Umgestaltung und Erneuerung der Ulmenstraße/Maßmannstraße

Die Ausführungsplanung zur Umgestaltung und Erneuerung der Ulmenstraße/Maßmannstraße wurde gestern im Ortsbeirat Kröpeliner-Tor-Vorstadt vorgestellt – im Juli soll es losgehen

2. Juni 2016, von
Maßmannstraße - im Juli startet die Umgestaltung und Erneuerung
Maßmannstraße - im Juli startet die Umgestaltung und Erneuerung

Die Anwohner von Maßmann- und Ulmenstraße werden in den nächsten Monaten starke Nerven brauchen. Nach rund vier Jahren Planung soll Ende Juli der erste Bauabschnitt für die Umgestaltung und Erneuerung der beiden Straßenzüge in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt starten, erklärte Ralf Petruschka gestern Abend während der Vorstellung der Ausführungsplanung im Ortsbeirat.

Für den ersten Abschnitt, der vom Knoten Ulmenstraße/Gewettstraße bis kurz hinter die Kreuzung Maßmannstraße/Waldemarstraße reicht, ist eine Bauzeit bis Ende 2017 vorgesehen – rund 18 Monate, auf die sich die Anwohner einstellen müssen. Der Durchgangsverkehr wird während der gesamten Bauzeit umgeleitet, abschnittsweise kommt es in den vier geplanten Teilabschnitten zur Vollsperrung, die Zufahrt zu den Grundstücken soll jedoch weitestgehend gewährleistet werden.

Hauptgrund für die lange Dauer ist die ursprünglich nicht geplante Erneuerung von Mischwassersammler und Trinkwasserleitung durch Eurawasser, erläutert Petruschka, der als Koordinator beim Amt für Verkehrsanlagen (ehem. Tief- und Hafenbauamt) für das Projekt zuständig ist.

Mischwassersammler und Trinkwasserleitung werden erneuert

Im Rahmen routinemäßiger Kamerabefahrungen der Kanäle wurde der Sanierungsbedarf des Mischwassersammlers festgestellt, erläutert Franziska Müther von der BDC Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft mbH, die von Eurawasser mit der Planung beauftragt wurde. Im Zuge des Straßenbaus wird die Sanierung einschließlich der Hausanschlüsse in Angriff genommen.

Gleichzeitig wird auch die Haupttransportleitung für Trinkwasser, eine Asbest-Zement-Rohrleitung aus dem Jahr 1972, erneuert. Aus „rein sicherungstechnischen Gründen“ erläutert Müther, da sie sehr nah am Mischwassersammler liegt und die Rohrbruchanfälligkeit durch die Bauarbeiten sehr hoch sei. Zur Gewährleistung der Wasserversorgung wird während der Bauzeit eine oberirdische Notversorgungsleitung gelegt.

Fußgängerampeln verschwinden, Tempo-30-Zone, Kreisverkehr und Bushaltestellen kommen

Ab Höhe Waldemarstraße werden Maßmann- und Ulmenstraße künftig komplett zur Tempo-30-Zone, Radfahrer und Fahrzeuge teilen sich die 6,50 Meter breite Fahrbahn. In Richtung Lübecker Straße verbreitert sich die Fahrbahn ab dem Hansakino auf 7,50 Meter – hier sind wie bisher 50 km/h erlaubt. Schutzstreifen – durch Pkw überfahrbare Angebotsstreifen für Radfahrer – sollen dort später bis zum Knotenpunkt Lübecker Straße fortgeführt werden

Umgestaltung und Erneuerung Ulmen-/Maßmannstraße - Tempo-30-Zone (Amt für Verkehrsanlagen/Ingenieurbüro Jörn Meyer)
Umgestaltung und Erneuerung Ulmen-/Maßmannstraße - Tempo-30-Zone (Amt für Verkehrsanlagen/Ingenieurbüro Jörn Meyer)

Die beiden vorhandenen Fußgänger-Lichtsignalanlagen an den Ecken Ulmenstraße/Hansastraße und Maßmannstraße/Waldemarstraße werden ersatzlos zurückgebaut. Anstelle des Knotens Waldemarstraße/Maßmannstraße entsteht ein Minikreisel mit vier Fußgängerüberwegen an den jeweiligen Armen.

Die Überquerung der Ulmenstraße von der S-Bahn-Brücke zur Hansastraße soll durch eine Mittelinsel gesichert werden. Die 30er-Zone ist ‚in der Regel‘ nicht mit einer Fußgängerampel vereinbar, begründet Ralf Petruschka den Abbau der Ampeln. Vorsichtshalber werden an beiden Standorten jedoch Leerrohre in die Erde gelegt, sodass die Straße nicht wieder aufgerissen werden muss, falls es doch zu Gefährdungen oder gar Unfällen kommt und die Lichtsignalanlagen wieder aufgestellt werden sollen.

Für die ab 2020 geplante Campuslinie der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) entsteht in der Maßmannstraße, vor der Einfahrt zur Polizeiinspektion, eine Bustasche. In entgegengesetzter Richtung hält der Bus auf der Fahrbahn.

