Filmschiff „Bounty“ zur Hanse Sail in Rostock

Die selbst schon berühmte Replik des bekannten Meuterei-Schiffs Bounty liegt noch bis Sonntag im Stadthafen Rostock

11. August 2011, von
Kanonen lassen jedes Piratenherz höher schlagen
Kanonen lassen jedes Piratenherz höher schlagen

Es ist Donnerstag, Eröffnungstag der Hanse Sail, 11 Uhr vormittags. Am Rostocker Stadthafen herrscht hektisches Treiben. Nur noch sechs Stunden bis zur offiziellen Eröffnung durch Ministerpräsident Erwin Sellering auf der Bühne des NDR. Der Markt ist schon ab 10 Uhr geöffnet, doch noch immer nehmen Schausteller letzte Handgriffe an ihren Buden vor und LKWs oder Kleintransporter bringen noch fehlende Waren an ihren Bestimmungsort. Mittendrin befinden sich auch schon einige Besucher, die sich einen ersten Eindruck von der 21. Hanse Sail verschaffen wollen.

Die "Bounty" im Stadthafen Rostock
Die "Bounty" im Stadthafen Rostock

Am Speicher bleiben viele Leute stehen und zücken ihre Fotoapparate. Der Grund dafür ist die „Bounty“, eine Replik des Segelschiffs der britischen Admiralität aus dem 18. Jahrhundert. Die Meuterei von 1789, die die „Bounty“ berühmt machte, wird noch heute in vielen Büchern oder Filmen nacherzählt. Im Jahr 1960 wurde das Schiff für eine Filmproduktion originalgetreu nachgebaut. Zwei Jahre später lief der, heute noch bekannte Streifen „Meuterei auf der Bounty“ mit Marlon Brando und Trevor Howard in den Kinos.

Eine Stunde vor der Öffnung des Schiffs für die Besucher wird auf dem Deck noch fleißig geschrubbt. Und auch eine Etage tiefer sind die Crew-Mitglieder noch mit Vorbereitungen beschäftigt. Doch Kapitän Robin Wallbridge nimmt sich Zeit, um mir etwas über die Bounty zu erzählen. Ihm ist anzumerken, dass er seinen Beruf mit Leib und Seele macht. „Wir sind im April von Puerto Rico losgesegelt und bis Dezember in ganz Europa unterwegs.“ Überall, wo die „Bounty“ anlegt, ist sie ein Besuchermagnet. „Ich denke, dass sich an diesem Wochenende 20.000 Menschen das Schiff aus der Nähe anschauen werden“, überschlägt Wallbridge in nicht einmal zehn Sekunden. Er kann das abschätzen, schließlich führt er schon seit 18 Jahren Besucher über „sein“ Schiff.

Robin Wallbridge freut sich auf die vielen interessierten Besucher
Robin Wallbridge freut sich auf die vielen interessierten Besucher

Doch was fasziniert die Menschen so sehr an der „Bounty“? „Man fühlt sich hier wie auf einem Piratenschiff und welcher kleiner Junge oder welcher Erwachsene wollte nicht schon einmal in seinem Leben ein Pirat sein?“, erklärt Kapitän Wallbridge die Aura, die das Schiff umgibt. „Außerdem ist sie ein Filmstar“, fügt der 62-Jährige noch hinzu. Denn die „Bounty“ stand nicht nur in den sechziger Jahren vor der Kamera, sondern auch noch später. Zuletzt im zweiten Teil des erfolgreichen Disney-Films „Fluch der Karibik“. Im Moment sind jedoch keine Filmprojekte geplant, wie Wallbridge verrät. „Allerdings wird es sicherlich noch eine oder vielleicht auch mehrere Fortsetzungen von ‚Fluch der Karibik‘ geben. Dann wird die ‚Bounty‘ wieder gebraucht.“

Hier stand vielleicht schon Johnny Depp als Captain Jack Sparrow im zweiten Teil von "Fluch der Karibik"
Hier stand vielleicht schon Johnny Depp als Captain Jack Sparrow im zweiten Teil von "Fluch der Karibik"

In der Zwischenzeit steuert sie jeden Sommer ungefähr 20 Häfen weltweit an. In diesem Jahr Europa, im nächsten die Vereinigten Staaten. Besucher können sie allerdings nur erleben, wenn sie irgendwo festgemacht hat. „Es wäre ein sehr großer Aufwand, mit Besuchern zu segeln und wir könnten viel zu wenige mitnehmen“, enttäuscht Wallbridge die Hoffnungen des ein oder anderen.

Bis Sonntag können die Hanse Sail-Besucher die „Bounty“ aus der Nähe betrachten, an derselben Stelle wie Johnny Depp oder Marlon Brando stehen oder sich mit Robin Wallbridge über „sein“ Schiff unterhalten. Natürlich auf Englisch, denn der Kapitän ist gebürtiger Amerikaner.

Am Liegeplatz 92, direkt am Speicher, ist die „Bounty“ vom 11. bis 13. August von 12 bis 22 Uhr, am 14. August von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen. Tickets gibt es für 3 Euro, Kinder zwischen 6 und 14 Jahren zahlen 1 Euro und Familien (2 Erwachsene + 2 Kinder) können für 7 Euro an Bord gehen. Am späten Donnerstagnachmittag gibt es als zusätzliche Attraktion eine Piratenshow an Bord.

Fotos von der „Bounty“ während der Hanse Sail 2011 in Rostock:

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1 Kommentar

  • jens sagt:

    leider ist dieses schöne schiff nun gesunken. das hätte nicht sein müssen!

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