Um 15 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit sprangen heute an vielen Flüssen und Seen des Kontinents Menschen gemeinsam ins Wasser. Auch an der Warnow beteiligten sich die Rostocker am sogenannten Big Jump, der auf die Bedeutung von sauberen Gewässern aufmerksam machen soll. Mehrere lokale Umweltverbände hatten dazu ins Flussbad eingeladen. 15 Springer trotzten dem regnerischen Wetter und erzeugten gemeinsam eine große Welle.
„Es ist eine schöne Umweltaktion, die Spaß macht und bei der jeder mitmachen kann“, sagt Initiatorin Sabine Janzon vom BUND. „Unser Trinkwasser kommt aus der Warnow. Ihre Sauberkeit hat da für uns natürlich eine besondere Bedeutung.“

„Es hätte mehr erreicht werden können. Der Gesamtzustand der Warnow ist jedoch ganz gut“, schätzt Inga Krämer von der Küstenunion ein. Die Badewasserqualität sei in Ordnung. Dennoch gäbe es im Einzugsgebiet des Flusses noch viel zu viel Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor, die vor allem von der Landwirtschaft eingetragen werden. Über Gräben und Bäche gelangen sie in die Warnow und werden bis in die Küstengewässer der Ostsee transportiert, wo sie auch die Algenblüte und Wasserqualität beeinflussen. Trotz modernisierter Kläranlagen und einzelner Renaturierungsmaßnahmen sei es nicht gelungen, sich allen Zielwerten zufriedenstellend anzunähern.

Auch der 13-jährige Marvin hat schon Müll in der Warnow beobachten können. Das passt ihm gar nicht. „Ich will im sauberen Wasser baden. In den Sommerferien bin ich oft im Flussbad, weil hier ein Turm ist.“ Erfolgreich nahm er am Big-Jump-Springerwettbewerb teil und darf sich nun „coolster Turmspringer“ nennen.