Armin Münch: „Entwurf“ in der Nikolaikirche

Ausstellungseröffnung zum 80. Geburtstag des Künstlers in der Nikolaikirche

16. Juni 2010, von
Klaus Tiedemann
Klaus Tiedemann

„Eine kleine Rede für einen großen Mann.“ Mit diesen Worten begann der Kunstwissenschaftler Klaus Tiedemann seine Rede zur Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Armin Münch mit dem Titel „Entwurf“ in der Nikolaikirche Rostock. Da Armin Münch, der auch persönlich anwesend war, sich eine Ausstellung wünschte, die karg, kurz und knapp ist, fasste sich auch Tiedemann in seiner Rede kurz und betonte nur die wichtigsten Punkte aus Münchs Leben.

Kuratorin Helga Manowski
Kuratorin Helga Manowski

Auch Kuratorin Helga Manowski richtete einige einleitende Worte an die Gäste. Dabei bezeichnete sie die Nikolaikirche als einen würdigen Raum für diese Ausstellung.

Und wie es sich für eine Veranstaltung in einer altehrwürdigen Kirche gebührt, durfte auch Orgelmusik nicht fehlen. Gespielt wurde das Instrument von Stefan Reißig, der im Hauptfach Orgel studiert.

Stefan Reißig an der Orgel
Stefan Reißig an der Orgel

Münch, am 1. Mai 1930 in Rabenau in der Nähe von Dresden geboren, erkannte früh sein künstlerisches Talent.

In Folge dessen schlug er bereits in jungen Jahren eine künstlerische Laufbahn beim Sachsenverlag ein. Darauf folgten ein Studium in Dresden an der Hochschule für Bildende Kunst und der Besuch der Deutschen Akademie der Künste in Berlin als Meisterschüler. Neben seiner Tätigkeit als Künstler hatte sich Armin Münch während seiner Laufbahn auch der Hochschullehre verpflichtet. Von 1976 bis 1991 lehrte er als Professor an der Universität Greifswald, 1996 erhielt er einen Lehrauftrag der Universität Rostock, den er bis ins Jahr 2000 ausführte.

Armin Münch
Armin Münch

Armin Münch ist ein Künstler, der verschiedenste Techniken einzusetzen weiß. So befinden sich in seinem Portfolio Kohle-, Bleistift- oder Federzeichnungen, aber auch Holzschnitte oder Radierungen. Seine Bilder wirken auf den Betrachter häufig reduziert, vielleicht sogar karg und unfertig, ein wenig wie Entwürfe eben. Nicht ganz zufällig trägt die Ausstellung genau diesen Titel. Trotzdem oder womöglich gerade aus diesem Grund handelt es sich um sehr ausdrucksstarke Zeichnungen.

Armin Münch, Ausstellungseröffnung in der Nikolaikirche
Armin Münch, Ausstellungseröffnung in der Nikolaikirche

Die Inspiration für seine Werke stammt unter anderem aus Erlebnissen, die ihn im Laufe seines Lebens prägten, wie beispielsweise dem atomaren Wettrüsten während des Kalten Krieges oder die Zerstörung seiner Heimatstadt Dresden im 2. Weltkrieg, die er persönlich miterlebte. Des Weiteren inspirieren ihn menschliche Schicksalen und auch literarische Werke. Als Beispiel hierfür wären Goethes Faust oder Moby Dick zu nennen. Das Zentrum seiner Arbeiten bildet aber stets das Thema Krieg und Frieden.

Bei den Besuchern stieß die Ausstellung auf sehr positive Resonanz. Insbesondere die Auswahl der Kirche als Standort fand großen Anklang. Einziger Wermutstropfen dabei: die Akustik. Aufgrund des starken Halls waren für Teile des Publikums die einleitenden Worte von Klaus Tiedemann nur sehr schwer zu erfassen. Dem Ausdruck von Münchs Werken tut dies freilich keinen Abbruch.

Armin Münch „Entwurf“ in der Nikolaikirche
Armin Münch „Entwurf“ in der Nikolaikirche

Allen Interessierten wird die Ausstellung noch bis zum 4. August jeweils Montag bis Freitag offen stehen. Armin Münch wird dann nicht mehr persönlich vor Ort sein. Er meinte mit Blick auf die verschiedenen Veranstaltungen zu seinem 80. Geburtstag in letzter Zeit: „Nun ist gut.“

Was natürlich nicht heißen soll, dass es in Zukunft keine Ausstellungen mehr mit ihm geben wird, schließlich ist Münch nach wie vor stets am zeichnen neuer Werke. Eine kleine Ausstellungspause möchte er aber auf jeden Fall einlegen. Nach sechs Jahrzehnten als aktiver Künstler hat er es sich mehr als verdient.

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