Britta Matthies – Gemalt, Geätzt, Geschnitten

Ausstellungseröffnung in der Galerie am Alten Markt

16. Juli 2010, von
Britta Matthies - Galerie am Alten Markt
Britta Matthies - Galerie am Alten Markt

„Der Mond hatte sich endlich von den Dächern gelöst und stand hoch im Blau – ein Glänzen und ein Flimmern und ein Leuchten durch den ganzen Himmel begann, durch alle Wolken schoss Silber, von allen Blechdächern rannen breite Ströme desselben nieder, und an die Blitzableiter, Dachspitzen und Turmkreuze waren Funken geschleudert.“ Mit diesen Worten beschreibt Adalbert Stifter in seinem Gedicht „der Kondor“ den Blick von Bord eines Ballons auf die Dächer einer Stadt bei Nacht.

Dr. Volker Probst
Dr. Volker Probst

Nicht ohne Grund verwendete Dr. Volker Probst von der Ernst Barlach Stiftung dieses Zitat in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung „Britta Matthies – Gemalt, Geätzt, Geschnitten“ am heutigen Abend. Denn Britta Matthies wurde durch einen Ballonflug zu ihrer Serie von Radierungen „Dächer I – XX“ inspiriert, die städtische Lebensräume aus der Vogelperspektive zeigt.

Britta Matthies - Gemalt Geätzt Geschnitten
Britta Matthies - Gemalt Geätzt Geschnitten

„Gemalt, Geätzt, Geschnitten“ beerbt in der Galerie am Alten Markt die Ausstellung „Erstes Sehen“, die bis zum 10. Juli zu sehen war. Gezeigt werden Kohle- und Tuschezeichnungen ebenso wie Radierungen.

Die dargestellten Motive reichen von Stadtansichten Mecklenburg-Vorpommerns, so von Wismar oder Rostock, über Stadthäuser und Tempel Japans bis hin zu den „Figurenlandschaften“ der Reihe „Signs of the time – Eden? 1 – 9“. Eine Besonderheit stellen die ausgestellten Kupfer- und Zinkplatten dar, von denen für gewöhnlich die Drucke erstellt werden. In dieser Ausstellung wurden sie auf Sockeln stehend zu Türmen zusammengestellt, wodurch sie eine ganz neue künstlerische Aussage bekommen.

Sergiy Medvid am Bajan
Sergiy Medvid am Bajan

Musikalisch untermalt wurde die Eröffnung von Segiy Medvid am Bajan, einer Art Akkordeon. Die teilweise an Straßenmusik erinnernden Klänge harmonierte sehr gut mit den Darstellungen urbaner Lebensräume, die sich in vielen der ausgestellten Werke finden lassen.

Britta Matthies
Britta Matthies

Britta Matthies, die von 1968 bis 1973 ein Studium für Grafik und Buchkunst an der Hochschule Leipzig absolvierte, lebt und arbeitet seit 1980 im mecklenburgischen Hohen Viecheln.

Die Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns spielt auch eine zentrale Rolle in ihren Arbeiten, wobei sie dünn besiedelte, ländliche Gegenden urbanen Ballungsräumen gegenüberstellt.

„Ich freue mich“, äußerte sich Britta Matthies zur Ausstellungseröffnung. Insbesondere lobte sie dabei das ehrenamtliche Engagement des Kunstvereins: „Wenn wir die Kunstvereine und ihre engagierten Mitarbeiter nicht hätten, würde es diese Ausstellung nicht geben.“

Ludwig Nollmeyer und Wolfgang Adler
Ludwig Nollmeyer und Wolfgang Adler

Nicht nur Redner Dr. Probst war angetan von den Werken der Künstlerin, auch bei den Gästen fanden die Werke Gefallen. „Die Bandbreite ist sehr groß“ meinten beispielsweise Ludwig Nollmeyer und Wolfgang Adler in Anbetracht der verschiedenen Stile, Techniken und Einflüsse, die in der Ausstellung zu finden sind. Auch Angelika Kleinfeldt, die von einer sehr interessanten Ausstellung sprach, lobte die Kombination der unterschiedlichen Techniken.

Wer also einmal einen etwas anderen Blick auf Rostock, Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus bekommen möchte, der sollte in nächster Zeit der Galerie am Alten Markt einen Besuch abstatten. Noch bis zum 21. August werden die Werke von Britta Matthies dort ausgestellt sein.

Auch ein Künstlergespräch wird es natürlich geben. Dieses findet am 30. Juli um 19:30 Uhr statt – die „Die Farbe in der Grafik“ lautet das Motto. Darüber hinaus veranstaltet Horst Matthies, der Mann von Britta Matthies, einen kulinarisch-literarischen Abend am 20. August. Eine Voranmeldung wird empfohlen.

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