Tanzprojekt an der HMT

Schauspielstudenten der Hochschule für Musik und Theater zeigen Szenen einer Stadt

13. Dezember 2010, von
Tanzprojekt der HMT
Tanzprojekt der HMT

Straßenbahngebimmel, Autohupen oder Motorendröhnen – im Geräuschkonzert einer großen Stadt sind deren Einwohner kaum zu hören. Oder haben sie sich vielleicht gar nichts zu sagen?

Aber man kann sie sehen, wie sie durch den Alltag wandeln, meist hektisch und allein auf den asphaltierten Straßen und zwischen den hohen Häuserschluchten. Auch wenn sich bei dem Thema Großstadt oftmals schnell ein Bild eines anonymen und unwirtlichen Lebensraum aufdrängt. Ein Lebensraum, in dem sich die Menschen anscheinend beziehungslos auf vorgegebenen Verkehrsströmen bewegen, Pac-Man-gleich. Wer genau hinschaut, kann jedoch mehr entdecken.

Tanzprojekt der HMT
Tanzprojekt der HMT

Das zeigen zumindest zehn Studierende der Hochschule für Musik und Theater (HMT), die im dritten Studienjahr Schauspiel studieren. Unter der Leitung der Bewegungslehrerin Romy Hochbaum und mit Unterstützung von Franziska Henning haben sie an einem Tanzprojekt gearbeitet, dessen Ergebnis sie bei der Premiere am Freitag im gut gefüllten Katharinensaal präsentierten.

Ohne zu reden, nur mit ihrer Körpersprache und einigen Requisiten machen sie deutlich, dass die Straßen nicht von grauer Monotonie beherrscht werden, sondern dass es durchaus auch individuelle Farbtupfer (hier vor allem in Signalrot) gibt. Ob jung oder alt, Mann oder Frau, Menschen mit Persönlichkeit oder zumindest Typen, die sich in einem Moment der Entschleunigung wahrnehmen, berühren, gemeinsam gehen und sich dann wieder trennen.

Tanzprojekt der HMT
Tanzprojekt der HMT

Das Gehen erfolgt, für eine Stadt ungewöhnlich, zumeist barfüßig. Die Bewegungen werden dadurch tänzerischer. Doch zeigen auch High Heels, Rollschuhe und Fahrrad, wie sich durch den Bewegungsuntersatz die Haltung und damit auch die Erscheinung der Person verändert.

Personen, die so einmalig werden und eine Geschichte zu erzählen haben. Oft drehen sich diese Geschichten um Beziehungen zueinander. Nicht selten kommt es dabei auch zu körperlichen Verschmelzungen, „Sex and the City“ eben.

Tanzprojekt der HMT
Tanzprojekt der HMT

Begleitet wird das Großstadttreiben auf der Bühne nicht von dem Sound der üblichen, oben bereits erwähnten, Geräuschkulisse, sondern von der Musik eines Streichquartetts. Mit dynamischen und schrillen, aber auch sanften und heiteren Tönen gibt diese die akustischen Eindrücke der Stadt wieder und untermalt die Geschichten ihrer Menschen.

Tanzprojekt der HMT
Tanzprojekt der HMT

Obwohl die musikalische Begleitung ein wichtiger und sehr eindrucksvoller Teil der gesamten Performance ist, konnte ich leider weder aus dem Begleitblatt noch von der Projektleiterin persönlich etwas über ihre Herkunft erfahren.

Vielleicht habt ihr ja mehr Glück, wenn ihr das Stück am 14. oder 15. Januar im Katharinensaal der HMT besuchen solltet.

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