Parade der Nationen und Koggenfahrt beenden Hanse Sail

Hanse Sail Rostock 2010 endet mit Höhepunkt für Freunde historischer Segelschiffe

9. August 2010, von
Crew der „Twister” bei der Siegerehrung während der Hanse Sail 2010
Crew der „Twister” bei der Siegerehrung während der Hanse Sail 2010

Der heutige Abend bot noch einmal einige Highlights, die eine gelungene 20. Hanse Sail abrundeten. Neben der Miss Hanse Sail Wahl, über die wir extra berichten werden, wurden zunächst einmal die Sieger der Regatta in den vier verschiedenen Klassen geehrt.

Die Besatzungen der „Shtandart”, der „Twister”, der „Stella Maris” und der „Baumstark” waren zur Siegerehrung auf die Bühne auf der Haedgehalbinsel gekommen. Oberbürgermeister Roland Methling, Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens, der Leiter der Regatta Uwe Jahnke und der Chef des Planungsbüros Holger Bellgardt beglückwünschten sie zu ihrem Erfolg.

Besatzung der „Stettin” bei der Hanse Sail
Besatzung der „Stettin” bei der Hanse Sail

Aber nicht nur sie kamen zu Ehren, auch „Stammgäste” der Hanse Sail, nämlich das Segelschulschiff „Greif” und der Dampfeisbrecher „Stettin”. Beide waren von Anfang an mit dabei und prägten seitdem das Bild der Hanse Sail mit, optisch wie auch – im Falle der Signalanlage der „Stettin” – akustisch. Die Besatzungsmitglieder der Stettin, die auffielen, weil sie in ihrer „Arbeitskluft” bzw. mit typischem Handwerkszeug erschienen, bedankten sich herzlich für die Unterstützung, die sie vonseiten der Organisatoren erfahren haben.

„Rostocker Oldies” bei der Hanse Sail Siegerehrung
„Rostocker Oldies” bei der Hanse Sail Siegerehrung

Neben den Regattateilnehmern wurden auch den Rudermannschaften der ZK10 Kutter ihre Urkunden erreicht. Die „Rostocker Oldies” hatten das ZK10 Rennen, das sogenannte Kutterpullen im Segelstadion für sich entscheiden können, was unter dem Publikum für großen Jubel sorgte. Die Plätze zwei und drei gingen an den NATO-Verband und die polnische „Dar Mlodziezy”.

Haikutter: Parade der Nationen zum Abschluß der Hanse Sail
Haikutter: Parade der Nationen zum Abschluß der Hanse Sail

Neben diesen „Formalitäten” wurde den immer noch zahlreichen Besuchern heute Abend ein weiteres Segelschmankerl präsentiert. Bei der „Parade der Nationen” konnten noch einmal die Haikutter bestaunt werden. Jeder repräsentierte eine andere, an der Hanse Sail beteiligte Nation und wurde von der „Stettin” lautstark gegrüßt. Musik und nette Tanzeinlagen auf den Kuttern taten ihr Übriges, um ordentlich Feierlaune aufkommen zu lassen.

Koggen-Geschwaderfahrt zur Hanse Sail
Koggen-Geschwaderfahrt zur Hanse Sail

Aber ein ganz besonderer Höhepunkt sollte noch bevorstehen. Die mittelalterlichen Koggen, die an der Silohalbinsel festgemacht hatten, machten sich gegen 20 Uhr gemeinsam auf den Weg nach Warnemünde. Bevor sie das taten, hatte ich die Gelegenheit, Ulrike Abels von der Kieler Hansekogge einige Fragen zu den Koggen und zu ihrem Schiff zu stellen. Weltweit gibt es nur sieben solcher Koggen, von denen vier aus Deutschland stammen, zwei aus Schweden und eine aus den Niederlanden.

Es ist also etwas Besonderes, wenn sie zusammenkommen und da Treffen normalerweise in Städten stattfinden, die selbst eine Kogge haben, kann man sich als Rostocker glücklich schätzen, einmal diese altehrwürdigen Fahrzeuge bewundern zu dürfen.

Ruderanlage der Kieler Hansekogge
Ruderanlage der Kieler Hansekogge

Die Kieler Hansekogge ist ein Nachbau einer 1962 glücklicherweise im Bremer Wesersand gefundenen Originalkogge, die seinerzeit von einer Sturmflut mitgerissen worden war.

Ohne diese hätte man nur auf Münzen und Ähnliches zurückgreifen können, da kaum Bilder und schon gar keine Bauanweisungen von Koggen existieren. Aber so konnte 1989 der Stapellauf des Nachbaus erfolgen.

Danach wurden zunächst einmal die Segeleigenschaften erprobt, schließlich hatte man keinerlei Erfahrungen mit dieser Schiffsklasse. Die Kieler Kogge verfügt über weniger Technik und ein originalgetreueres Innenleben als einige der anderen.

Technik der Kieler Kogge - Hanse Sail 2010
Technik der Kieler Kogge - Hanse Sail 2010

So ist beim Hissen des 100 Quadratmeter großen Rahsegels noch die Körperkraft von sieben bis acht Personen gefragt. Der imposante 25-Meter-Mast, an dem dieses Segel angebracht ist, ist übrigens ein einziger Lärchenstamm, ausgesucht aus einem dänischen „Mastenwald”.

Kapitän Michael Orgzey und seine acht- bis zwölfköpfige Crew halten das Schiff mit den Einnahmen von Gästefahrten und Spenden in Schuss. Dass die „Kieler Hansekogge” keinen so wohlklingenden Namen hat, wie „Ubena von Bremen” oder „Lisa von Lübeck”, hängt übrigens ganz einfach damit zusammen, dass man davon ausging, dass es ja sowieso keine zweite Kogge gibt.

Hansekoggen-Geschwaderfahrt vor dem Sonnenuntergang
Hansekoggen-Geschwaderfahrt vor dem Sonnenuntergang

Nachdem eine Autogrammstunde mit Spielern des F.C. Hansa sowie der anschließende Törn mit den Koblenz-Bezwingern und deren „Anhang” beendet war, konnte die Geschwaderfahrt der Koggen starten. Der Anblick, der elegant in den Sonnenuntergang dahingleitenden Koggen, war wohl das i-Tüpfelchen auf einer gelungenen Hanse Sail.

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