Baumfällungen am Rosengarten - Ortsbeirat sauer

Bauvorbereitende Maßnahmen am Rosengarten haben begonnen – in diesem Jahr sollen hier Wohnhäuser gebaut werden

17. Januar 2019, von
Baumfällungen am Rosengarten
Baumfällungen am Rosengarten

„Das bringt mich auf die Palme!“ Von einem Skandal spricht Torsten Hohberg, Vertreter der Grünen im Ortsbeirat Stadtmitte. Seit Montag werden auf der Brache am Rosengarten Bäume gefällt. 94 geschützte Bäume, darunter große Kastanien, Linden und Eschen. Auch der Ortsbeiratsvorsitzende Andreas Herzog (SPD) sekundiert: „Was zutiefst zu kritisieren ist, ist die Art der Kommunikation und das bei dem sensiblen Thema Baumfällungen.“

Der Ortsbeirat, das machte er auf seiner gestrigen Sitzung deutlich, wäre gern vorher informiert worden. Am Freitag sei die Fällgenehmigung vom Amt für Stadtgrün erteilt worden, am Montag rückten die Sägen an und erst dann erfuhr auch der Ortsbeirat davon.

Dass zwischen Informierung und Fällung nur ein Tag liegt, sei sonst nicht üblich, sagt Stefan Patzer vom Amt für Stadtgrün. „Die Kritik ist berechtigt“, habe aber mit dem Zeitdruck zu tun. Noch vor der Vogelbrut soll das Grün beseitigt werden, damit im Sommer der Bau beginnen kann. Vier Wohnhäuser wollen die Wohnungsgenossenschaften Schiffahrt-Hafen und Marienehe auf der Fläche zwischen August-Bebel-Straße und Rosengarten nach Plänen des Hamburger Architektenbüros A-Quadrat errichten lassen. 154 Wohnungen in bester Stadtmittelage, auch für große Familien. 140 Stellplätze seien eingeplant. Damit ist das nach der Rostocker Stellplatzverordnung gefordert Soll übererfüllt, erläutert Architekt Rene Schneiders. Um diese Stellplätze unterzubringen soll die gesamte 11.000qm große Fläche mit einer Tiefgarage unterbaut werden.

„Spätestens nachdem klar war, wie dort gebaut wird, war klar, dass dort kein einziger Baum stehen bleiben wird. Schließlich kann man eine Tiefgarage dieses Ausmaßes nicht unter eine Baumwurzel schieben. Ein schnellerer Informationsfluss hätte also nichts geändert“, gibt Christoph Eisfeld (FDP) zu Bedenken.

Im Oktober waren die Architektenentwürfe in einer Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

„Es tut uns leid. Aber unsere beiden Genossenschaften tun sehr viel dafür, dass wir in der Stadt ein vernünftiges Stadtgrün haben. Wir werden an anderer Stelle Ersatz schaffen“, rechtfertigt sich Roland Blank von der WG Schiffahrt-Hafen.

Zum Ausgleich sollen nun 90 neue Bäume gepflanzt werden. „Die werden wir nicht auf dem Grundstück pflanzen können“, kündigt der Rostocker Landschaftsarchitekt Hannes Hamann an, der die Freiflächengestaltung übernommen hat.

„Wir werden bei der Freiflächengestaltung im Gespräch bleiben und um den einen oder anderen Baumstandort kämpfen“, sagt Stefan Patzer.

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