Übung zum Schutz kritischer Infrastruktur vor Warnemünde
Vom 13. bis 24. April 2026 trainieren Marine und Industrie bei der SeaSEC Data2Sea in der Ostsee vor Warnemünde den Schutz kritischer Infrastruktur auf und unter Wasser.
13. April 2026, von Olaf
Vor Warnemünde läuft ab heute mit SeaSEC Data2Sea eine maritime Sicherheitsübung, die von der Marine in Zusammenarbeit mit dem Rostock Institute for Ocean Technology und dem Seabed Security Experimentation Center (SeaSEC) ausgerichtet wird. Gemeinsam mit internationalen Partnern sowie Unternehmen aus Industrie und Forschung soll der Schutz kritischer Infrastruktur auf See trainiert werden. Ziel ist es, auf neue Bedrohungslagen – insbesondere im Unterwasserraum – vorbereitet zu sein und die Zusammenarbeit zwischen Militär, Behörden, Forschung und Industrie zu stärken.
Kern der Übung sind drei realitätsnahe Szenarien, die im Rahmen der „Challenge Weeks“ durchgespielt werden. Erstens steht der Schutz von Unterseekabeln im Fokus – ein besonders sensibles Thema, da diese in der Ostsee einen Großteil der globalen Datenkommunikation zwischen Nord- und Mitteleuropa übernehmen. Zweitens wird die Sicherung von Offshore-Plattformen geprobt, etwa gegen Sabotage oder unbefugte Annäherung. Drittens widmet sich die Übung dem Hafenschutz, einschließlich der Abwehr asymmetrischer Bedrohungen im Küstenbereich.

Aus Dänemark nimmt die „HDMS Soeloeven“ an der Übung teil, aus den Niederlanden die „N-Sea Geosea“ – ein Offshore-Versorger, den die niederländische Marine gechartert hat, bis die neuen Minenabwehrschiffe einsatzbereit sind.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei der Übung jedoch auf dem Einsatz autonomer Technologien. So soll unter anderem die Unterwasserdrohne „Greyshark“ zum Einsatz kommen, ein rund acht Meter langes autonomes Unterwasserfahrzeug, das eigenständig große Seegebiete überwachen kann. Es eignet sich für Aufklärung, Minenabwehr sowie den Schutz von Pipelines und Datenkabeln. Ebenfalls in Warnemünde dabei ist das „AMC 12“ – ein Versuchsboot von Rheinmetall, das zur Erforschung autonomer, KI-gestützter Navigation dient.
Für die zivile Schifffahrt gibt es während der Übung keine Einschränkungen. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung weist in ihrer Elwis-Meldung jedoch ausdrücklich darauf hin, dass im Übungsgebiet eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich ist. Schiffsführer werden gebeten, besondere Vorsicht walten zu lassen und die Aktivitäten der eingesetzten Einheiten zu berücksichtigen.
Teile der Mittelmole sowie des Sportboothafens nördlich der Landessportschule sind für Besucher gesperrt. Pünktlich zur Port Party am 25./26. April soll der Bereich wieder zugänglich sein.
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