Symposion über Rechtsextremismus in Europa

Öffentliches Experten-Symposion im Barocksaal und im Edvard-Munch-Haus in Warnemünde vom 4. bis 6. April 2013

Edvard Munch Haus in Warnemünde
Edvard Munch Haus in Warnemünde

Am 22. Juli 2011 zündete der norwegische „Tempelritter“ Anders Behring Breivik eine Bombe im Osloer Regierungsviertel und tötete anschließend Jugendliche eines sozialdemokratischen Ferienlagers auf der Insel Utøya, 77 Opfer waren zu beklagen; im Laufe der letzten mindestens zehn Jahre ermordete eine sich Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) nennende Gruppe aus Ostdeutschland Türken, Griechen und Polizisten, zahlreiche Banküberfälle gehen auf diese Gruppe zurück; vor nunmehr 20 Jahren kam es zu den schwersten fremdenfeindlichen Übergriffen in der deutschen Nachkriegsgeschichte: im Rostocker Vorort Lichtenhagen brannte unter dem Beifall unzähliger Schaulustiger ein Wohnblock, in dem sich 115 Vietnamesen und ein ZDF-Fernsehteam befanden; Attentate und Morde von Rechtsradikalen sind ebenso in Schweden und in den Niederlanden geschehen.

Diese Ereignisse kann man als die Spitzen von Eisbergen wahrnehmen – denn Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus sind in Europa 68 Jahre nach der militärischen Niederlage von Faschismus und Nationalsozialismus wieder politische Realität; in den meisten europäischen Ländern hat sich der Rechtspopulismus in unterschiedlicher Stärke in den Parlamenten und in den Verwaltungen eingerichtet. Er bestimmt in einigen Ländern die Regierungspolitik, er beschäftigt die Öffentlichkeit, die Polizei, die Staatsanwaltschaften, die Wissenschaft – er gehört zum politischen Alltag in ganz Europa.

Auf einem Symposium in der Reihe der Edvard-Munch-Haus-Gespräche werden ausgewiesene Experten aus Wissenschaft, Politik und Journalismus, sowie Akteure der Zivilgesellschaft die Komplexe des Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Europa – speziell Deutschland, Frankreich, Ungarn und Skandinavien – diskutieren.

Das Symposium wird am Donnerstag, den 4.4. um 17 Uhr in Anwesenheit des Innenministers Herrn Lorenz Caffier und des Königlich Norwegischen Botschafters Herrn Sven Erik Svedman eröffnet mit einer Auftaktveranstaltung im Rostocker Barocksaal.

Am Freitag, dem 5.4. und am Samstag, dem 6.4. wird im Edvard-Munch-Haus weiter öffentlich getagt.

Weitere Informationen und Programm

Quelle: Edvard-Munch-Haus e.V.

Schlagwörter: Barocksaal (12)Edvard-Munch-Haus (17)Lichtenhagen (156)Norwegen (2)Politik (118)

Das könnte dich auch interessieren:

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Hiermit stimme ich der Veröffentlichung meines Kommentars sowie der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten incl. meiner IP-Adresse gemäß der Datenschutzerklärung zu.