Parkplätze, Bäume und Spielstationen

Auf der Fläche an der S-Bahn-Brücke wird der vorhandene Parkplatz neu gestaltet, ein zusätzlicher, geschotteter Parkplatz mit 41 Stellflächen entsteht. Mit den jetzt offiziell ausgewiesenen Parkflächen halten sich die künftigen Stellplätze die Waage – „rechnet man die wilden Parkplätze dazu, werden es durch die Abpollerung an den Baumscheiben aber insgesamt weniger“, so Petruschka.

Der vorhandene Baumbestand soll soweit wie möglich geschützt werden, ganz ist dies jedoch nicht gelungen, erläutert Andre Neumann vom planenden Ingenieurbüro Jörn Meyer. So mussten etwa für die Bustasche in der Maßmannstraße Fällungen vorgenommen werden. Hier, auf der Straßenseite zur Polizeiinspektion, ist zwischen Haltestelle und Gehweg ein 2,95 Meter breiter Grünstreifen geplant. Die auf der gegenüberliegenden nordwestlichen Seite der Maßmannstraße bereits neu gepflanzte Baumreihe bleibt vollständig erhalten.

Die restliche Ulmenstraße wird in drei weiteren Bauabschnitten erneuert
Die restliche Ulmenstraße wird in drei weiteren Bauabschnitten erneuert

In der Ulmenstraße sind zum Schutz des vorhandenen und geplanten Bestands Baumscheiben mit einem Durchmesser von 3,50 Meter vorgesehen, die durch Bügel vor Beschädigungen durch Falschparker geschützt werden. Die Verkehrsbügel sollen teilweise auch zum Anschließen von Fahrrädern dienen. Als Baumarten sind hier Resista-Ulmen vorgesehen, die als resistent gegen das Ulmensterben gelten. In der Maßmannstraße werden Linden gepflanzt, auf der Stellplatzanlage Traubenkirschen.

Im Zuge der Umgestaltung sind auch zwei kleine Spielstationen vorgesehen, die unter dem Motto „Spielen im Vorbeigehen“ laufen, erklärt Petruschka. Zusammen mit Sitzelementen soll an der Querung zur Hansastraße sowie vor dem ehemaligen Hansakino jeweils ein einzelnes Wipp- und Schwinggerät (Typ Sprößling bzw. Einrad) aufgestellt werden. Nach Kritik am ersten Standort soll noch einmal geprüft werden, ob beide Spielgeräte zusammen vor dem Hansakino installiert werden können.

Änderungen zur Entwurfsplanung

Im Vergleich zur Entwurfsplanung gibt es hauptsächlich zwei Änderungen. In der Ulmenstraße wird es vor der Polizeiinspektion keine Bäume geben und auch die künftige Campuslinie kann hier nicht wie geplant halten. Das sei „schade“, so Petruschka, doch die Polizei, deren Ausfahrt für die Einsatzfahrzeuge hier liegt, habe interveniert und Sicherheitsbedenken angemeldet.

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3 Kommentare

  • Bea Liebig sagt:

    Ich habe versucht, ihren doch sehr langen Kommentar samt E-Mail-Verkehr mit dem Tief- und Hafenbauamt auf den Punkt zu bringen und hoffe, das ist soweit gelungen.

    Auf ihre Nachfrage zu den Planungen hat ihnen das Amt letztes Jahr mitgeteilt, dass der Straßenzug Ulmenstraße – Maßmannstraße im inneren Bereich zwischen Margaretenstraße und Waldemarstraße zu einer Vorfahrtsstraße mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h und nicht zu einer echten Tempo-30-Zone werden soll, in der insbesondere die Rechts-vor-Links-Regelung an den Knotenpunkten gelten würde.

    Daher ihre Frage: Tempo-30-Zone oder Tempo 30?

  • Olaf sagt:

    Kurze Antwort: Tempo-30-Zone

    Lange Antwort: Es wurde bei der Vorstellung der Ausführungsplanung unmissverständlich von einer Tempo-30-Zone und nicht etwa von einer Vorfahrtsstraße mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h gesprochen. Damit wurde u.a. auch der Wegfall der Ampeln begründet (s.o.).
    Sämtliche präsentierten Lagepläne waren zwischen Margaretenstraße und Waldemarstraße zudem klar mit dem Verkehrszeichen 274.1 (Beginn einer Tempo-30-Zone) versehen, vgl. eingefügtes Foto oben im Artikel.

    Aus meiner Sicht besteht daher keinerlei Zweifel daran, dass hier eine echte Tempo-30-Zone entstehen soll, ich werde aber sicherheitshalber noch einmal nachfragen.

  • Karina sagt:

    Hoffentlich gilt wenigstens rechts vor links, wenn schon die Fußgängerampel an der S-Bahn-Brücke verschwindet. Ohne Crashgefahr wird doch trotz 30-Schild gerast.

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