William Fitzsimmons und Slow Runner gemeinsam im M.A.U.

Singer-Songwriter lädt zum Kuscheln und Träumen ein

1. Dezember 2011, von
William Fitzsimmons mit der Band Slow Runner im M.A.U. Club
William Fitzsimmons mit der Band Slow Runner im M.A.U. Club

Wer bei Konzerten ausgelassen tanzen und feiern will, der ist bei William Fitzsimmons falsch. Wer jedoch träumen und ruhige Momente genießen will, der kann mit dem amerikanischen Musiker einen fantastischen Abend genießen. Etwa 250 Genießer waren gestern dabei, als der Mann mit dem außergewöhnlichen Bart seine Gitarren und seine melancholische Stimme im M.A.U. Club Rostock zu Gehör brachte.

Wie für Konzerte üblich, brachte der Hauptact auch gestern wieder eine Vorgruppe mit. Slow Runner heißt die Band, die Fitzsimmons auf seiner Europatour begleitet. Josh Kaler und Michael Flynn machen seit 2003 gemeinsam Musik und werden dabei von wechselnden Musikern begleitet. Im M.A.U. Club waren die Amerikaner zu dritt: ein Schlagzeuger, ein Keyboarder, der auch mal zur Gitarre griff und Multiinstrumentalist Kaler.

Slow Runner
Slow Runner

So war der Auftritt der drei schüchtern wirkenden Jungs auch sehr vielfältig. Kaler griff mal zum Bass, dann bediente er das Effektgerät und schlug nebenbei den Schellenring und auch ein Banjo kam mal zum Einsatz. Bei den Songs, die teilweise auch elektronische Elemente erhielten, gab es also durchaus auch die Möglichkeit, etwas zu tanzen. Das Publikum war jedoch noch recht unruhig und gab der Band nicht die verdiente Aufmerksamkeit, obwohl es in dem Lied „Make you love me“ doch heißt, dass alles, was sie wollen, ist, geliebt zu werden.

Musikalisch bekannt wurde William Fitzsimmons durch amerikanische Fernsehserien wie Grey’s Anatomy. Dort wurden vor allem „Please Don’t Go“ und „Passion Play“ häufig als Untermalung eingesetzt. Rein visuell sorgt vor allem der Vollbart des Künstlers für Wiedererkennungswert. Schon im Mai 2010 beehrte der Amerikaner Rostock um Freunde von ruhiger, entspannter Musik zu begeistern.

William Fitzsimmons und Michael Flynn
William Fitzsimmons und Michael Flynn

Der Musiker wirkte sehr fokussiert auf der Bühne. Obwohl es keine wirkliche Bühnenshow gab, nur einen Mann und seine drei abwechselnd gespielten Gitarren, zog er die ungefähr 250 Gäste sofort in seinen Bann. Einige waren jedoch schon ein wenig verwundert, als er nach dem ersten Lied ansagte, dass er nun das letzte Lied spielen werde. Lächelnd sagte er, dass es nur ein Spaß gewesen sei, und das Publikum einen spaßigen Abend erwarten könne, allerdings: „The William Fitzsimmons kind of fun.“

Begleitet wurde er bei einem Großteil der Lieder von Slow Runner, wodurch ein atmosphärischer Klangteppich entstand – zusammen mit der leicht zerbrechlich wirkenden, aber sehr schönen Stimme ein tolles Musikerlebnis. Was teilweise die Freude ein wenig schmälerte, war die Tatsache, dass nur wenig Sitzmöglichkeiten aufgestellt waren. Ein Konzert, wie das von William Fitzsimmons schreit förmlich nach einer Couch, um mit seinem Partner zu kuscheln – der überwiegende Teil des Publikums bestand aus Paaren.

Auch textlich ist William Fitzsimmons klasse. Er verarbeitet in seinen Songs oft private Erlebnisse – Trennungen, Verluste, die Liebe, seine Eltern, und baut daraus kleine Klanggedichte. Auch die Arbeit als Psychologe, die er am Geneva College gelernt hat, findet sich zum Beispiel in dem Song „Bottle“ wieder. Bevor er ihn spielte, sagte er, wie viel Respekt er vor den Menschen in so einer Einrichtung hat, dass diese nicht zugrunde gehen an der Belastung.

„Ein tolles Kuschelkonzert“, finden Claudia und Nantwig
„Ein tolles Kuschelkonzert“, finden Claudia und Nantwig

Nach einem kurzen Zugabenblock und einem weiteren Lied, welches Fitzsimmons von hinter der Bühne sang, war das Konzert zu Ende und viele Gäste nutzen noch die Chance, um Schallplatten oder CDs zu kaufen, um die Traumreise auf der heimischen Couch weiterzuführen.

Ein Zufall brachte auch Nantwig Zech auf den amerikanischen Musiker. „Ich habe vor zwei Wochen bei Youtube nach neuer Musik gesucht und das Lied „Blood and Bones“ gefunden. Dann habe ich gesehen, dass er heute im M.A.U. spielt und so habe ich direkt Tickets gekauft.“ Davon profitieren konnte seine Freundin Claudia, die eine Karte geschenkt bekam. „Ich fand es super. Vor allem zu zweit ist das echt gute Stimmungsmusik“, sagte Claudia. Nantwig fasst den Abend relativ perfekt zusammen: „Es war ein tolles Kuschelkonzert.“

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2 Kommentare

  • Jule sagt:

    Eine sehr schöne Rezension hast du geschrieben, ich war selbst dabei und kann dir fast in jedem Punkt zustimmen.
    Allerdings muss ich dich an einer Stelle verbessern: den letzten Song hat er nicht von hinter der Bühne gespielt, sondern mitten im MAU, also umgeben vom Publikum. Das habe ich so auch noch nie erlebt und deshalb liebe ich Konzerte in so einer intimen Atmosphere. Nirgendwo sonst kann man Musiker hautnah erleben.

  • Andre sagt:

    Oh das habe ich so dann falsch mitbekommen. Danke für den Hinweis. Ich habe mich schon gewundert, warum die drei Leute auf einmal auf der Bühne standen. Und es klang für mich halt, wie von hinter der Bühne.

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