Jubiläumsausgabe der „Risse“ vorgestellt

Lesung und Präsentation im Möckelsaal des Peter-Weiss-Hauses

29. November 2010, von
Carlo Ihde, Katrin Volkmann, Holm Teller im Peter-Weiss-Haus
Carlo Ihde, Katrin Volkmann, Holm Teller im Peter-Weiss-Haus

Ein Riss ist etwas Unerwünschtes. Ein Fehler in einem Material, eine kaputte Stelle. Wenn es jedoch um „Risse“ geht, dann ist das komplette Gegenteil gemeint. Weder unerwünscht noch kaputt präsentierte die Redaktion ihr Jubiläumsheft am Freitag im Peter-Weiss-Haus.

Leider zeigte sich an den leer gebliebenen Stuhlreihen, dass ein abendlicher Weihnachtsmarktbesuch attraktiver zu sein schien, als ein spannendes Kulturangebot – schade. Den Anwesenden wurde jedoch nicht nur ein reichhaltiges Büfett und die neue Ausgabe der Literaturzeitung geboten, sondern auch eine Lesung.

Präsentation der 25. Auflage der Risse
Präsentation der 25. Auflage der Risse

Für alle, die noch keine Ausgabe der „Risse“ gelesen haben, hier einige Infos. Neun Redakteure arbeiten ehrenamtlich an der Zeitung für Literatur in Mecklenburg und Vorpommern. Neben einem literaturkritischen Teil für populäre Literatur, der sich im aktuellen Heft zum Beispiel mit Mark Twain und Christa Wolf beschäftigt, steht natürlich die Förderung von regionalen Autoren im Vordergrund. Dafür wurden Texte von 13 Autoren ausgesucht, von denen drei an dem Abend auch im Peter-Weiss-Haus gelesen haben.

Katrin Volkmann
Katrin Volkmann

Zuerst setzte sich Katrin Volkmann an den Lesetisch. Die gebürtige Greifswalderin, die im Heft mit dem Text „Die Affäre des Poeten“ abgedruckt ist, wollte nach eigener Aussage heute etwas Unterhaltsames präsentieren. In ihrem Vortrag ging es darum, wie man Schriftstellerin wird (autobiografisch) und um die Liebe zu einem Roman. Sie wurde im letzten Risse-Sonderheft „Am Limit“ schon einmal mit einer Geschichte abgedruckt.

Holm Teller
Holm Teller

Der nächste Leser war ein Debütant, obwohl schon Jahrgang 59. Holm Teller, der in Rostock Pädagogik studierte, hatte im Möckelsaal seinen ersten Auftritt vor Publikum. Selbst seine eigene Tochter kannte vor der Veröffentlichung in der Risse noch keine Texte von ihm. Dabei sind die Gedichte alles andere als versteckwürdig. Sätze wie „Ein Leben ist zu wenig zum Sterben“ luden zum Schwelgen und Nachdenken ein.

Carlo Ihde
Carlo Ihde

Der letzte Akteur war Carlo Ihde. Der Student der Germanistik und Philosophie in Rostock ist mit drei Beiträgen schon fast so etwas wie ein alter Hase in der Risse. Bevor er jedoch seine überaus gelungene Familientopologie vortrug, gab es eine Reaktion auf die Vorkommnisse bei der Lyriknacht in der letzten Woche.

Dort sagte Martin Badenhoop „Nein, Poesie darf nie carloihde werden.“ Ihde konterte dies mit einer flammenden Rede („Poetik ist schon lange carloihde!“, „Es gibt keine Lyrikszene in Rostock“) und endete mit „Halten Sie mich aus, wenn nicht Sie, wer dann?“ Und wenn alle seine Texte so großartig sind, wie der im Heft, dann braucht Rostock vielleicht sogar mehr als nur einen Carlo Ihde.

Im Anschluss wurde unter den Anwesenden noch lange diskutiert und dabei ging es natürlich auch um die literarische Fehde zwischen Ihde und dem auch anwesenden Badenhoop. Aber soweit ich weiß, wurden die Schreiber nicht handgreiflich und bekanntlich ist die Feder ja auch mächtiger als das Schwert.

Wer Interesse am Jubiläumsheft der Risse hat, kann sich über die Homepage informieren und es dort natürlich auch bestellen.

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