„Shtandart” gewinnt die Hanse Sail Regatta 2010

„Shtandart”, „Twister”, „Stella Maris” und „Baumstark” entscheiden die Regatten der Hanse Sail Rostock 2010 für sich

7. August 2010, von
Shtandart und Brabander bei der Hanse Sail 2010
Shtandart und Brabander bei der Hanse Sail 2010

Langsam gewöhnt man sich an das, nennen wir es, mittelmäßige Wetter. Am heutigen Tag, an dem die Regatta der Traditionssegler stattfand, regnete es nicht, aber die Sonne schien eben auch nicht auf weiße Segel, wie der Optimalzustand noch bei der Eröffnung beschrieben wurde. Zur Herausforderung wurden die Umstände schließlich wohl dadurch, dass zudem die herrschenden zwei Windstärken nur eher gemütliches Fahren ermöglichten.

„Aphrodite” bei der Hanse Sail Regatta 2010
„Aphrodite” bei der Hanse Sail Regatta 2010

Die Traditionssegler werden traditionsgemäß in vier Klassen eingeteilt: Rahsegler, Schoner, Einmaster und Yachten. Im Gegensatz zu anderen Segelveranstaltungen sind bei der Hanse Sail ja keine olympischen Boote unterwegs. Was sich durchaus positiv auf Wiedererkennungswert und Fotogenität auswirkt.

So gibt es neben der Spannung des „Wettrennens” für die Zuschauer allein schon wegen der Schiffstypen aus unterschiedlichsten Zeiten immer etwas zu bestaunen. Und wenn dann auch noch das Schiff mit dem ältesten Vorbild das Rennen macht, kann man eigentlich nicht mehr verlangen, oder?

Shtandart
Shtandart

Die „Shtandard” ist eine Replik des ersten Schiffes der russisch-baltischen Marine und wurde von Zar Peter dem Großen entworfen. 1703 wurde das Original, 2000 die Replik fertiggestellt. Der Wiedererkennungswert mit Vertretern aus „Fluch der Karibik” ist nicht zu unterschätzen und macht sie zu einem besonderen Hingucker. Sie holte sich den begehrten Pokal in der Rahseglerklasse.

Segelschiff „Artemis” bei der Hanse Sail
Segelschiff „Artemis” bei der Hanse Sail

Obwohl sie mit großem Siegeswillen zur Hanse Sail kamen, mussten sich die Verfolger der „Shtandart” geschlagen geben. Auf dem zweiten Platz landete die „Artemis”, die so wenigstens ihrer Namensherkunft alle Ehre machte, ist Artemis doch die Göttin der Jagd.

In der Gruppe der Schoner konnte die „Twister” die Regatta für sich entscheiden. Das Schiff mit dem ungewöhnlichen Lila-Anstrich war vor dem Umbau zum Luxussegelschiff 1999 ein segelloses Fischereischiff gewesen.

Twister bei der Hanse Sail Rostock 2010
Twister bei der Hanse Sail Rostock 2010

Hartnäckig verfolgt – soweit bei Windstärke 2 möglich – wurde die „Twister” von der deutschen „Qualle” und der litauischen „Brabander”.

Auch hier scheint der Name Programm zu sein – ich habe noch nie eine Qualle ein Rennen gewinnen sehn. Aber Spaß beiseite, jeder der soviel Mühe in ein Schiff steckt, hätte den Sieg verdient, zum Schluss kann aber eben nur einer Erster sein.

Gaffelkutter „Stella Maris”  bei der Hanse Sail Regatta
Gaffelkutter „Stella Maris” bei der Hanse Sail Regatta

Der holländische Gaffelkutter „Stella Maris” war heute auf der Strecke westwärts bis Höhe Heiligendamm und zurück der schnellste der Einmaster.

Für ein Schiff, das inzwischen auch schon 94 Jahre auf dem Buckel bzw. Kiel hat, eine ordentliche Leistung. Sie konnte sich gegen die deutsche „Hoffnung” durchsetzen. Ich erspare mir jetzt mal den Kommentar zum Thema „auf das nächste Mal hoffen”.

Galionsfigur der Aphrodite
Galionsfigur der Aphrodite

Bei der vierten Gruppe schließlich gewann die „Baumstark” vor der „Daenn Blauwe”. Ausscheiden musste leider als einziges der 16 teilnehmenden Schiffe die „Aphrodite”, die aber mit ihrer Galionsfigur auf jeden Fall den Schönheitspreis verdient hätte.

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