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Vorbereitungen für den Bau des neuen Petritors haben begonnen

Mit der der Suche nach Altlasten hat die Vorbereitung für den Bau des neuen Petritors begonnen – noch in diesem Jahr soll mit der Bebauung unterhalb der historischen Petrikirche begonnen werden

17. Januar 2018
Kampfmittelberger Thomas Lohse (l.) & Vermesser Carsten Frick untersuchen das Baugebiet für das neue Petritor in Rostock (Foto: Eigenbetrieb KOE Rostock)
Kampfmittelberger Thomas Lohse (l.) & Vermesser Carsten Frick untersuchen das Baugebiet für das neue Petritor in Rostock (Foto: Eigenbetrieb KOE Rostock)

Die Vorbereitungen für den Bau des neuen Petritors haben begonnen: Seit dieser Woche wird das Areal zwischen Petrikirche und der Straße „Am Strande“ genauestens erkundet – auf der Suche nach Altlasten im Untergrund. Der Eigenbetrieb „Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hansestadt Rostock“ (KOE) hat hierfür die Kampfmittelräumer der Firma M.A.K.S. beauftragt: „Schon bei Erschließungsarbeiten am Gerberbruch wurde 2015 eine Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, sodass wir auch am Stadteingang zur Slüterstraße Bedenken haben müssen, dass wir eventuell auf Munition stoßen“, erläutert KOE-Chefin Sigrid Hecht. Hintergrund ist, dass die Altstadt bei den Bombenangriffen auf Rostock im April 1942 in großen Teilen zerstört wurde. Beschädigt wurden unter anderem auch die Petrikirche, das Petritor sowie die angrenzenden Bürgerhäuser.

Das Aufspüren von Kampfmitteln erfolgt via Sondierungsbohrungen. Ganz behutsam werden zunächst nach einem Raster Löcher in die Erde gebohrt. Die Markierungen werden dabei in Ein-Meter-Abständen gesetzt. „Anschließend entfernen wir das Bohrgestänge und setzen Schutzrohre ein, durch die wir unsere Sonde langsam in die Erde fahren lassen. So können wir mögliche ferromagnetische Anomalien feststellen“, erklärt Bauleiter Thomas Lohse das Vorgehen. Mit dem Messinstrument können bereits minimale Störungen des Erdmagnetfeldes wahrgenommen werden. Die Arbeiten werden etwa drei Wochen andauern, bevor letztlich alle Daten der Sonde ausgewertet werden können. „Noch wissen wir nicht, wie der Boden beschaffen ist, ob wir überhaupt Schutt, Mauerreste oder eisenhaltiges Material finden werden. Bei der Auswertung der Daten unterstützt uns der staatliche Munitionsbergungsdienst. Sollten die Messungen Grund zur Sorge geben, muss der Boden geöffnet werden“, erläutert Lohse.

Der Eigenbetrieb KOE Rostock hat den Auftrag, das Gebiet rund um das ehemalige Petritor neu zu bebauen. Grundlage hierfür bildet das städtebauliche und architektonische Konzept von „GMP International“. Im Kontext eines durch die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH durchgeführten Wettbewerbes erhielt das Berliner Architekturbüro für seinen Entwurf den Zuschlag.

Der KOE plant noch in diesem Jahr mit der Bebauung des sensiblen Altstadtareals unterhalb der historischen Petrikirche zu beginnen. „Wann genau wir anfangen, ist einerseits abhängig von den Ergebnissen der Sondierungsbohrungen und andererseits von den Funden der Bodenarchäologen. Letztere werden das Gebiet untersuchen, nachdem die Kampfmittelräumer ihre Arbeit beendet haben“, verdeutlicht Sigrid Hecht die Abläufe. Rund drei Millionen Euro sollen in den kommenden drei Jahren in den Wiederaufbau des Petritors und der Gestaltung des Stadteingangs an der Slüterstraße investiert werden. Unterstützt wird das Projekt durch Städtebaufördermittel. „Wir wollen einen attraktiven Übergang vom modernen Petriviertel zur historischen östlichen Altstadt schaffen“, sagt Sigrid Hecht – „als Ergänzung der Silhouette der historischen Altstadt.“

Quelle & Foto: Eigenbetrieb KOE Rostock

Schlagwörter: Bauvorhaben (61)Östliche Altstadt (61)Petritor (3)

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