Baumnaturdenkmal am Gehlsdorfer Ufer soll gefällt werden

Pilzbefall macht der mächtigen Schwarzpappel am Gehlsdorfer Fähranleger zu schaffen, absterbende Äste könnten zur Gefahr für Spaziergänger werden

27. Oktober 2012, von
Sind die Tage der mächtigen Schwarzpappel am Gehlsdorfer Ufer gezählt?

Sie prägt das Landschaftsbild am Gehlsdorfer Ufer in besonderem Maße: die mächtige Schwarzpappel an der Promenade unweit des Fähranlegers. Aus diesem Grund gehört sie zu den 38 Baumnaturdenkmälern der Hansestadt Rostock und genießt damit besonderen Schutz. Doch das Amt für Stadtgrün will diesen Schutz nun aufheben und die Schwarzpappel fällen. Zu stark mache dem Baum ein Pilzbefall zu schaffen. Die Folge: Die Pappel stirbt ab.

Dabei war im Mai 2011 von einem Baumgutachter bescheinigt worden, dass nichts für eine Aufhebung des Naturdenkmal-Status spricht. Aber schon damals galt die Pappel wegen massiver Totholzbildung in den Ästen als Problembaum. Die nächste Prüfung war für 2016 vorgesehen.

„Trotz umfangreicher Kronenpflegemaßnahmen im Jahr 2011 sind erneut deutliche Absterbeerscheinungen im Kronenbereich zu verzeichnen“, stellt das Grünamt nun in einem Schreiben fest. Die Bruchsicherheit sei nicht mehr gewährleistet. Der Baum wird so zur Gefahr für Spaziergänger, die auf der beliebten Promenade entlangschlendern.

Schwarzpappeln können etwa 200 Jahre alt werden. Sie wachsen typischerweise an Flüssen Mitteleuropas. Mittlerweile sind sie jedoch so selten geworden, dass sie auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzenarten stehen.

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