HMT-Interdisziplinär 2012: Preisträgervorstellung

Musik- und Schauspielstudenten der Hochschule für Musik und Theater Rostock präsentieren ihre gemeinsam erarbeiteten Bühnenstücke

18. Februar 2012, von
Drittplatzierte des Wettbewerbs HMT Interdisziplinär 2012
Drittplatzierte des Wettbewerbs HMT Interdisziplinär 2012

Musiker der klassischen und populären Musik, Komponisten, Schauspieler, Lehrer und Wissenschaftler werden an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) ausgebildet. Eine Vielfalt, von der auch die etwa 550 Studenten profitieren können, wenn sie die Gelegenheit nutzen, um mit Kommilitonen anderer Institute in Kontakt zu kommen und voneinander in gemeinsamen Projekten zu lernen.

Eine solche Gelegenheit bietet alljährlich der hochschulinterne Wettbewerb „HMT- Interdisziplinär“. Zum sechsten Mal waren die Studenten aufgerufen, eine 40- bis 50-minütige Bühnenpräsentation zu erarbeiten. Bedingung: Es müssen Studenten aus mindestens zwei Instituten der HMT eingebunden sein. Eine weitere Herausforderung: Von der Idee bis zur Umsetzung liegt der Produktionsprozess komplett in den Händen der Studenten.

Woyzeck
Woyzeck

19 Studenten – deutlich weniger als im letzten Jahr – folgten dem Aufruf zum Wettbewerb, bei dem Preisgelder von insgesamt 6000 Euro vergeben werden. Vier Stücke sind so entstanden, die bereits am 16. und 17. Februar Premiere hatten. Heute fand die Preisverleihung statt.

Die Projektidee, die Interdisziplinarität, der dramaturgische Aufbau, die künstlerische Umsetzung und der Gesamteindruck wurden von einer achtköpfigen Jury beurteilt und bewertet. Den Sonderpreis für eine hervorragende Projektidee hat sie jedoch nicht vergeben, gibt HMT-Rektor Professor Christfried Göckeritz bekannt, bevor er den drittplatzierten Joshua Löhrer, Lysann Schläfke, Leon Siewert, Moritz Stephan und Philipp Wöllner zu ihrem Stück „Das saukalte Herz“ gratuliert.

Ein zweiter Platz wurde ebenfalls nicht verliehen, dafür zwei erste. Nach den Glückwünschen stellten die beiden Siegerensemble ihre Stücke dem Publikum im Katharinensaal vor.

Julia Hoffmann und Thomas Lettow in "Woyzeck"
Julia Hoffmann und Thomas Lettow in "Woyzeck"

Maximilian Hirning, Julia Hoffmann, Matthias Kurmann, Thomas Lettow, Camilla Nowogrodzki und Luis Antonio Quintana hatten sich mit Szenen aus Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ einen Klassiker vorgenommen. Schauspielstudent Thomas Lettow übernahm die Hauptrolle Franz Woyzeck, einen gedemütigten einfachen Soldaten, der zum Mörder seiner lieben Marie wird.

Besonders stark präsentierte sich Julia Hoffmann in der Rolle des Arztes – die erste derartige Erfahrung als Schauspielerin für die Geigerin. „Für mich war das Schauspielen eine Überwindung. Man muss Mut haben, alles rauszulassen“, erzählt die Studentin, die durch dieses Projekt „völlig neue Sichtweisen“ gewonnen hat, aber auch Parallelen bei der Erarbeitung feststellen konnte. „Erst muss man das Stück technisch beherrschen, um dann das Gefühl einzubringen“, beschreibt sie ihre Erkenntnisse, die sie auch zukünftig anwenden möchte. Neben ihrer neuen Rolle als Schauspielerin konnte sie auch als Musikerin glänzen.

"Hysterikon" bei HMT Interdisziplinär 2012
"Hysterikon" bei HMT Interdisziplinär 2012

Als Musiker bewährten sich auch die Schauspieler des zweiten Siegerprojektes. Auf sehr originelle Weise erzeugten sie Klänge und untermalten so ihr Bühnenstück „Hysterikon“ nach einer Satire von Ingrid Lausund.

Auf bissige Weise nimmt sie darin die moderne Konsumwelt kritisch aufs Korn. Die Schauspielstudenten Anastasija Bräuniger, Katharina L. Goebel und Hannes Schumacher, die vom Pop- und Weltmusiksänger Johannes Meißner unterstützt wurden, verstanden es hervorragend, als hysterische Einkäufer in einem Supermarkt Pointen zu setzen und so dem Wahnsinn ein Gesicht zu geben. Dem Publikum hat es gefallen. Mit Szenen- und Schlussapplaus bestätigte es auf eigene Weise die gelungene Arbeit der Studenten.

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