Untersuchungen an der Blutbuche am Rosengarten

Vor dem Baubeginn am Rosengarten wurde die als Naturdenkmal geschützte Blutbuche untersucht und mit einem Zaun vor den Bauarbeiten geschützt

1. März 2019, von
Blutbuche neben dem Baufeld am Rosengarten
Blutbuche neben dem Baufeld am Rosengarten

Misstrauisch wurden die in Warnschutz gekleideten Personen gestern an einer der beiden mächtigen Blutbuchen auf dem Areal zwischen Rosengarten und August-Bebel-Straße beobachtet. Wollen sie den Baum fällen oder pflegen?

Auf der angrenzenden Fläche sollen demnächst vier Wohnhäuser und eine alle Gebäude unterkellernde Tiefgarage gebaut werden. Zur Vorbereitung des Baufeldes wurden bereits fast hundert Bäume gefällt darunter auch große Kastanien, Linden und Eschen. Das Ausmaß und die fehlende Ankündigung hatten heftige Kritik ausgelöst. Im Ortsbeirat war von einem Skandal die Rede.

Die Blutbuche am Rosengarten wird schalltomograhisch untersucht, eine Lehrstunde auch für die Azubis im Rostocker Amt für Stadtgrün
Die Blutbuche am Rosengarten wird schalltomograhisch untersucht, eine Lehrstunde auch für die Azubis im Rostocker Amt für Stadtgrün

Doch die Leiterin des Teams Stadtbäume im Amt für Stadtgrün Steffi Soldan gibt nun Entwarnung: „Der Baum ist gesund.“ Damit er durch die benachbarten Baumaßnahmen, beispielsweise durch das Abstellen von Baumaterialien auf dem Wurzelbereich, keinen Schaden nimmt, ist er durch einen festen Bauzaun geschützt. Bis zur Fertigstellung der Gebäude soll der Zaun dort stehen bleiben.

Bei der Gruppe handelte es sich um einen Baumgutachter aus Hamburg, der mit einem Schalltomographen den Baum untersuchte und dafür Sensoren um die Buche legte. „Das haben wir nicht so oft bei uns, deshalb haben wir unsere Azubis mitgeschickt“, erklärt Rostocks Chef-Stadtbaumpflegerin. Das Ergebnis der Untersuchung: Der Baum hat keine Schäden. Perspektivisch müsse lediglich ein Ast entfernt werden.

Steffi Soldan neben der Blutbuche bei einer Baumführung im Mai 2018
Steffi Soldan neben der Blutbuche bei einer Baumführung im Mai 2018

Die Blutbuche ist, wie ihr Pendant am gegenüberliegenden Ende des Baufeldes, ein Naturdenkmal. Das Pflanzjahr wird auf 1870 geschätzt. Wer unter ihrer mächtigen Krone steht, kann den Eindruck bekommen, wie in einem eigenen Raum zu stehen. Wer sich ihre Rinde anschaut, entdeckt viele Augen und Nasen und mit etwas Fantasie zahlreiche Koboldgesichter.

Wenn der Bau abgeschlossen ist, soll die Fläche und auch die der anderen Blutbuche am gegenüberliegenden Ende des Baufeldes als Grünfläche neu gestaltet werden, hatte Steffi Soldan bereits bei einer öffentlichen Baumführung im letzten Mai erklärt. Sie wies dabei auch auf die Sensibilität der Bäume hin. „Sie verträgt weder Bodenauftrag noch Bodenabtrag. Sie nimmt alles übel und reagiert mit Kränkeln und Vitalitätsverlusten bis hin zum Absterben.“

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