Segelschulschiff „Gorch Fock“ auf der Hanse Sail 2011

Das Marineschiff ist neben der „Bounty“ das Highlight der diesjährigen Hanse Sail

12. August 2011, von
Die "Gorch Fock" liegt bis zum Ende der Hanse Sail am Sonntag im Warnemünder Hafen
Die "Gorch Fock" liegt bis zum Ende der Hanse Sail am Sonntag im Warnemünder Hafen

Stolz liegt es am Warnemünder Passagierkai, das Segelschulschiff der Deutschen Marine. Trotz des anhaltenden Regenwetters zog es am Freitagnachmittag etliche Hanse Sail-Besucher in Richtung Ostsee. Die meisten waren mit bunten Regenschirmen oder Ostfriesennerzen ausgestattet. Am westlichen Warnowufer gab es schließlich auch einige Attraktionen. Die Fregatte Mecklenburg-Vorpommern, zum Beispiel, die am südlichen Ende des Hafens liegt, aber leider erst am Sonntag für Besucher geöffnet ist. Oder das Schiff des diesjährigen Partnerlandes Norwegen, die Sörlandet.

Auch ohne Gedrängel ging es in der Schlange zum Schiff zügig voran
Auch ohne Gedrängel ging es in der Schlange zum Schiff zügig voran

Ungeschlagener Publikumsmagnet war heute jedoch die „Gorch Fock“. Und sie wird es auch in den nächsten Tagen noch bleiben, denn an beiden Wochenendtagen können die Besucher das Segelschulschiff der Marine noch aus nächster Nähe betrachten. Vor dem Eingang war bereits von Weitem eine Menschenschlange auszumachen. Doch entgegen allen Erwartungen musste man sich nicht lange gedulden, um an Bord zu gehen. Das knapp 90 Meter lange Schiff wirkt auch noch beim Überqueren des Stegs fast übermächtig mit seinen drei, in den Himmel ragenden, Masten und den 23 Segeln.

Der Albatros braucht - wie ein Segelschiff - Wind, um in Bewegung zu bleiben
Der Albatros braucht - wie ein Segelschiff - Wind, um in Bewegung zu bleiben

Die Galionsfigur der „Gorch Fock“ ist ein goldener Albatros. „Der Albatros ist die meiste Zeit in der Luft und vor allem in stürmischen Gebieten unterwegs“, erklärte Oberbootsmann Martin Wenzlawski. So symbolisiert er die stetige Bewegung für das Marineschiff. Doch viel Zeit verbringt die „Gorch Fock“ auch in ihrem Heimathafen Kiel. „Da kommen wir gerade her und nach der Sail geht es auch dorthin zurück“, so Wenzlawski. Der Besucherstrom riss unterdessen nicht ab. Koordiniert wurden die Menschenmassen durch Seile, die nur einen Weg über das Segelschiff zuließen. „In fünf Stunden hatten wir bereits 4.000 Besucher“, resümierte Gunnar Wolff, Sprecher des Marineamtes Rostock.

Die Gorch Fock, das Segelschulschiff der Deutschen Marine auf der Hanse Sail 2011 in Rostock
Die Gorch Fock, das Segelschulschiff der Deutschen Marine auf der Hanse Sail 2011 in Rostock

Die „Gorch Fock“ steht seit Jahren Besuchern aus aller Welt auf mehreren maritimen Veranstaltungen zur Verfügung.

Neben der Hanse Sail legt sie auch regelmäßig bei der Sail in Bremerhaven und natürlich bei der Kieler Woche an. „Schön an der Sail in Warnemünde ist, dass es hier keine Partymeile gibt“, stellte Martin Wenzlawski fest. Hier drehe sich wirklich alles um die Schiffe.

Familie Börner verbrachte den ersten Tag auf der Hanse Sail
Familie Börner verbrachte den ersten Tag auf der Hanse Sail

Beim Anblick der großen Segel, des Steuerrades oder der Mannschaft konnte man nicht nur Kinderaugen leuchten sehen. Auch die drei Jungs von Jens und Grit Börner waren von dem großen Segelschiff sichtlich begeistert. Die Familie kommt aus Dresden und macht gerade drei Wochen Urlaub an der Ostsee. „Wir sind gestern erst angekommen, mal sehen, was uns auf der Hanse Sail noch so erwartet“, so der Familienvater. Gerade die „Gorch Fock“ sei aufgrund ihrer Geschichte und des Bekanntheitsgrades selbstverständlich besonders interessant.

Die Hanse Sail ist der erste Auftritt des Segelbootes seit dem Unfall im November 2010, bei dem eine 25-jährige Offiziersanwärterin tödlich verunglückte. Dieses Ereignis ist am heutigen Tag trotz des freudigen Anlasses präsent. „Doch wir kommen wieder in ruhigeres Fahrwasser“, kommentierte der Sprecher des Marineamtes das öffentliche Interesse an dem Unglück. Wie er erklärte, seien die Untersuchungen abgeschlossen und würden demnächst intern diskutiert werden, um gerade Mängel in puncto Sicherheit beseitigen zu können. Dann soll es auch wieder in die Takelage gehen, um Segel zu setzen, statt mit dem Schiffsdiesel zu fahren.

Publikumsmagnet "Gorch Fock": In fünf Stunden bereits 4.000 Besucher
Publikumsmagnet "Gorch Fock": In fünf Stunden bereits 4.000 Besucher

Für diejenigen, die auch nach dem Rundgang über das berühmte Segelschiff noch nicht genug von der „Gorch Fock“ haben, gibt es im gegenüberliegenden Shop ein paar Souvenirs zu kaufen – entweder für sie selbst oder die Daheimgebliebenen.

Und wer am ersten Open-Ship-Tag noch nicht die Gelegenheit hatte, das Segelschulschiff der Marine zu besichtigen, kann das morgen von 10 bis 18 Uhr oder am Sonntag von 10 bis 16 Uhr nachholen. Zu finden ist die „Gorch Fock“ am Liegeplatz P1 in Warnemünde. Der Rundgang über das Schiff ist kostenlos und die Besatzung gibt den interessierten Besuchern nicht nur fachkundige Auskunft, sondern steht auch bereitwillig für Erinnerungsfotos zur Verfügung.

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1 Kommentar

  • W-M.Braun sagt:

    Das mit dem „ruhigen Fahrwasser“ des „Stolzes der deutschen Marine“ war wohl nichts. Hat man das Auslaufen des Seglers aus Warnemünde gesehen, wo das Schiff fast, nach dem Brechen der Schleppertrosse, auf das gegenüberliegende Ufer (Hohe Düne)gefahren wäre. Auch das Bild aus der Ostsee- Zeitung vom Einlaufen vor der Sail in Warnemünde, die Ankerstellung des Steuerbordankers sehr von der des Backbordankers abwich. Peinlich, peinlich. Das Gleiche beim Auslaufen hier bloß umgekehrt, war das ein Gruß an Warnemünde? Würde gerne Interessenten Bildmaterialien zur Verfügung stellen.

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