Thees Uhlmann & Band im Rostocker M.A.U. Club

„Europas ältester Newcomer“ zu Gast in Rostock

23. Oktober 2011, von
Thees Uhlmann
Thees Uhlmann

„Eine Liebe zur Musik, eine Liebe zu den Tönen“ heißt es in einem Song der Band Tomte. Und gerade bei Konzerten hat man fast schon gewonnen, wenn man es als Künstler schafft, diese Liebe zur Musik auf das Publikum zu übertragen. Thees Uhlmann, der Sänger der eingangs erwähnten Band Tomte, zeigte gestern bei seinem Konzert im Rostocker M.A.U. Club eindrucksvoll, wie man Musik mit dem ganzen Körper lebt.

Doch bevor Thees Uhlmann in die Seiten griff, durfte die kanadische Band Imaginary Cities ihr Können auf der Bühne präsentierten. Besonders Sängerin Marti Sarbit sorgte dafür, dass die Nordamerikaner das Rostocker Publikum im Sturm eroberten. Sie strahlte förmlich auf der Bühne. Sie tanzte, sprang und sang sich in die Herzen der Zuhörer. Man konnte sich das Grinsen einfach nicht verkneifen, wenn man ihr beim verrückten, aber unfassbar sympathischen Rumgehüpfe zusah.

Imaginary Cities
Imaginary Cities

Die Erwartungen waren also hoch für die zweite angekündigte Vorband, Monta. Doch auf einmal stand Thees Uhlmann mit der Mundharmonika auf der Bühne und startete eine musikalische Weltreise bei den „Römern am Ende Roms“. Die minimale Enttäuschung, nichts von Tobias Kuhn, dem Kopf hinter Monta zu hören, verflog schnell, da er ein Teil von Uhlmanns neuer Liveband ist und so auch den Abend über sein musikalisches Können zum Besten geben konnte.

Neben Kuhn an der Gitarre begleiten den Wahlberliner Uhlmann noch Nikolai Potthoff an der zweiten Gitarre, Julia Hügel am Klavier, Markus Perner am Schlagzeug und Hubert Steiner am Bass.

Nikolai Potthoff, Thees Uhlmann und Tobias Kuhn
Nikolai Potthoff, Thees Uhlmann und Tobias Kuhn

Der Abend stand unter dem Motto: „Seid gut drauf, es ist Wochenende!“ und der Sänger zeigte sich als ideales Vorbild. Stilecht mit Lederjacke und schweißnasser Stirn präsentierte der selbst ernannte „Darth Vader der deutschen Indieszene“ sein erstes, selbst betiteltes Soloalbum. Das kleine Problem dabei war nur, dass die Platte recht kurz ist – zu kurz, um damit einen ganzen Abend zu füllen. Daher wurde auch auf ein Lied von Tomte zurückgegriffen und so wurde „New York“ zur zweiten Station der musikalischen Weltreise.

Doch nicht nur Weltstädte standen auf der Liste. Den Song „Lat: 53.7 Lon: 9.11667“ widmete er allen Leuten, die aus Städten mit weniger als 10.000 Einwohnern kamen. Der nächste Abstecher führte nach Berlin, jedoch nur um die Geschichte eines Songs zu erzählen. Er saß mit seinem Kollegen Olli Schulz zusammen und trank Bier, als auf einmal ein alter Mann vorbeikam. Dieser sagte den Satz: „Was man in der Jugend sündigt, zahlt das Alter einem heim.“ Uhlmann berichtet: „Ich sagte zu Olli: Ey Schulz! Meine Platte kommt früher, den Satz klau ich mir.“ So ist der Song „Sommer in der Stadt“ auch diesem alten Mann gewidmet.

Thees Uhlmann, Tobias Kuhn und Hubert Steiner
Thees Uhlmann, Tobias Kuhn und Hubert Steiner

Ob nun an der Gitarre festhaltend, mit Mundharmonika im Mund oder einfach singend und tanzend, Thees Uhlmann lebte jeden Moment des Abends, das konnte man spüren. Immer wieder grinste er breit und fast schon schüchtern bedankte er sich bei den Fans, aber auch beim M.A.U. Club. Die musikalische Reise kam zum Ende, als die Band für die Zugabe in „Paris im Herbst“ ankam.

Kurz vor dem Ende gelang es dem bekennenden St. Pauli Fan sogar, ein Rostocker Publikum dazu zu bringen, bei einem Lied über den gegnerischen Verein laut mitzusingen, was schon fast an ein Wunder grenzt. Überhaupt zeigte sich nicht nur der Künstler von seiner besten Seite, auch die ungefähr 700 Zuschauer waren bis zum Schluss begeistert. So kamen Uhlmann und Band sogar noch ein weiteres Mal auf die Bühne, obwohl die Musik vom Band schon losgegangen war. Sie spielten noch einen Refrain, begleitet von den melodiösen „UHHHHHHS“ aus dem Publikum und verabschiedeten sich dann endgültig mit dem Zitat: „Without you, we are nothing.“

Martin Borchert
Martin Borchert

Voller Begeisterung nach dem Konzert war auch Martin Borchert aus Neubrandenburg. Der 25-Jährige lernte vor neun Jahren Tomte kennen und war gespannt, wie sich deren Sänger solo schlagen würde. „Genial, anders kann man es nicht beschreiben“, fasste er den Abend euphorisch zusammen. „Mein neues Einschlaflied besteht von nun an aus 13 U’s und 20 H’s, in der Hoffnung, dass Thees noch mal einen Song bringt.“

In einem weiteren Song beschreibt Thees Uhlmann „die Wahrheit in 17 Worten“. Auch den gestrigen Abend kann man auf 17 Worte reduzieren: „Ein umwerfend gutes Konzert, das gute Laune ohne Ende verbreitet hat und nach einer baldigen Wiederholung schreit.“ Danke Thees, du bist hier immer willkommen, ob mit Band oder solo!

Fotos vom Thees Uhlmann Konzert im Rostocker M.A.U. Club

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