Charlie Watts in Rostock

Rolling Stones Schlagzeuger swingt mit The ABC&D of Boogie Woogie im Hotel Radisson Blu

12. März 2012, von
Charlie Watts in Rostock
Charlie Watts in Rostock

Was für eine Sensation: Charlie Watts kommt nach Rostock. Der Schlagzeuger der Rolling Stones, unbestritten eine Musiklegende, in unserer Hansestadt! Gleich an zwei Abenden tritt er mit seiner Band The ABC & D of Boogie Woogie vor dem Rostocker Publikum auf. Eingefädelt haben das Konzerterlebnis Astrid Hanisch und ihr Partner von der Kleinkunstbühne Ursprung, wo heute Abend das zweite – bereits ausverkaufte – Konzert stattfinden wird.

Astrid Hanisch von der Kleinkunstbühne "Ursprung"
Astrid Hanisch von der Kleinkunstbühne "Ursprung"

„Zu verdanken haben wir das, was wir heute erleben, dem Kontakt von Ben Waters, der bei uns schon zu Gast war. Wir haben die Truppe vor zwei Jahren in Wien kennengelernt und uns ganz doll gefreut, als der Anruf kam mit der Nachricht: Wir kommen zu euch nach Rostock,“ erzählt sie zu Beginn des ersten Konzerts ganz aufgeregt.

Etwa 350 Gäste hatten gestern Abend im Ostseesaal des Hotel Radisson Blu Platz genommen. Natürlich viele Rolling Stones Fans, die sich vom Starappeal des Schlagzeugers locken ließen. Aber auch viele Jazz-Liebhaber, die ihre alten Schallplatten zum Signieren mitgebracht hatten. Denn mit den beiden Boogie-Woogie-Pianisten Axel Zwingenberger und Ben Waters sowie dem Kontrabassisten Dave Green standen weitere hochkarätige Musiker auf der Bühne.

Axel Zwingenberger
Axel Zwingenberger

Axel Zwingenberger erinnert sich an die erste Zusammenarbeit: „1986 wurde ich nach London eingeladen, um an einer Fernseh-Dokumentation über die Geschichte des Boogie-Woogie teilzunehmen, die South Bank Boogie Show. Neben historischen Filmen gab es auch eine Studiosession. Ich war einer der vier Pianisten. Man sagte mir, dass es auch noch eine Rhythmusgruppe geben wird, aber nicht wer es sein wird. Im Studio stand dann plötzlich am Kontrabass Dave Green und am Schlagzeug Charlie Watts.“

Ben Waters
Ben Waters

2009 brachte schließlich der junge englische Pianist Ben Waters die Gruppe zusammen. Aus den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen wurde der Bandname The A B C & D of Boogie Woogie. Der Name ist Programm.

Als die ersten Beats von Axel Zwingenberger vom schwarzen Flügel rollen, beginnt der Saal zu swingen. Das Publikum lächelt und federt auf den Stühlen. Kopf, Hände, Füße wippen im Takt, mal zu wildem Boogie Woopie, mal zu den langsameren Blues-Stücken. Das meiste ist Improvisation und passiert in dem Moment. Ab und zu gibt es auch mal einen Titel.

The ABC&D of Boogie Woogie im Hotel Radisson Blu
The ABC&D of Boogie Woogie im Hotel Radisson Blu

Viele Songs aus den Pionierzeiten des Boogie-Woogie erklingen wie von Clearance „Piepton“ Smith, Versal Tomas oder eine Boogie-Woogie-Version von Gershwins „Oh, Lady Be Good!“

Aber auch eigene Kompositionen stellen die Musiker vor. „Sympathy for the drummer“, Axel Zwingenbergers augenzwinkernde Anspielung auf den Rolling Stones Titel „Sympathy for the Devil“ gehörte beispielsweise dazu.

Die Jugendfreunde Charlie Watts und Dave Green
Die Jugendfreunde Charlie Watts und Dave Green

Mit rhythmischen Feinheiten und ausdrucksstarken Soli wusste jeder der vier Musiker zu brillieren und dem Boogie-Woogie eine erstaunliche Vielfalt abzugewinnen. Das höchst aufmerksame Publikum honorierte dies mit großzügigem Applaus und stehenden Ovationen am Ende des Konzertes.

„Vom Schwung in der Musik“ ließen sich auch Diana und Dietmar Strecke anstecken.

Konzertbesucher Diana und Dietmar Strecke
Konzertbesucher Diana und Dietmar Strecke

Charlie Watts und Axel Zwingenberger waren auch für sie die großen Namen, die sie zum Konzert gezogen hatten. „Es ist relativ selten, dass man die Qualität dieser Musik einmal hier vor Ort sehen kann. Es passiert nicht allzu oft, dass Künstler dieser Kategorie hier auftreten“, würdigt Dietmar Strecke den Abend.

Mal so dicht an einem echten Rolling Stone heranzukommen, darüber freute sich auch ein weiterer Gast, der die Konzerte der legenderen Rockband schon in riesigen Stadien live erlebt hatte.

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