Für Rostock ist es bereits das dritte Jahr in Folge auf Rang 40. Der Abstand zum Vorletzten ist dabei kontinuierlich gewachsen.

Subjektive Selbsteinschätzung vs. objektive Daten

Der Glücksindex beruht auf einer Selbsteinschätzung: Die Befragten bewerten ihre Lebenszufriedenheit auf einer Skala von 0 („ganz und gar nicht zufrieden") bis 10 („völlig zufrieden").

Dieser subjektive Wert weicht in Rostock auffällig von den objektiven Rahmenbedingungen ab. Denn tatsächlich steht die Hansestadt keineswegs schlecht da: Im Index der objektiven Lebensqualität belegt Rostock Rang 17 von 40, liegt also im guten Mittelfeld. Bei Kriminalität, Infrastruktur und Umweltqualität schneidet unsere Hansestadt sogar überdurchschnittlich ab. Dass die selbst eingeschätzte Zufriedenheit mit 5,80 Punkten dennoch deutlich darunter liegt, macht Rostock im Glücksatlas zu einem klaren „Underperformer": Die Menschen bewerten ihr Leben spürbar schlechter, als es die statistischen Voraussetzungen erwarten ließen.

Viele Unzufriedene, wenige Hochzufriedene

Besonders deutlich wird die Schieflage bei der Verteilung der Zufriedenheit. Laut Studie zählt fast jeder dritte Rostocker (29,8 Prozent) zu den Unzufriedenen – der höchste Wert aller Städte. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Hochzufriedenen auf nur 25,9 Prozent, den niedrigsten Wert im Ranking. Zum Vergleich: Im Städtedurchschnitt sind es 45,2 Prozent. Zu den Unzufriedenen gehören vor allem Alleinlebende, Senioren sowie Menschen mit niedrigen Einkommen, während zu den wenigen Hochzufriedenen eher Familien zählen.

Auffällige Sozialstruktur als Erklärung

Die Studie führt die geringe Lebenszufriedenheit vor allem auf die Sozial- und Wohnstruktur zurück. Rostock zählt zu den ältesten Großstädten Deutschlands, mehr als die Hälfte der Einwohner lebt allein. Hinzu kommen eine der niedrigsten Geburtenraten und die zweitniedrigste Wohneigentumsquote im Städtevergleich. Haushalte mit Kindern sind selten, die Mieten steigen stark, und auch geringe Steuereinnahmen sowie eine hohe Schulabbrecherquote belasten das Bild.

Ganz negativ fällt die Bilanz allerdings nicht aus. Rostock verzeichnet wenige Wohnungseinbrüche, kurze Pendelwege, die beste Luftqualität im gesamten Vergleich und eine hohe Ärztedichte. Auch Mindestsicherungs- und Schuldnerquote fallen niedrig aus.

Lebenszufriedenheit insgesamt gestiegen

Rostock steht gegen den allgemeinen Trend des Rankings. Insgesamt ist die Lebenszufriedenheit in den deutschen Großstädten erneut gestiegen, wenn auch langsamer als in den Vorjahren. Innerhalb Ostdeutschlands liegen die Großstädter mit durchschnittlich 6,91 Punkten am unteren Ende. Erfurt sticht als positive Ausnahme heraus.

Für das Städteranking 2026 befragte das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Glücksatlas insgesamt 23.286 Menschen zwischen 16 und 84 Jahren in den 40 größten Städten Deutschlands. Für belastbare Ergebnisse werden jeweils drei Befragungsjahre zusammengefasst.