Wasserturm wird saniert

Der Zerfall des geschädigten Baudenkmals im Rostocker Bahnhofsviertel soll bald gestoppt werden – spätestens im nächsten Frühjahr sollen die Baumaßnahmen am Wasserturm beginnen

16. März 2017, von
Wasserturm Rostock
Wasserturm Rostock

Bewohner aus dem Bahnhofsviertel fragen sich schon seit längerem: Kippt der Wasserturm bald um?

Seit Jahren ist zu beobachten, wie Steine aus der Fassade des historischen Baudenkmals herausfallen. Das liege daran, dass bei der letzten Sanierung der Außenhülle des Wasserturms Anfang der 1990er Jahre nicht fachmännisch genug vorgegangen sei, erläutert Sigrid Hecht vom Eigenbetrieb kommunale Objektbewirtschaftung und-entwicklung (KOE). Das heißt, Wasser läuft in die Fugen, die Steine frieren kaputt. Im Inneren sei der Wasserturm jedoch vollkommen stabil, sodass die Nutzung des Gebäudes nicht beeinträchtigt sei.

Dass der stark geschädigte 40 Meter hohe Turm in der Blücherstraße nicht schon längst saniert werden konnte, sei kein Verschulden der Rostocker Fachämter, sondern der Haushaltslage der Stadt geschuldet, betont die KOE-Betriebsleiterin. Die Rechtsaufsichtsbehörde habe den Posten immer wieder vom Investitionsplan gestrichen mit der Begründung, dass die Stadt nur im pflichtigen Bereich tätig werden könne. Der kulturelle Bereich, dem der Wasserturm zugeordnet wurde, gehöre nicht dazu.

„Wir haben noch einmal ausführlich dargelegt, dass es hier um das Bewahren von Kulturgütern, eines Denkmals gehört und das eine Pflichtaufgabe sei“, berichtet Sigrid Hecht. Endlich mit Erfolg: Mit dem Erlass zum Wirtschaftsplan 2016 ist nun die Genehmigung gekommen, den Wasserturm zu sanieren.

Ein Planungsbüro wurde bereits beauftragt und führt momentan eine entsprechende Bestandsaufnahme durch. Eine Kostenschätzung wurde vor Jahren zwar schon einmal gemacht. Aufgrund von fortschreitenden Schäden muss diese jedoch komplett neu erstellt werden. Noch in diesem Jahr sollen Planung und Ausschreibung abgeschlossen werden, sodass – abhängig vom Wetter – noch in diesem Herbst, spätestens im nächsten Frühjahr die Baumaßnahmen beginnen können.

Als besonders teuer gilt dabei das runde Baugerüst, das handgefertigt werden muss. Auch die Ziegel, die die kaputtgefrorenen ersetzen sollen, müssen extra angefertigt werden. Rund 3 Millionen Euro Gesamtkosten sind für die Sanierung des Wasserturms im Wirtschaftsplan vorgesehen. Sie soll über Kredite und Eigenmittel finanziert werden.

Während der Baumaßnahme werde die Funktion im Inneren fortgeführt. „Eine komplette Auslagerung hätte uns vor große Probleme gestellt“, begründet Sigrid Hecht. „Der Wasserturm hat in Perfektion die natürlichen Voraussetzungen, was Luftfeuchtigkeit und Temperatur angeht.“ Auf rund 800qm befindet sich hier ein Depot des Kulturhistorischen Museum, welches historische Möbel und eine Gemäldesammlung eingelagert hat. „Diese haben besondere Anforderungen und können nicht einfach in eine Lagerhalle gepackt werden.“

Auch im Inneren seien Investitionen notwendig, die sich nach der Außensanierung anschließen sollen. Die Außenanlagen sollen später ebenfalls ansprechend gestaltet werden.

Der weit sichtbare Wasserturm wurde 1903 errichtet und war bis 1959 als solcher in Betrieb.

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